Eishockey 19.12.2017

Zurück in den Kampfmodus

«Wir müssen die Kampfhandschuhe anziehen», sagt Gottéron-Stürmer Chris Rivera.
Gottéron habe zuletzt gespielt, um nicht zu verlieren. Aber nicht, um zu siegen, sagt Chris Rivera. Das müsse sich wieder ändern. Der Freiburger Stürmer fordert im heutigen Strichkampf in Lausanne dreckige Tore.

Nach einem guten Saisonstart ist Gottéron zurück im Strichkampf. Das kürzlich noch komfortable Polster auf den Strich ist auf einen Punkt zusammengeschrumpft. Berücksichtigt man die zehn letzten Spiele, so liegen die Freiburger mit nur gerade acht gewonnenen Punkten am Ende des Liga-Vergleichs. Im krassen Gegensatz dazu stehen die SCL Tigers, die in derselben Zeitspanne 22 Zähler holten und damit punktemässig zu Gottéron aufschliessen konnten. Im Interview mit den FN sagt Stürmer Chris Rivera, wie die Freiburger den Weg aus der Negativspirale finden können.

 

Chris Rivera, eine Bus-Heimfahrt aus Lugano kann lange dauern, besonders nach einer 2:8-Niederlage wie am letzten Samstag…

Es war sicherlich eine dieser Rückfahrten, während der du dich im Car nicht gut fühlst. Die Stimmung war angespannt.

Was war für Sie in Lugano das Enttäuschendste gewesen?

Unsere Haltung. Die Einstellung stimmte nur phasenweise, zudem fehlte die Konstanz. Wir müssen wieder dorthin zurückkehren, wo wir bei Saisonbeginn gestanden haben. Damals waren wir über die 60 Spielminuten konzentriert gewesen. Jetzt verzeichnen wir in jedem Spiel Hochs und Tiefs. Wir müssen schwächere Abschnitte besser kontrollieren. Und wir müssen wieder an unser Spielsystem glauben.

In Lugano machte Gottéron einen schnellen 0:2-Rückstand wett, brach aber nach dem 2:3 komplett ein…

Tatsächlich kamen wir stark zurück und konnten Lugano dann im zweiten Drittel gar einschnüren. Doch dann fiel wie aus dem Nichts der Gegentreffer. Der zog uns den Boden unter den Füssen weg.

Nun ist Gottéron definitiv mitten im Strichkampf angekommen. Wie gehen Sie mit dieser schwierigen Situation um?

Dass auch wir ein Tief haben würden, war zu erwarten gewesen. Alle Teams durchleben in einer Saison früher oder später eine solche Phase. Wir werden nun herausfinden, ob wir als Mannschaft Charakter haben. Gut auszusehen, wenn es läuft, ist schön, jetzt aber gilt es zusammenzustehen, und jeder Einzelne muss seinen Job erfüllen.

Yannick Rathgeb und Flavio Schmutz im Videointerview:

Die aktuelle Lage kennt Gottéron aus der Vergangenheit zur Genüge. Werden Erinnerungen an letzte Saison wach?

Nein, die letzte Saison ist Geschichte. Wir haben neue Spieler, der Staff hat geändert, daran denke ich nicht.

Zweifeln Sie?

Nein. Wie bereits gesagt, schlechte Phasen gibt es bei allen Mannschaften. Klar ist jedoch, dass wir jetzt einen Sieg brauchen. Wir stehen vor einer entscheidenden Woche, die am Dienstag mit dem Spiel in Lausanne beginnt.

Hat sich die Ansage von Trainer Mark French zuletzt geändert? Spricht er mehr mit den Spielern?

Nicht wirklich. Ich denke auch nicht, dass der Impuls jetzt primär vom Trainer kommen muss. Wir als Team stehen in der Pflicht. Sicher gilt es, die Anweisungen des Trainers zu befolgen, aber wir Spieler müssen zeigen, dass wir fähig sind zu reagieren.

Welche Spieler können die Mannschaft mitreissen?

Slater, Birner, Bykow und ich sind sicher da, um das Team anzuführen. Klar fehlen uns wichtige Spieler verletzungsbedingt, aber das ist kein Grund, Spiele zu verlieren. Wir müssen jetzt zurückschlagen.

Angesichts der Tabellenlage bleibt Gottéron nichts anderes übrig…

Natürlich wissen wir, wo wir stehen. Die Rangliste ist wichtig. Die Spiele bis Weihnachten gegen Lausanne, Ambri und Bern sind hinsichtlich der Playoff-Qualifikation wegweisend. Wir müssen wieder einen Weg finden, um die Spiele zu gewinnen, so wie im Herbst. Das geht nicht zuletzt über die Freude am Spiel.

Welches wird das Schlüsselwort sein, um in die Erfolgsspur zurückzukehren?

Da gibt es viele. Wenn ich eines auswählen muss, dann ist es die Einstellung. Zuletzt spielten wir, um nicht zu verlieren. Wir müssen jetzt wieder beginnen, zu spielen, um zu gewinnen. Dafür müssen wir die Kampfhandschuhe anziehen und dreckige Tore erzielen. Nur so werden wir wieder Erfolg haben.

Der heutige Gegner

Die Fakten zum HC Lausanne

• Mit Dustin Jeffrey (9 Tore, 29 Assists) und Nicklas Danielsson (18 Tore, 17 Assists) führen gleich zwei Spieler des LHC die Skorerliste der National League an.

• Im Saisonvergleich führen die Waadtländer gegen Gottéron mit 2:0 Siegen (3:2-Heimsieg im Penaltyschiessen und 4:0-Erfolg im St. Leonhard).

• Lausanne hat das schlechteste Boxplay der Liga. In jedem vierten Unterzahlspiel kassieren die Waadtländer einen Gegentreffer.

• Zuletzt musste Lausanne auf die verletzten Borlat, Gobbi, Nodari, Trutmann und Vermin verzichten.

Aufstellung

Wieder mit Brust und Holos

Heute in Lausanne kann Trainer Mark French wieder auf Brust (CAN) und Holos (NOR), die letzte Woche mit ihren Nationalteams unterwegs waren, zurückgreifen. Verletzt sind weiter Cervenka, Sprunger, Glauser und Schilt. Fehlen wird heute zudem Ersatzgoalie Waeber, der sich in Lugano im Warm-up eine Blessur am Knie zugezogen hat. Waeber muss sich operieren lassen und fällt vier bis sechs Wochen aus. Fraglich ist Fritsche.

fs

 

 

Heute spielen

SC Bern - Kloten 19.45 Servette - Ambri 19.45 Lausanne - Gottéron 19.45 Lugano - Davos 19.45 SCL Tigers - Biel 19.45 ZSC Lions - EV Zug 19.45