Bienenkrankheiten 20.03.2015

Auch Bienen im Seebezirk betroffen

Bienenhotels – wie hier im botanischen Garten von Freiburg – dienen als Nisthilfen für Wildbienen.Bild Aldo Ellena/a
Lange waren Sauerbrut und Faulbrut kein Thema bei den Imkern im Seebezirk. Im letzten Jahr tauchten diese gefährlichen Bienenkrankheiten aber auch in der Region Murtensee auf.

Für die Imker des Seebezirks war 2014 ein Jahr mit alarmierenden Vorzeichen. Bisher waren ihre Bienen von zwei gefürchteten Krankheiten kaum betroffen: Der Faulbrut und der Sauerbrut. Beides sind bakterielle Erkrankungen, von denen die Maden der Honigbienen betroffen sind. Laut Roland Guignard, Präsident des Imkervereins Deutschfreiburger Seebezirk, waren im letzten Jahr Völker von drei Imkern von den Krankheiten befallen. «Der Seebezirk blieb lange von der Faul- und der Sauerbrut verschont, anders als zum Beispiel der Kanton Bern.» Im Nachbarkanton seien über 100 Imker davon betroffen. «Die drei Fälle bei uns sind im Vergleich immer noch wenig.» Warum Freiburg bisher verschont blieb, sei noch unklar.

Das Aufkommen der Krankheiten ist ein Punkt, auf den Guignard heute Abend im Rahmen der Hauptversammlung des Imkervereins Seebezirk zurückblicken wird. Ein wichtiges Thema für die Imker wird auch ihr 60-Jahre-Jubiläum sein. Obwohl Guignard bescheiden meint: «60 Jahre ist ja kein aussergewöhnliches Jubiläum, aber wir haben trotzdem etwas geplant.»

Öffentliches Bienenhaus

In Büchslen führt der Verein nämlich neu ein Bienenhaus, das ein Imker nicht mehr weiter betreut. «Damit können wir jetzt unsere Aktivitäten besser der Öffentlichkeit vorstellen.» Der Verein will in Zukunft in Büchslen Veranstaltungen durchführen, um Interessierten zu zeigen, wie sie die Bienenvölker unterstützen können, ohne gleich selber Imker zu werden–zum Beispiel mit dem Aufstellen von Bienenhotels. Auch die Bepflanzung von privaten Gärten sei wichtig für den Erhalt von Bienenpopulationen. «Blumen und Sträucher sind ein wichtiger Lebensraum für die Insekten.»

Erfreulich ist für den Präsidenten des Imkervereins auch, dass sich nach wie vor viele Leute neu für das Imkern begeistern. «Wir haben regelmässig Neu-Imker im Verein.» Wichtig sei, dass sie geschult werden: «Das Arbeiten mit Bienen ist nicht einfach. Es sind lebende Tiere, die das ganze Jahr über gepflegt werden müssen», so Guignard. Der Imkerverein bietet deshalb zweijährige Kurse an, die aus Theorieblöcken und Praxisausbildungen bestehen. Nicht alle, die neu als Imker anfangen, bleiben es auch: «Nach ein paar Jahren hören viele wieder auf. «Wirklich länger dabei bleibt dann noch etwa ein Drittel», sagt Guignard.

«Der Seebezirk blieb lange von der Faul- und der Sauerbrut verschont.»

Roland Guignard

Imkerverein Seebezirk