Uni Freiburg 10.11.2017

Studenten über die Gebühren-Erhöhung

Sechs Studenten der Uni Freiburg äussern sich zu der Erhöhung der Studiengebühren im nächsten Jahr.

Lydia Schmid (21) aus dem Thurgau studiert Sozialarbeit/Sozialpolitik

«Meine Eltern kommen für das Studium und für meine Miete auf. Um das Essen und alles andere, was ich zum Leben brauche, zu bezahlen, arbeite ich 20  Prozent im Service. Im Monat beträgt mein Budget ohne Miete etwa 600  Franken, wovon ich aber auch einen grossen Teil für meine nächsten Reisen sparen möchte. Die Miete ist das Teuerste, obwohl man sich in Freiburg mit den Mietpreisen ziemlich glücklich schätzen kann. Ehrlich gesagt hat die Erhöhung der Semestergebühren keine direkten Auswirkungen auf mich, da meine Eltern die Gebühren bezahlen. Ich bin glücklich, hier studieren zu dürfen.»

 

Alessia Laura Giammancheri (21) aus St.Gallen studiert Rechtswissenschaften

«Die Semestergebühren zahle ich mit meinem Ersparten aus dem Zwischenjahr, in dem ich mir jeden Monat Geld auf die Seite gelegt habe, um es gezielt in das Studium zu investieren. Auch die Bücher zahle ich selber, meist dank kleinen Nebenjobs. Meine Eltern zahlen mir den Rest: Wohnung, Krankenkasse, Essen und Zugbillett. 3300  Franken ist mein Budget für drei Monate. Die Gebührenerhöhung bedeutet für mich, dass mein eingeplantes Geld, das ich mir im Zwischenjahr erarbeitet habe, wahrscheinlich nicht bis zum Abschluss meines Studiums reichen wird. Das heisst: Ich muss mich an meine Eltern wenden.»

 

Maurizio Raselli (25) aus Graubünden studiert Geschichte und Englisch

«Ich bekomme ein Stipendium von meinem Kanton, arbeite in den Semesterferien als Bademeister, und meine Eltern helfen mir. Wie hoch mein Budget ist, ist schwer zu sagen. Das muss jedes Semester von neuem gerechnet werden. Pro Monat versuche ich, ohne Krankenkasse und GA unter 1000  Franken zu bleiben. Das Teuerste am Studium sind die Fixkosten – GA, Krankenkasse, die Miete, Schulgebühren und Essen. Die Erhöhung der Gebühren bedeutet für mich: Ich werde mehr arbeiten müssen und weniger ausgeben können. Das heisst: weniger Zeit fürs Studium, weniger Lebens­qualität.»

 

Alexander Röösli (22) aus Luzern studiert Sozialanthropologie/Germanistik

«Ich finanziere mein Studium aus einem kantonalen Stipendium, eigenen Ersparnissen aus meiner vorhergehenden Berufslehre und Nebenjobs. Meine Eltern führen einen Landwirtschaftsbetrieb und haben noch zwei Kinder in Ausbildung. Dort ist die finanzielle Lage also ebenfalls angespannt. Mein Budget für ein Semester beträgt 12 000  Franken, für einen Monat 2000  Franken. Die Erhöhung der Semestergebühren bestätigt eine generelle Tendenz. Auf der einen Seite nehmen die Studienkosten zu, auf der anderen Seite wird der Zugang zu Stipendien erschwert.»

 

Jan Zumoberhaus (22) aus Luzern studiert Zeitgeschichte/Umweltwissenschaften

«Bei mir sind es vor allem die Eltern, die das Studium bezahlen. Ich bin allerdings bereits beim Abschluss meines Bachelorstudiums. In den Semesterferien habe ich auch Nebenjobs, so war ich dieses Jahr auf einem Bauernhof. Mein Budget beträgt 2000 bis 2500  Franken pro Monat – mit der Krankenkasse, die meine Mutter bezahlt. Das Teuerste ist für mich das Wohnen. Ich komme aus dem Kanton Luzern, und da wäre es sehr schwierig zu pendeln. Die Erhöhung der Studiengebühren wird mich persönlich wohl kaum mehr betreffen. Und dennoch möchte ich Solidarität mit zukünftigen Studenten zeigen.»

 

Anna Altin (20) Jahre aus dem Tessin studiert Psychologie

«Meine Eltern bezahlen für mein Studium, und ich bekomme eine finanzielle Unterstützung des Kantons Tessin. Während der Ferien arbeite ich als Kassiererin oder Promoterin. Ungefähr 6000  Franken habe ich als Budget für ein Semester, inklusive Miete und Semestergebühren. Pro Monat habe ich 600  Franken zur Verfügung, ohne Miete. Für mich bedeutet die Erhöhung der Semestergebühren, dass ich weniger Geld haben werde. Deswegen werde ich mehr Geld von meinen Eltern benötigen. Aber ich würde sicher hier bleiben, weil für mich eine gute Ausbildung sehr wichtig ist.»