Freiburg 14.02.2018

Agglo Freiburg geht bei den Park- and-Ride-Anlagen über die Bücher

Die Park-and-Ride-Anlage in Bürglen ist zu weniger als 20 Prozent ausgelastet.
Schlechte Auslastung, gefälschte Abonnemente, unberechtigte Inhaber: Die Agglo hat ihre Probleme mit den Park-and-Ride-Anlagen. Nun packt der Vorstand die Sache an.

Das Anliegen der Agglomerationsräte Eleonora Schneuwly (FDP, Freiburg) und Pierre-Alain Perritaz (SP, Freiburg) war schlicht: Sie beantragten in einem Postulat eine Machbarkeitsstudie für eine neue Park-and-Ride-Anlage in der Nähe der Bushaltestelle Portes de Fribourg. Die Antwort des Vorstands fällt nun grundsätzlich aus. Ja – grundsätzlich sehen bereits das zweite und dritte Agglomerationsprogramm unmittelbar bei der Autobahnausfahrt Freiburg-Nord eine weitere P+R-Anlage vor. Aber – vorher muss die Agglomeration Verbesserungen beim Betrieb, Marketing und Aboverkauf bestehender Anlagen vornehmen und sich Klarheit über sinnvolle Standorte und die Anzahl Parkplätze verschaffen. Denn nicht alle P+R-Anlagen rentieren gleich gut. So beträgt der Nutzungsgrad für das P+R-Angebot in Marly-­Cor­ba­roche 90 Prozent, in Bürglen weniger als 20 Prozent.

Verkauft an Unberechtigte

Bei Kontrollen durch die Gemeinden wurde zudem festgestellt, dass Abonnemente gefälscht oder an Personen verkauft worden waren, die ihren Wohnsitz in einer Agglogemeinde haben – was verboten ist. Vor allem Letzteres sei ein echtes Problem, sagt Félicien Frossard, Generalsekretär der Agglo Freiburg, den FN. Vermutlich sei das Verkaufspersonal nicht ausreichend geschult gewesen. Bisher waren die SBB für den Abonnementsverkauf zuständig. Neu sollen die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF das übernehmen. «Die SBB wollten die Aufgabe sowieso abgeben.» Aber auch gegen die Fälschungen soll etwas unternommen werden; die Abos aus Papier sollen ersetzt werden.

Lösen die TPF die SBB ab?

Ob die TPF künftig den Verkauf von P+R-Tickets übernehmen werden, muss vom Agglomerationsrat im Rahmen der Revision des P+R-Reglements abgesegnet werden. Diese Revision wurde vom Vorstand lanciert und soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Gemäss Frossard geht es dabei in erster Linie darum, die Preise anzupassen und das Marketing zu verbessern. «Im Vergleich zu anderen Agglomerationen ist Freiburg sehr günstig. Zudem werden einige Anlagen schlecht genutzt, was auch auf das Marketing zurückzuführen ist.»

Pendlerströme besser kennen

Das sei aber nur ein Grund. Ob eine P+R-Anlage gut laufe, hänge auch von anderen Faktoren ab, so Frossard. «Es geht darum, ein besseres Gesamtbild zu bekommen.» Dazu will der Agglovorstand noch im laufenden Jahr eine Studie in Auftrag geben, welche die Pendlerströme erfasst und Schlüsse über mögliche Standorte und die jeweilige Grösse von Austauschparkplätzen in der Agglo erlaubt.

Auf der Grundlage der Ergebnisse soll dann 2019 auch eine Antwort in Bezug auf einen neuen Standort bei der Bushaltestelle Portes de Fribourg (Linie 1) erfolgen. «Es wird um die Anzahl der Parkplätze gehen und darum, ob die Anlage beim Einrichtungshaus Conforama oder anderswo sein soll», sagt Generalsekretär Félicien Frossard.

Zahlen und Fakten

Park-and-Ride ist noch ausbaufähig

Die Agglo zählt sieben Park-and Ride-Anlagen, die von den jeweiligen Gemeinden betrieben werden: Freiburg – La Chassotte, 104 Parkplätze; Freiburg – Heitera, 100 Plätze; Villars-sur-Glâne – La Grange, 49 Plätze; Avry Rosé, 60 Plätze; Freiburg – St. Leonhard, 562 Plätze; Marly – Corbaroche, 110 Plätze; Freiburg – Bürglen, 40 Plätze.

rsa