08.11.2017

Blochers Pressefeldzug geht weiter

«Debatte über Zukunft des Journalismus» – FN vom 31. Oktober

Letzte Woche wurde bekannt gegeben, dass die «Basler Zeitung», die auf dem Papier zu einem Drittel dem SVP-Chefstrategen Christoph Blocher gehört, und die Tageszeitung «Südostschweiz» einen gemeinsamen Mantelteil planen. Bereits Ende August dieses Jahres kaufte die BaZ-Holding den Wochenzeitungsverlag der Familie Zehnder mit einer Gesamtauflage von 720 000 Exemplaren. Es handelt sich in diesem Falle um 25 lokale Wochenzeitungen aus den ländlichen Regionen der Ost- und Zentralschweiz sowie der Kantone Zürich, Aargau, Bern und Solothurn. Mit der gezielten Akquisition von Regionalzeitungen sowie mit den geplanten Kooperationsprojekten beherrscht und beeinflusst Christoph Blocher praktisch alle ländlichen Gebiete der deutschsprachigen Schweiz. Hoffentlich wird von diesem journalistischen Feldzug nicht auch eines Tages Deutschfreiburg an der westlichen Sprachgrenze betroffen! Übrigens sind die regionalen Tageszeitungen heute die meistgelesenen Zeitungen der Schweiz. Dazu gehören auch die «Freiburger Nachrichten» und die «Südostschweiz».

In ihrem neusten Positionspapier skizzierte die Eidgenössische Medienkommission (Emek) verschiedene Empfehlungen für die Entwicklung der Schweizer Medienlandschaft. Daraus wird deutlich, dass die Aufrechterhaltung eines vielfältigen Medienangebotes für die Kommission demokratiepolitisch unabdingbar bleibt.

Seit Jahrzehnten aber gelingt es Christoph Blocher als SVP-Chefstratege via Medien jeder Art, seinen Einfluss in den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen der Schweiz geltend zu machen. Wie lange noch?

Joseph Zosso, Schmitten

«Mit der gezielten Akquisition von Regionalzeitungen beherrscht Blocher praktisch alle ländlichen Gebiete der deutschen Schweiz.»