Fussball 30.10.2017

FC Freiburg im Wechselbad der Gefühle

Viel Verkehr vor dem Tor der Genfer bei einem Eckball.
Freiburg hat gestern im 1.-Liga-Spiel gegen Etoile Carouge in der Schlussphase den 2:2-Ausgleich erzielt und sich in extremis einen Punkt gesichert. Die Pinguine hätten die Partie gegen die Genfer aber auch gewinnen können.

In einer sehr guten und spannenden 1.-Liga-Partie zwischen Freiburg und Etoile Carouge gab es keinen Sieger und ein alles in allem gerechtes Unentschieden. Freiburg ging früh in Führung, kassierte aber den Ausgleich noch vor der Pause mittels Penalty. Als die Genfer zehn Minuten vor Schluss in Führung gingen, sah es nach einer Niederlage für die Pinguine aus, doch sie kämpften wie immer und erzielten den verdienten Ausgleich fünf Minuten vor Schluss.

Freiburgs frühe Führung

Nach der Niederlage am letzten Wochenende musste der FC Freiburg reagieren, doch mit Etoile Carouge traf man auf einen Gegner, der in aufsteigender Form ist und viele Tore schiesst. So war man gewarnt und startete sehr engagiert. Mehdi Benhadouche kam bereits nach drei Minuten zu einem Freistoss, den der Genfer Torwart aber mit einem tollen Reflex abwehrte. Vier Minuten später machte es Benhadouche besser: Nach einem mustergültigen Pass von Jonatan Quintero tauchte er alleine vor dem Genfer Goalie auf und hatte keine Mühe, die 1:0-Führung zu erzielen.

Freiburg powerte weiter, kam aber vorerst zu keiner weiteren klaren Torchance. Nach und nach glich sich die Partie aus, auch weil sich der FCF etwas zu sehr zurückzog und so den Gegner ins Spiel finden liess. So kam Carouge immer mehr auf und auch gefährlich vors Freiburger Tor. Nach gut einer halben Stunde wurde die Abwehr der Pinguine mit einem weiten Pass ausgespielt, und Goalie Sléo Freiburghaus blieb fast nichts anderes übrig, als den heranstürmenden Hamza Kari mit einem Foul zu stoppen. Den fälligen Strafstoss verwertete Carouges Torschütze vom Dienst, Dylan Dugourd, sicher zum Ausgleich. Bis zur Pause gab es dann noch die eine oder andere Halbchance, aber nichts Zwingendes.

Freiburg zeigt Moral

Nach der Pause war es eine unterhaltsame Partie mit Vorteilen für das Heimteam. So kam vorerst Hélder Machado zu einer Chance (47.), dann Bryan Marques, als er aus nächster Nähe den Torwart anschoss (56.). Carouge als wirklich gutes Team konterte und wäre kurz darauf fast in Führung gegangen, doch Freiburghaus klärte mirakulös gegen den allein auftauchenden Kari (59.). Das Spiel wogte hin und her, und es hätte auf beide Seiten kippen können. Als Dugourd zehn Minuten vor Schluss alle Gegenspieler stehen liess und sein Team in Führung brachte, sah es nicht mehr gut aus für Freiburg. Doch das Team von Trainer Ismail Djelid hat Ressourcen und gibt nie auf, wie sie bereits im Derby gegen den SC Düdingen bewiesen haben. In der Schlussphase sah Kari von Carouge die Rote Karte, und gleich mit dem folgenden Angriff gelang Freiburg der Ausgleich. Venad Efendic traf mit einem Schlenzer in die entfernte Torecke. Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff.

Das Unentschieden hinterliess bei Freiburgs Mittelfeldspieler Marques ein zwiespältiges Gefühl: «Einerseits bin ich froh, dass wir noch ausgeglichen haben. Aber wir wollten eigentlich gewinnen und hatten die Möglichkeit dazu. Der zweite Gegentreffer hat aber alles schwieriger gemacht, das hätte so nicht passieren dürfen. Aber zwischen zwei guten Teams ist es so, es kann auf beide Seiten kippen.»

Telegramm

Freiburg - Etoile Carouge 2:2 (1:1)

St. Leonhard. – 250 Zuschauer. Tore: 7. Benhadouche 1:0. 31. Dugourd 1:1 (Foulpenalty). 80. Dugourd 1:2. 87. Efendic 2:2.

FC Freiburg: Freiburghaus; Baizidi, Bize, Ndarudgenwamo, Bamele (83. Nucera), Machado, Marques, M’Sabeg, Efendic (89. Ademi), Benhadouche (70. Nzinga); Quintero.

Etoile Carouge: Guedes; Reymond, Oyono, Bah, Beuchat; Kari, Meireles, Kernou (73. Fernades), Robin; Dugourd, Alaj (65. M’Baye).

Bemerkungen: Freiburg ohne Phi (gesperrt) sowie ohne Rendon, Rebronja und Bouzenna (verletzt). – Platzverweis: 87. Kari (Tätlichkeit).