Thörishaus 21.12.2017

In Thörishaus bezahlen nicht alle gleich viel

Thörishaus gehört sowohl zu Neuenegg als auch zu Köniz. Das kann finanzielle Konsequenzen haben.

In der aktuellen Neuenegger Zeitung steht, Thörishaus habe innerhalb der Gemeinde zwei Prämienregio­nen für die Krankenkasse. Der Grund: Ein Ortsteil gehört zu Köniz, das sechs Kilometer im Nordosten liegt. Der andere Ortsteil gehört zu Neuenegg, das im Westen an Thörishaus grenzt. Getrennt werden diese Ortsteile durch die Sensemattstrasse mitten im Dorf.

Diese Unterteilung führt bei manchen Krankenkassen für die Einwohner zu unterschiedlichen Prämien für dieselbe Leistung. Bei jenen Kassen gehört Köniz zur städtischen und wesentlich teureren Prämienregion BE1, während Neuenegg zur ländlichen Prämienregion BE2 gehört. Das heisst: In Thörishaus kann dieselbe Krankenkassenpolice unterschiedlich viel kosten, je nachdem, wo im Dorf jemand wohnt.

712.80 Franken Mehrkosten

Dies ist bei der CSS-Versicherung Fall. Laut deren Prämienrechner im Internet zahlt eine 51-jährige Versicherte mit tiefem Selbstbehalt, Hausarzt­modell in der Grundversicherung und allgemeiner Spitalversicherung 399.60 Franken monatlich, wenn sie auf Neuenegger Boden wohnt. Würde sie auf der Könizer Seite wohnen, bezahlte sie 459 Franken pro Monat. Das sind 712.80 Franken mehr pro Jahr.

Ein Umzug innerhalb der Gemeinde kann sich in Thörishaus also lohnen.

Plus 100 Franken für Wohnung

Die ungleichen Prämien der Krankenversicherung sind in Neuenegg vor allem beim So­zialdienst ein Thema. «Wir weisen Sozialhilfebezüger bei der Beratung auf die höheren Prämien im Könizer Ortsteil von Thörishaus hin», sagt Frieda Krebs, die Leiterin des Ressorts Soziales, Kultur und Freizeit von Neuenegg.

Allerdings könnte sich die Berechnung der Krankenkassenprämien für Thörishaus in absehbarer Zeit ändern, sagt Krebs. «Meines Wissens sind Gespräche im Gang, im Kanton Bern neu drei Prämienregionen einzuführen. Die würden frühestens ab 2019 in Kraft treten.» Falls dies geschehe, würde Neuenegg voraussichtlich in die städtische Region 1 aufgenommen, meint Frieda Krebs. Damit würden die Prämien gleich wie jene von Köniz.

Dort taucht die Zweiteilung von Thörishaus in einem anderen Bereich der Sozialhilfe auf: «Köniz genehmigt für Wohnungen 100 Franken mehr Mindestmietzins als Neuen­egg, für eine Einzimmerwohnung beispielsweise 900 statt 800 Franken», sagt Daniel Läderach, der Leiter der Abteilung Soziales von Köniz.

rst