Eishockey 10.01.2018

Bulls erarbeiteten sich den Zusatzpunkt

Der Düdinger Kevin Fleuty (r.) versucht den Sittener Goalie aus spitzem Winkel zu düpieren.
Gegen Sion, den Leader der Swiss Regio League, brauchten die Düdingen Bulls gestern eine gute Defensivleistung und einen starken Torhüter Fabian Zaugg. In der Overtime kamen die Sensler zum etwas glücklichen 3:2-Erfolg.

Sowohl die Düdingen Bulls auch der Gast aus Sion zeigten ein punkto Tempo und Intensität starkes Spiel. Es wurde jeweils rasch auf Angriff umgestellt, die Pässe kamen in die Tiefe und beschleunigten so die Partie zusätzlich. Auch wenn dabei manchmal etwas die Genauigkeit in den Pässen fehlte, so lieferten sich die zwei Mannschaften doch einen äusserst interessanten Fight. Allerdings gab es schlussendlich doch nicht allzu viele Torchancen, weil die jeweiligen Defensiv-Linien gut standen und nur wenig gefährliche Torschüsse zuliessen. Dabei hatten die Sittener die etwas besseren Abschlussmöglichkeiten, scheiterten aber jeweils am starken Düdinger Goalie Fabian Zaugg.

Zerfahrenes Mitteldrittel

Hatte das erste Drittel kaum 25 Minuten gedauert, war das Mitteldrittel wesentlich harziger. Die Sittener stichelten dabei immer wieder gegen den Düdinger Topskorer Sandro Abplanalp, der sich denn auch provozieren liess und zweimal auf der Strafbank Platz nehmen musste. In der 23. Minute konnten die Düdinger zum zweiten Mal mit einem Mann mehr agieren. Doch bereits nach knapp dreissig Sekunden fuhren die Walliser einen Konter, und Chuard versenkte schlussendlich den Abpraller ohne Mühe.

In der Folge brauchten die Düdinger eine Weile, um wieder zu ihrem Spiel zu finden. Schliesslich profitierten sie von einem weiteren Sittener Ausschluss und glichen durch den an vielen guten Offensivaktionen beteiligten Captain Michel Zwahlen aus. Und anderthalb Minuten vor der Drittelspause gingen die Einheimischen sogar in Führung: Langel drückte erneut im Powerplay den Puck nach mehreren Versuchen über die Linie.

Der Stadionspeaker war noch daran, den Torschützen auszurufen, als es bereits auf der anderen Seite einschlug. Für einen Moment verloren die Düdinger die Übersicht in ihrer eigenen Zone, und prompt gelang Loeffel aus spitzem Winkel der 2:2-Ausgleich.

Ein Abnützungskampf

Im dritten Abschnitt besannen sich die beiden Teams wieder auf ihre defensive Stabilität. Allerdings hatten die Sittener die etwas vielversprechenderen Tormöglichkeiten. Aber im Tor der Düdinger stand Fabian Zaugg weiterhin wie eine Mauer und fischte sich Puck um Puck. Düdingen seinerseits versuchte wieder mit langen Pässen das Spiel schnell nach vorne zu tragen. Doch im Gegensatz zum Startdrittel kamen die Pässe zu oft nicht an und führten zu unerlaubten Befreiungsschlägen. Und allmählich zollten die Düdinger ihrem enormen Einsatz auch kräftemässig Tribut. Immer mehr verlagerte sich so das Geschehen in das Sensler Drittel, und Gegenangriffe wurden seltener. Zudem fehlte den Bulls zusehends der Saft in den Beinen, um Angriffe bis zum Schluss durchzuziehen. Die letzten Minuten wurden so zum Spiessrutenlauf, doch die Düdinger hielten dem massiven Sittener Druck stand.

Nach anderthalb Minuten in der Verlängerung wanderte Sittens Girardin wegen eines Fouls korrekterweise auf die Strafbank. Und die Sensler liessen sich nicht zweimal bitten: Mit einem Mann mehr auf dem Eis zog Captain Michel Zwahlen von der blauen Linie ab, und vor dem Tor schob Jan Krebs den abprallenden Puck über die Linie zum viel umjubelten Sieg.

Zwahlen mit Spiel nicht zufrieden

Auch wenn sich Düdingens Trainer Thomas Zwahlen über den Overtime-Sieg freute, so war er doch mit dem Gezeigten nicht ganz zufrieden: «Wir vermochten die Energie, die uns der ärgerlich verschenkte Sieg bei Wiki-Münsingen verliehen hatte, nicht wirklich aufs Eis zu bringen.» Phasenweise habe man oftmals zu spät oder zu früh abgespielt und so immer wieder gute Angriffsmöglichkeiten vergeben. Allerdings billigte er auch dem Gegner eine starke Leistung zu: «Wir müssen aber auch anerkennen, dass Spieler wie Topskorer Seydoux ein enorm starkes Forechecking betreiben und so meine Spieler immer wieder schnell unter Druck setzten.» Nun habe man gegen alle in der vorderen Tabellenhälfte klassierten Teams einmal gewonnen, meinte Zwahlen weiter. «Doch nun werden für uns äusserst wichtige Spiele gegen Teams im Kampf um den Playoffeinzug folgen. Da müssen wir noch besser werden.»

Zuversicht verleiht dem Düdinger Teamchef, dass gestern die erste Linie zwar nicht ganz auf ihre zuletzt gezeigte Form kam, dafür jedoch die anderen Linien in die Bresche springen konnten.

Telegramm

Düdingen - Sion 3:2 n.V. (0:0; 2:2; 0:0)

Eisbahn Sense-See. – 417 Zuschauer. – SR: Jordi (Humair, Locorotondo). Tore: 23. Chuard (Wyssen; Ausschluss Pilet!) 0:1. 33. Zwahlen (Fontana, Braichet; Ausschluss Antisin) 1:1. 39. Langel (Fontana, Bertschy; Ausschluss Pilet) 2:1. 39. Loeffel (Seydoux, Girardin) 2:2. 62. Krebs (Zwahlen, Hayoz; Ausschluss Girardin) 3:2. Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen die Bulls, 8-mal 2 Minuten gegen Sitten.

HC Düdingen Bulls: Zaugg; Bertschy, Zwahlen; Hayoz, D. Roggo; Nussbaumer, Blanchard; Abplanalp, Sassi, Fleuty; Langel, Fontana, Bussard; Braichet, Krebs, Dousse; K. Roggo, Perdrizat, Kessler; Knutti.

HC Sion-Nendaz 4 Vallées: Ritz; F. Currit, Pelletier; Wüthrich, Chuard; Oudelet, Pilet; Antisin, Loeffel, Vuilleumier; Guex, Merola, Krakausas; Marois, Girardin, Seydoux; Wyssen, Bonvin, A. Currit.

Swiss Regio League. Resultate: Basel - Brandis 6:4 (3:0, 2:2, 1:2). Rangliste: 1. Sion-Nendaz 26/49. 2. Dübendorf 25/47. 3. Wiki-Münsingen 25/46. 4. Brandis 26/41. 5. Bülach 25/38. 6. Star Forward 24/37. 7. Thun 25/37. 8. Seewen 25/37. 9. Düdingen 26/37. 10. Basel 25/34. 11. Chur 25/32. 12. Uni Neuenburg 25/18.