Basketball 18.12.2017

Olympic mit dem besseren Finish

Olympics Babacar Touré (rechts) stoppt Milovan Rakovic.
In einem hochstehenden Spitzenspiel setzte sich Olympic am Samstag zu Hause gegen Union Neuenburg mit 83:74 durch. Der Leader erwies sich in der Schlussphase als das abgezocktere Team.

Fünf Minuten vor Ende der Partie lagen die Gäste aus Neuenburg in Führung (67:69), nachdem sie lange Zeit dem Skore hinterhergerannt waren. Olympic wirkte für einen kurzen Moment verunsichert. Es wäre die Chance für die Neuenburger gewesen, Freiburg die erste Heimniederlage der Saison beizufügen. Doch wie schon so oft in den letzten Wochen verpasste es Union, gegen eine Spitzenmannschaft den Sieg ins Trockene zu bringen. «Das ist ein mentales Ding. Konstant zu sein ist Kopfsache», sagte Andre Williamson. Der Amerikaner hatte vorletzte Saison noch das Trikot von Olympic getragen. Am Samstag war er mit 22 Punkten der Topskorer der Partie. Statt aber das Momentum auszunutzen, gerieten die Neuenburger unerklärlicherweise in Panik. «Wir hingegen konnten unsere ganze Erfahrung in die Waagschale werfen», erklärte Olympics Babacar Touré. Mit einem 10:0-Teilresultat zogen die Gastgeber in den Schlussminuten auf 77:71 davon. Von diesem Nackenschlag konnten sich die Neuenburger nicht mehr erholen. Im Gegenteil, das Spiel entglitt ihnen völlig. So kassierte etwa der wichtige Aufbauspieler Tayloe Tayler in der Money Time gänzlich unnötig noch sein fünftes persönliches Foul und konnte so seinem Team keine Hilfe mehr sein.

Rakovic ein Versprechen

Nach der ersten Saisonniederlage am vorletzten Samstag in Lugano kehrten die Freiburger damit schnellstmöglich auf die Siegerstrasse zurück. «In Lugano darf man verlieren, das war nicht weiter schlimm», befand Touré. «Aber heute wollten wir zu Hause eine Reaktion zeigen.» Das gelang Olympic gegen diesen starken Gegner, der letzte Woche sein Kontingent nochmals qualitativ aufgestockt hat. Mit dem serbischen Center Milovan Rakovic holte Neuenburg einen illustren Mann, der einst von den Dallas Mavericks gedraftet und 2011 mit Siena italienischer Meister wurde. Zusammen mit Williamson bildete er unter dem Korb ein starkes Duo. «Wir konnten erst dreimal miteinander trainieren. Das kommt gut», gab sich Williamson euphorisch. Am Samstag aber fanden Touré und der Kanadier Muprhy Burnatowski die Mittel, um die kräftigen Neuenburger noch einigermassen in Schach zu halten. «Aber es ist klar, dass Neuenburg nun mehr denn je die Qualitäten mitbringt, um in dieser Saison Titel zu gewinnen», urteilte Touré.

Das Team von Vladimir Ruzicic, letzte Saison noch der Assistenz-Trainer von Olympics Petar Aleksic, besticht insbesondere durch seine breite Bank. 17 Punkte steuerten die eingewechselten Spieler bei Neuenburg bei, zwölf nur waren es bei Olympic. Was lange Jahre ein Vorteil der Freiburger gewesen war, ist zurzeit mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Nathan Jurkovitz und dem knappen Kader zu einem Nachteil mutiert. Mit sieben Spielern musste Aleksic gegen Neuenburg rotieren. Auf lange Sicht ein echtes Handicap. «Hätten wir es vor der Pause nicht verpasst, unseren Vorsprung auszubauen, hätten wir am Ende weniger Kräfte gebraucht», analysierte Aleksic, der stolz auf die Leistung seiner Mannschaft war. Massgeblich zum Erfolg beigetragen hatte Playmaker Chad Timberlake, der zwar von der Freiwurflinie aus zauderte (3/7), ansonsten aber wohl sein bisher bestes Spiel für die Freiburger zeigte, und der junge Boris Mbala, der mit seiner Aggressivität in der Defensive wertvoll ist.

Details entschieden

Ruzicic seinerseits bedauerte die unnötigen Fouls und Ballverluste seiner Spieler in der Schlussphase, die ihnen ein besseres Resultat gekostet hatten. «Wir brauchen noch ein wenig Zeit, bis die Chemie auf dem Parkett stimmt.» Er sei trotz der Niederlage aber nicht wirklich enttäuscht. «Niederlagen gehören zum Job. Wir werden daraus lernen, wir alle. Erfahrung ist das Einzige, das man sich nicht kaufen kann.» Zu grämen braucht sich Ruzicic tatsächlich nicht. Die beiden Mannschaften zeigten vor 1450 Zuschauern eine packende, intensive Partie. Letztlich entschieden kleine Nuancen, ein Ballverlust hier, ein erfolgreicher Dreier da. Auch statistisch betrachtet war es ein Duell auf Augenhöhe.

Die NLA-Meisterschaft pausiert nun vorerst. Das Jahr ist für die Freiburger indes noch nicht zu Ende. Am 26. Dezember steht noch das Auswärtsspiel im Cup-Viertelfinal in Boncourt auf dem Programm.

Telegramm

Olympic - Neuenburg 83:74 (48:41)

St. Leonhard. 1450 Zuschauer. SR: Marmy, Balletta, Stojcev.

Freiburg Olympic: Touré (15), Mbala (2), Junin (4), Miljanic (10), Burnatowski (15), Mladjan (19), Timberlake (18).

Union Neuenburg: Taylor (10), Mafuta (4), Parker, Savoy (9), Monteiro (4), Marutto (2), Colon (11), Rakovic (12), Williamson (22).

Bemerkungen: Olympic ohne Jurkovitz (verletzt).