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Welcome on Board

Nun geht es für die ersten 4 Wochen auf die Kurzstrecke – und es gibt viel zu tun! Natürlich, der Service an Board ist für die Passagiere wichtig, schliesslich gibt es feinen Apfelsaft (auf manchen Flügen der absolute Renner) und der Kaffee am frühen Morgen tut auch im Flugzeug gut. Da ist aber noch weit mehr Arbeit.

Lange bevor wir überhaupt abheben sind wir schon fleissig. Vor dem „Ladies and Gentlemen, welcome on board“ beginnt der Arbeitsalltag schon daheim, oder in meinem Fall während der längeren Zugfahrt von Freiburg nach Zürich. Eine persönliche Vorbereitung auf den Flug vor dem Eintreffen am Flughafen ist wichtig. Alle relevanten Infos zu Flight Crew, Flugzeug, Flugzeiten, Destinationen, ortsspezifischen Spezialitäten, Sicherheitsmassnahmen und zum Service können zu Hause ausgedruckt und mitgebracht werden. Tiptop vorbereitet erscheint man dann eine Stunde vor Abflug fürs Briefing im Operation Center der SWISS am Flughafen Zürich. Da geht es zeitweise sehr rege zu und her, fast schon wie in einem Bienenhaus. Hier kommt die ganze Crew zusammen, der Maître de Cabine und die Piloten warten mit weiteren kurzfristigeren Informationen: Fakten zur aktuellen Wetterlage und Flugzeiten, zur Maschine, den Passagierzahlen und zum Service. Ein wichtiger Punkt ist dann während der Besprechung das Verteilen der Stationen, respektive der Flugzeugtüren, denn jedes Mitglied der Cabin Crew wird einer Station und somit einer Tür zugeteilt. 

Bereit für den Flug geht die Crew natürlich auch durch ein Screening und wird per Minibus direkt zum Flugzeug chauffiert. So betreten wir ca. 10 - 15 Minuten vor den Passagieren das Flugzeug und bereiten alles vor. Wichtig ist hier in erster Linie sofort das Sicherheitsmaterial an Bord zu checken und sicherzustellen, dass für den Ernstfall alles da ist: Taschenlampe, Megafon, First Aid Kit, Schwimmweste, Defibrillator, Feuerlöscher und Co. dürfen nie fehlen und müssen stets griffbereit sein! Der Service muss natürlich in der Luft auch sofort bereit sein, daher wird am Boden so viel wie möglich vorbereitet. Das komplette Catering erhalten wir von Gate Gourmet, dies wird in Zürich in den klobigen und quietschenden Trolleys für jeden Flug neu geladen. Direkt nach Erhalt des Caterings muss die Anzahl der Essen kontrolliert und mit der Passagierliste abgeglichen werden. Wurden genug Essen geliefert? Brötchen inklusive? Sind die vorbestellten Special Meals dabei? Auch sollte die Getränkeschublade bereits vorbereitet werden, sodass wenn einmal in der Luft direkt mit dem Service begonnen werden kann.

Zur Bloggerin

Gabriela Schaller

Seit jeher von der Welt fasziniert, war ihr Studium der Germanistik & Anglistik stets durchzogen von längeren und kürzeren Reisen. Um dieser Leidenschaft mehr Raum zu geben, beschloss sie spontan für einige Zeit als Stewardess um den Globus zu fliegen. Ihr zu Hause ist in der Welt, ihre Heimat bleibt jedoch Freiburg, wohin sie immer gerne zurückkehrt.

Während das Flight Attendant in der „Küche“ noch am vorbereiten ist, treffen mittlerweile auch schon die Passagiere ein. Viele wollen ein Schwätzchen halten, benötigen etwas Hilfe mit dem Gepäck oder dem Sitzplatz, Kinder unter 2 Jahren zudem spezielle Gurte und Schwimmwesten. Ebenfalls wird Spielzeug und Gummibärli an die Kinder verteilt, diese sollen sich ja nicht langweilen! Dasselbe gilt für die Businesspassagiere. Gummibärli wären jedoch nicht ganz angemessen, daher bieten wir Zeitungen an.

Sind alle Passagiere an Bord und je nachdem gemütlich oder eher ungemütlich in ihren Sitzen, kommt etwas, das alle kennen: Vor dem Start wird man gebeten die Laptops zu verstauen, den Tisch hochzuklappen, das Gepäck unter dem Vordersitz zu deponieren und die Sitzgurte zu schliessen. Dies mag für manche Passagiere übertrieben penibel wirken, jeder Geschäftsmann möchte die Zeit schliesslich gerne zum Arbeiten nutzen und die Handtasche hat man am liebsten auf dem Schoss. Für uns ist dieses Sichern der Kabine jedoch sehr wichtig, sind doch Start und Landung die heikelsten Phasen des ganzen Fluges! Die Cabin Crew ist in erster Linie für die Sicherheit der Passagiere zuständig. So ist auch die stete Sicherung der Türen am Boden nicht zu vergessen, bei einem Notfall müsste ja schnellstmöglich evakuiert werden können. Die Cabin Crew erhält nach dem „Boarding completed“ die Anweisung, die Türen zu armieren, das heisst die Rutsche für den Notfall in Bereitschaft zu versetzen.

Nun sitzen alle, die Kabine ist gesichert, Laptops verstaut und die Rutschen armiert; wir sind zum Abheben bereit.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter Gauch

Herzliche Gratulation der Verfasserin für diese Information "Welcome on Board". Als "Gerneflieger" ist man sich gar nicht bewusst welche Verantwortung und welche Arbeit bei jedem Flug dahinter stehen. Wünsche der Frau Schaller weiterhin volle Befriedung bei der Ausführung ihrer Arbeit in der Luft und auf dem Boden der Flugplätze.

Peter Gauch, Schmitten