FREIBURG 09.02.2018

Überbetriebliche Kurse erhalten wieder mehr Geld

Erstmals wurde ein Stück des Struktur- und Sparmassnahmenpakets von 2013 vom Grossen Rat rückgängig gemacht.

Mit der Rückkehr zum ursprünglichen Finanzierungskonzept der überbetrieblichen Kurse in der Berufsbildung hob der Grosse Rat gestern erstmals ein Teilstück des Struktur- und Sparmassnahmenpakets aus dem Jahr 2013 (die FN berichteten) auf – und zwar mit 59 Ja- gegen 36 Nein-Stimmen. Diese verliefen quer über die Fraktionsgrenzen hinweg. Drei Parlamentarier enthielten sich der Stimme. Damit wurde die qualifizierte Mehrheit von 56 Stimmen, welche für die Überweisung des Geschäfts nötig war, nur um drei Stimmen übertroffen.

Das Anliegen ging auf einen parlamentarischen Auftrag von Daniel Bürdel (CVP, Plaffeien) und neun Mitunterzeichnern zurück und löste eine ordnungspolitische Debatte über das Struktur- und Sparpaket aus. Bürdel selbst wies in der Debatte darauf hin, wie oft Lehrmeister selbst ihre Freizeit opferten, um ihren Lehrlingen eine angemessene Berufsbildung zu bieten – und wie sich immer mehr Betriebe aufgrund des steigenden administrativen Drucks dazu entschliessen würden, gar keine Lehrlinge mehr auszubilden. Alt-Ratspräsident Bruno Boschung (CVP, Wünnewil) konterte – gegen die Meinung seiner Fraktionsmehrheit –, dass es nicht angehe, einzelne Brocken aus dem Struktur- und Sparmassnahmenpaket herauszulösen. Damit würde man entsprechenden weiteren Begehrlichkeiten Tür und Tor öffnen. Stattdessen kündigte er an, gemeinsam mit Nadia Savary-Moser (FDP, Vesin) demnächst ein Postulat einzureichen, um sich beim Staatsrat nach dem allgemeinen Stand der Dinge bei der Umsetzung dieses Massnahmenpakets zu erkundigen.

Die knappe Ratsmehrheit teilte aber schliesslich die Meinung von Bürdel und Jean-Daniel Wicht (FDP, Villars-sur-Glâne), der darauf hinwies, dass die Studierenden im Kanton schliesslich auch vom Staat finanzielle Unterstützung erhalten würden.