14.12.2017

Gantrischholz hat einige Kritiker umgestimmt

Kommentar

Marco Koller

Gantrisch-Holz hat einige Kritiker umgestimmt

Es kamen deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als sonst, und es wurde so lange und episch diskutiert, dass am späteren Abend eine Redezeitbeschränkung für Zweit- und Drittvoten beschlossen wurde. In Schwarzenburg zeigte sich an der Gemeindeversammlung am Montag einmal mehr: Das Thema Schulraumplanung bewegt. Das erstaunt nicht, hat die Gemeinde doch in den letzten Jahren von ihren einst sieben Landschulhäusern eines nach dem anderen geschlossen, bis nur noch zwei übrig blieben. Und jetzt sollen plötzlich 3,5 Millionen Franken investiert werden, um im Dorf vier neue Schulzimmer zu erstellen.

Es ist verständlich, dass sich manch einer fragt: Warum braucht es nun diesen Neubau, wo doch einige ehemalige Landschulhäuser immer noch zur Verfügung stünden? In Albligen und Zumholz wird zwar nicht mehr unterrichtet, die Schulhäuser gehören aber immer noch der Gemeinde.

Ebenso verständlich vermochte der Gemeinderat aber darzutun, dass es wenig sinnvoll erscheint, ganze Klassenzüge täglich herumzu­chauffieren. Und: Die Gemeinde wächst nicht auf dem Land, sondern im Dorf, nicht zuletzt wegen der geplanten Überbauung im Than, die dereinst 60 Wohnungen umfassen soll.

Dass schliesslich zwei von drei Bürgern Ja gestimmt haben, dürfte nicht zuletzt mit dem Ergänzungsantrag eines KMU-Vertreters zu tun haben: Wenn das Gebäude schon aus viel Holz bestehe – geplant ist ein Holzelementbau –, solle immerhin nur Holz aus der Region verwendet werden, hatte er verlangt. Das mag einige Kritiker umgestimmt haben. Nur: Die gesetzlichen Bestimmungen über das öffentliche Beschaffungsrecht stehen über diesem Ergänzungsantrag. Ob dann effektiv nur Gantrisch-Holz verwendet wird, ist also ungewiss. Gewiss ist nur, dass die Baumaschinen nächsten Sommer auffahren.