21.12.2017

Landwirtschaft erhalten statt zerstören

Meinungsbeitrag zur aktuellen Debatte über die Landwirtschaftspolitik – diverse Artikel in den FN

Gemäss Verfassung sind die Ernährungssicherheit der Bevölkerung sowie die Multifunktionalität der Landwirtschaft als Prioritäten festgelegt. Dabei soll die Struktur der Familienbetriebe im Mittelpunkt bleiben. Politiker des Bundes sind jedoch der Meinung, kleine Betriebe seien mit grossflächigen auf Dauer nicht konkurrenzfähig. Laut ihrer Agrarpolitik sollen sich letztere auf Marktöffnung und die Bedürfnisse der Gesellschaft, nicht vorab auf jene der Landwirtschaft ausrichten. Durch Strukturwandel und Steigerung ihrer Produktivität sollen die Betriebe wettbewerbsfähiger, der ihnen gewährte Grenzschutz liberalisiert und allfällige Folgen davon abgefedert werden.

Zur Kompensation von fallenden Produktepreisen wurden die Direktzahlungen des Bundes eingeführt. Dies zur Verhinderung der Erosion der bäuerlichen Einkommen, damit sich die Betriebe weiterhin existenzsichernd betreiben lassen – zumindest wenn sie nicht auf Nebenerwerb wie Direktvermarktung ab Hof oder auf andere Beschäftigungen angewiesen sein sollen. Seit Jahren sind die Ausgaben des Bundes für die Landwirtschaft im Verhältnis zu andern Bereichen jedoch am Sinken.

Die Ernährungssouveränität unserer Bevölkerung muss jederzeit durch Leistungen unserer Bauern gewährleistet bleiben. Die stete Gefahr internationaler Konflikte erhöht unseren Bedarf an Eigenständigkeit. Um diese auf Dauer sichern zu können, sind wir auf unseren gut funktionierenden Bauernstand angewiesen. Den im Agrobereich aus Überzeugung tätigen jugendlichen Anwärtern auf Heimwesen ist daher vermehrte Hilfe zu gewähren.

Im Interesse unserer Gesellschaft ist es notwendig, sich für den Erhalt von landwirtschaftlichen Familienbetrieben einzusetzen. Dabei dürfen Entscheide und Massnahmen zukünftiger Agrarpolitik nicht zu kurzsichtig, sondern müssen auf Weitsicht und Nachhaltigkeit ausgerichtet sein.

Hans Brülhart, Luzern