Champions League 17.10.2017

Der "Jupp-Effekt" soll auch in der Champions League wirken

Bayern München empfängt heute in der Champions League Celtic Glasgow. Jupp Heynckes, der Baumeister des Triple-Gewinns von 2013, soll die Bayern auch in Europa wieder zu altem Glanz führen.

Nach seiner erfolgreichen Rückkehr auf die Trainerbank beim 5:0 am Samstag in der Bundesliga gegen Freiburg steht für Jupp Heynckes gegen Celtic Glasgow die erste grössere Bewährungsprobe an. Gegen den punktgleichen schottischen Double-Gewinner ist für die Bayern ein Sieg Pflicht. Bei einem weiteren europäischen Fehltritt nach dem 0:3 auswärts gegen Paris Saint-Germain, der die Entlassung Carlo Ancelottis zur Folge hatte, droht den Münchnern ein unangenehmer Herbst in der Champions League - und der "Jupp-Effekt" wäre schnell verpufft.

Heynckes freut sich auf sein erstes Champions-League-Spiel mit den Bayern seit dem Finaltriumph 2013 gegen Borussia Dortmund. "Das ist ein Wettbewerb, der prickelnd ist. Das Niveau ist gigantisch", so der 72-Jährige, der die Königsklasse auch 1998 mit Real Madrid gewann. "Der FC Bayern hat grosse Ambitionen in dem Wettbewerb, meine Mannschaft und ich auch."

Die Marschroute der Münchner für die kommenden Wochen ist klar. "Wir müssen von Sieg zu Sieg gehen", sagte der polnische Topskorer Robert Lewandowski. "Der Trainer will, dass wir auch auf die Kleinigkeiten fokussiert sind. Auch im Training ist jeder Pass, jeder Torschuss wichtig." In der Gruppenphase der Champions League haben die Bayern die letzten zehn Heimpartien gewonnen, gegen schottische Teams gab es im Europacup vor eigenem Publikum in acht Partien noch keine Niederlage.

Spitzenspiel in London, wegweisendes Spiel für Juventus

In der Gruppe C kommt es zum Spitzenspiel zwischen Leader Chelsea und der AS Roma. Beide kassierten zuletzt in der heimischen Liga einen Dämpfer: Chelsea unterlag beim Schlusslicht Crystal Palace 1:2, die AS Roma verlor das Spitzenspiel gegen Napoli 0:1. Die Partie ist im Kampf um die Achtelfinal-Qualifikation wegweisend. Mit Atlético Madrid, das auswärts gegen den Aussenseiter Karabach antritt, befindet sich der Finalist von 2014 und 2016 in Lauerstellung.

Ein richtungsweisendes Heimspiel bestreitet auch der diesjährige Finalist Juventus Turin. Der italienische Meister, der in der Serie A bereits leicht ins Hintertreffen geraten ist, empfängt in der Gruppe D das punktgleiche Sporting Lissabon. Der Leader FC Barcelona könnte mit einem Heimsieg gegen Olympiakos Piräus die Türe zur K.o.-Phase bereits weit aufstossen.

Benficas letzte Chance

Für Benfica Lissabon geht es in der Basler Gruppe zuhause gegen Manchester United bereits um Alles oder Nichts. Der portugiesische Rekordmeister mit dem Schweizer Internationalen Haris Seferovic steht nach zwei Niederlagen mit dem Rücken zur Wand.

1:2 zuhause gegen ZSKA Moskau, 0:5 in Basel und damit die höchste Niederlage in der Champions League überhaupt - Benfica Lissabon, der zweifache Meistercupsieger der Sechzigerjahre, ist in seinem Stolz gekränkt. Bei einer weiteren Niederlage droht dem Viertelfinalisten von 2016 erstmals seit drei Jahren wieder das frühzeitige Ausscheiden.

Und nun kommt ausgerechnet Manchester United zu Besuch ins Estadio da Luz. Die "Red Devils" sind Tabellenzweiter der Premier League und in dieser Saison in Liga, Cup und Champions League noch ungeschlagen. Bei den beiden Siegen gegen Basel (3:0) und ZSKA Moskau (4:1) überzeugte die Mannschaft von Trainer José Mourinho über weite Strecken.

Für den Portugiesen ist es eine spezielle Rückkehr in seine Heimat. Seine ersten Schritte als Cheftrainer machte "The Special One" nach der Jahrtausendwende beim portugiesischen Rekordmeister. Als Nachfolger von Jupp Heynckes trat Mourinho allerdings nach neun Ligaspielen bereits wieder zurück, nachdem der damalige Klubpräsident den Vertrag mit ihm nicht vorzeitig hatte verlängern wollen.

sda Sport