Freiburg 22.12.2017

Strukturen des Hochbauamtes werden analysiert

Die Strukturen des Hochbauamtes werden durchleuchtet und das Amt wird reorganisiert. Dies auch als Folge der Pannen beim Schumacher-Gebäude und bei der Fischzuchtanlage in Estavayer-le-Lac.

Die aktuelle Struktur des kantonalen Hochbauamtes sei nicht mehr geeignet für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Bereich der Bauten und der Verwaltung von Grossprojekten. Die Dossiers für staatliche Hochbauprojekte und Gebäude würden seit einigen Jahren immer komplexer. Dies schreibt die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion in einer Mitteilung. Aus diesem Grund hat die Direktion einen Analyse- und Reorganisationsprozess eingeleitet. Wie Staatsrat Jean-François Steiert, Vorsteher diese Direktion, auf Anfrage erklärt, gibt es zwei Gründe für diesen Entscheid. Zum einen sind es die Vorkommnisse beim geplanten Kauf des Schumacher-Gebäudes in Schmitten und bei der Fischzucht in Estavayer-le-Lac (die FN berichteten). Bekanntlich musste der Kanton letzten Juni kurzfristig auf den geplanten Kauf des Schumacher-Gebäudes verzichten, weil sich trotz vorgängiger Prüfung herausgestellt hatte, dass die Böden im Gebäude nicht stark genug für das dort geplante Kulturgüterlager wären. Bei der Fischzucht in Estavayer-le-Lac war es zu massiven Funktionsstörungen in der Erbrütungsanlage gekommen. Die Hintergründe wurden bereits von einer technischen Expertise durchleuchtet und auch eine Administrativuntersuchung soll Aufklärung über die Verantwortung bringen (die FN berichteten). Es gehe nun darum, die Strukturen und Abläufe anzupassen, damit so etwas nicht mehr passiere.

Mehr eigene Gebäude

Als zweiten Grund nennt Jean-François Steiert die bereits mehrfach geäusserte Absicht des Staates, künftig vermehrt zum Eigentümer von Gebäuden zu werden. Der Staat zahle momentan 20 Millionen Franken an Miete. Wenn das Kapital da sei und die tiefen Zinsen anhalten würden, dann sei es besser, eigene Gebäude anzuschaffen. «Selber bauen oder kaufen, je nach Situation», führte er aus. Um diese Strategie umzusetzen, brauche es eine bessere Übersicht der Prozesse und des heutigen Besitzstandes, etwa was Kosten und Energienutzung betreffe. Die Analyse werde zeigen, wie man mit der gleichen Anzahl Personen besser und effizienter arbeiten könne. Es werde viel Arbeit geleistet, doch fehle es zuweilen an Systematik.

Bis zum Sommer 2019

Der jetzt eingeleitete Prozess sieht vor, dass eine mit externen und internen Personen besetzte Arbeitsgruppe in einem ersten Schritt die aktuellen Prozesse analysieren und die Bedürfnisse der Kantonsverwaltung erfassen wird. Dies soll bis zum nächsten Sommer dauern. Dann folgt die zweite Phase, für die ein Jahr Zeit angesetzt ist: Die Arbeitsgruppe macht Vorschläge, wie das Hochbauamt optimiert werden kann.

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