Freiburg 13.10.2017

«Zweisprachigkeit darf etwas kosten»

Die FDP der Stadt Freiburg will, dass Freiburg nach einer Fusion zu Grossfreiburg offiziell zweisprachig wird, einen tiefen Steuersatz hat und eine Seilbahn baut.

Drei Frauen und sechs Männer hat die Stadtfreiburger FDP-Sektion am Mittwochabend vorgestellt: Sie wollen alle einen der zehn Sitze holen, die der Stadt in der konstituierenden Versammlung für die Fusion Grossfreiburgs zustehen. Fünf der neun Kandidaten sind deutsch- oder zweisprachig aufgewachsen. «Die Zweisprachigkeit ist für uns ein wichtiges Thema», betonte Präsident Christophe Bettin an der Generalversammlung.

Antworten auch auf Deutsch

Ein Bürger, der eine Amtsstelle auf Deutsch kontaktiere, müsse in Zukunft auch auf Deutsch eine Antwort erhalten, sagte Bettin den FN. «Wir haben mit unseren zweisprachigen Schulen ein riesiges Potenzial, aber wir nutzen es nicht.» Darf die Zweisprachigkeit denn auch etwas kosten? «Ja», sagte Bettin – diese Investitionen würden sich eines Tages auszahlen, und sie seien wichtig, wenn sich Freiburg als starker Wirtschaftsstandort etablieren wolle.

Die Verwaltung solle aber nicht nur zweisprachig funktionieren, sondern vor allem effizient. «Wir wollen die Bürokratie reduzieren», sagte Bettin, als er die freisinnige Vision Grossfreiburgs skizzierte. Freiburg solle nach einer Fusion zudem steuerlich attraktiv bleiben, sowohl für Private als auch für Unternehmen.

«Métrocâble» bis nach Marly

Und: Engpässe in der Verkehrsinfrastruktur sollen angepackt werden. Um das Stadtzentrum zu entlasten, setzt die FDP darum weiterhin auf ein «Métrocâble», eine städtische Seilbahn. Für das Kernstück vom Bahnhof bis zum Kantonsspital muss der Staatsrat einen Bericht erstellen; der Grosse Rat hatte vor zwei Jahren ein entsprechendes Postulat aus den Reihen der FDP gutgeheissen. Generalrat Raphaël Casazza sprach am Mittwoch sogar von einer Erweiterung der Seilbahn – bis nach Marly und Corminboeuf. Gemeinderätin Antoinette de Weck meinte, die Seilbahn würde somit symbolisch für die Fusion stehen: «Sie würde durch Grossfreiburg als Ganzes führen.»

De Weck und Casazza sind beide Kandidaten für die kon­st­it­uie­ren­de Versammlung. Auch Präsident und Generalrat Christophe Bettin steigt ins Rennen. Mit David Aebischer, Océane Gex, David Krienbühl, Eleonora Schneuwly-Aschwanden und Jean-Pierre Wolhauser sind fünf weitere Generalräte auf der FDP-Liste; Serge Brunner vervollständigt diese. Alle wurden von den 14 Anwesenden mit Applaus nominiert.

Wahltag ist am 26. November

Die Wahlen für die konstituierende Versammlung finden am 26. November statt. Die Fusionsverhandlungen beginnen am 1. Februar. Das Gremium wird unter anderem eine Fusionsvereinbarung ausarbeiten und erste Verpflichtungen beschliessen.