Leichtathletik 03.10.2016

«Es war ein Geknorze»

Die Freiburger Spitzenläufer Thomas Meszaros, Jari PIller und Adrian Jenny auf dem Weg Richtung Courtepin.
Bild Corinne Aeberhard
Sein dreiwöchiger Aufenthalt im Höhenzimmer in Magglingen schlug sich für Andreas Kempf nicht unmittelbar nieder. Er wurde zwar bester Freiburger am Murtenlauf, die Leistung war aber durchwachsen.

Einen Top-10-Platz oder gar eine Rangierung unter den besten sechs, wenn es denn aussergewöhnlich laufen sollte, hatte sich Andreas Kempf für seine zweite Teilnahme am Murtenlauf erhofft. Am Ende blieb dem Heitenrieder Rang 12, nachdem er bei seiner Premiere 2014 noch Elfter geworden war. Mit der Zeit von 57:38 blieb er dafür um 13 Sekunden unter seiner damaligen Zeit. «Ich hatte von Beginn weg schwere Beine, und in den Steigungen fehlte es an der Kraft», gab der 28-Jährige im Ziel zu Protokoll. Kempf hatte die Spitze um den späteren Sieger Tadesse Abraham schon früh ziehen lassen müssen und kam deshalb zum Fazit: «Es war ein Geknorze.»

Er habe bereits die Tage vor dem Murtenlauf im Training nicht die besten Beine gehabt und sei nicht mit einem guten Gefühl von Magglingen angereist. Dort hatte der Halb-Marathon-Goldmedaillengewinner mit dem Team an der EM in Amsterdam die vergangenen drei Wochen im Höhenzimmer verbracht. In diesem wird der Sauerstoffgehalt reduziert und so künstlich eine Atmosphäre wie in den Bergen simuliert. Durch die daraus resultierende Erhöhung der roten Blutkörperchen versprechen sich die Läufer eine grössere Leistungsfähigkeit. Ob der Test mit seiner gestrigen Vorstellung gescheitert sei, wollte er noch nicht beurteilen. «Vielleicht war ich auch nur ein wenig müde, weil ich die letzten Tage viel trainiert habe.» Bis Freitag kehrt er nun ins Höhenzimmer zurück, ehe es ins Tessin in ein Trainingslager geht. Dort bereitet er sich auf die Qualifikation für die Cross-EM vor. «Auf die misslungene Generalprobe folgt hoffentlich eine erfolgreiche Premiere», so Kempf.

Piller und Huber glücklich

Spürbar glücklicher mit seiner Leistung war Jari Piller, der in 59:23 Minuten als 18. und damit als zweitbester Freiburger im Ziel einlief. «Der Murtenlauf ist immer ein hartes Rennen. Heute jedoch war es noch härter als sonst», sagte der Stadtfreiburger – sichtlich geschafft. Als er gestern mit Halsschmerzen aufgewacht sei, habe er nicht gewusst, wie es für ihn laufen werde. «Ich musste mental extrem kämpfen und habe gar ans Aufgeben gedacht.» Schliesslich biss er sich durch – dies zu Recht. «Der Parcours fordert dir alles ab. Es geht ständig rauf und runter, so dass du nie Zeit hast, um dich zu erholen.»

Mit Rang 22 eine starke Leistung bot auch Erich Huber. Der Rechthaltner blieb unter der ominösen Marke von einer Stunde (59:36). «Damit habe ich mein Ziel erreicht», freute sich der erfahrene Läufer, der langsam, aber sicher wieder an seine früheren Leistungen anknüpfen kann, nachdem er 2014 noch überlegen den Freiburger Lauf-Cup gewonnen hatte, dann aber monatelang wegen eines Nervs im Fuss ausser Gefecht gesetzt gewesen war. «Um unter einer Stunde zu bleiben, musste ich Risiken eingehen.» Für Huber haben sich diese ausbezahlt.

Vor Jahresfrist noch als bester Freiburger auf dem Georges-Python-Platz im Ziel angekommen blieb Adrian Jenny gestern nur der 32. Platz. «Bereits nach fünf Kilometern musste ich Piller und Huber ziehen lassen.» Überraschend kam das für den Düdinger nicht. «Seit sechs, sieben Wochen habe ich mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen.» Er habe deshalb schon anhand der Trainingsleistungen erkennen können, dass es nicht zu einer Top-Zeit reichen würde. In 1:01:07 blieb er denn auch über einer Stunde. «Speziell die Steigungen waren wegen der Achillessehne hart und schmerzhaft.» Eigentlich wäre schon nach dem Romont-Lauf eine Pause zuträglich gewesen, so Jenny, «aber dann habe ich es doch bis zum Murtenlauf durchgezogen».

Noch vor Jenny kamen Thomas Meszaros (24., Meyriez –im Vorjahr der zweitbeste Freiburger), Victor Barbosa (25., Düdingen) und Mario Morgado (30., Courtaman) nach den fordernden 17,17 Kilometern in Freiburg an.

«Ich hatte von Beginn weg schwere Beine, und in den Steigungen fehlte es an der Kraft.»

 

Andreas Kempf

 

Bester Freiburger