Freiburg 27.12.2017

Die Schule ist gewappnet

Der Freiburger Staatsrat versucht, die rasante Entwicklung neuer Informationstechnologien sowohl bei der Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer wie auch im Unterricht auf allen Stufen aufzunehmen.

Soziale Netzwerke, Homepages, Software, Datenmanagement, Videos und interaktive Medien – die digitale und vernetzte Welt ist längst auch Teil des Unterrichts in den Schulen geworden. In einem parlamentarischen Vorstoss wollten die beiden CVP-Grossräte Gabrielle Bourguet (Granges) und André Schoenenweid (Freiburg) wissen, wie die Freiburger Kantonsregierung sicherstellen will, dass sich die Jugendlichen die nötigen Kompetenzen für die Medien- sowie die Informations- und Kommunikationstechnologien aneignen. Sie wollten auch wissen, wie diese beim Unterricht in die Stundentafel einfliessen und wie die Lehrerinnen und Lehrer für diese neuen Bereiche geschult und ausgebildet werden.

Einiges ist in Planung

In seiner ausführlichen Antwort beruhigt der Staatsrat die beiden Parlamentsmitglieder. Es gebe diverse Angebote für Lehrpersonen im Zusammenhang mit dem Umgang mit den neuen Technologien, und einiges sei in Planung. Hilfestellung komme zum Beispiel von der 2001 gegründeten Fachstelle Fri-Tic. Diese ermögliche es, die für Medien- sowie Informations- und Kommunikationstechnologien zuständigen Lehrpersonen auszubilden.

Wie der Staatsrat weiter schreibt, hat er im Mai 2017 ein kantonales Konzept für die Integration von Medien sowie Informations- und Kommunikationstechnologien in den Unterricht 2017–2021 verabschiedet. Darin sind neun Hauptziele definiert, die auch in den Lehrplan einfliessen sollen.

In den Unterricht integrieren

Im Konzept geht es um Personalressourcen, Aus- und Weiterbildung, um pädagogische, materielle und technische Ressourcen sowie um Prävention und Intervention. Arbeitsgruppen seien nun daran, die Ziele koordiniert umzusetzen. «Das Konzept sieht Massnahmen vor, um sicherzustellen, dass Medien- sowie Informations- und Kommunikationstechnologien in den Unterricht integriert und nicht nur von gewissen Lehrpersonen periodisch genutzt werden», schreibt der Staatsrat in seiner Antwort an die beiden CVP-Abgeordneten.

Herausforderung Weiterbildung

Zentrale Herausforderung sei die Grundausbildung und Weiterbildung der Lehrpersonen in diesen fächerübergreifenden Kompetenzen. Auch an der Pädagogischen Hochschule gebe es entsprechende Ausbildungen für angehende Lehrerinnen und Lehrer. Ebenso seien in den Mittelschulen Anpassungen der Lehrpläne geplant; auch hier sei eine Arbeitsgruppe am Werk. Vorgesehen sei, die neue Ausrichtung des obligatorischen Fachs per Schuljahr 2018/19 einzuführen. Der Lehrplan 21 sieht auf Stufe deutschsprachige obligatorische Schule ein Modul «Medien und Informatik» vor. Auf allen drei Zyklen und fächerübergreifend sollen den Jugendlichen Kompetenzen in Medien, Anwendung und Informatik vermittelt werden.

Auch in den Unterricht nach der obligatorischen Schulzeit fliessen die Medien- sowie Informations- und Kommunikationstechnologien ein. Sie werden als Unterrichtsmittel oder als Unterrichtsthema genutzt. Zudem gebe es auf natio­naler Ebene Programme wie «Jugend und Medien», und auf kantonaler Ebene habe der Staatsrat kürzlich die Strategie «I mache mit» verabschiedet, heisst es in der Antwort des Staatsrats.

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