Murten 02.09.2016

Keramikkunst am Murtner Seeufer

Das Murtner Keramikpanorama ist bei den Ausstellern wie auch beim Publikum sehr beliebt.Bild zvg
Töpfer und Keramiker aus 15 Ländern stellen am Wochenende auf der Pantschau und im Stedtli Murten zum dritten Mal ihre Werke aus. Das Keramikpanorama hat sich zu einem festen Termin in der Agenda der Szene entwickelt.

Zum dritten Mal lädt der Verein Keramikpanorama dieses Wochenende nach Murten zum grossen Treffen der Berufskeramiker, Töpfer, Designer und Künstler aus 15 Ländern auf der Pantschauwiese. Dort wird ein Töpferdorf aufgebaut, dessen Stände auf einem Rundweg erkundet werden können. Unter den rund 100 Ausstellern sind neun Freiburgerinnen und Freiburger sowie Künstler aus Ungarn, Estland, Japan, Grossbritannien und den Niederlanden. Das Motto des Anlasses heisst «Brücken bauen». Besucher und Künstler sollen sich treffen und austauschen können, so die Organisatoren.

Die Aussteller wurden Anfang dieses Jahres aus 170 Bewerbern in einem anonymen Verfahren ausgewählt. Die unabhängige, externe Jury setzte sich aus Präsident Maurizio Ferrari (Kerzers), Sandro Godel (Domdidier) und Martine Seymour-Odier (Publikumspreis 2014) zusammen. Einige Keramiker greifen in ihren Werken das 150-Jahr-Jubiläum des Murtner Elefanten auf und beteiligen sich so an den Feierlichkeiten rund um die Elefanticum-Anlässe.

Standorte auch ausserhalb

Ausgestellt werden unter anderem Designvasen, Porzellanlampen und Teekrüge. Zu sehen sind die Objekte am Hauptstandort auf der Pantschau, aber auch im Stedtli–zum Beispiel in der Vitrine von Murten Tourismus–und beim Museum an der Ryf. Neben den Keramikern haben auch einzelne Institutionen ihre Stände aufgestellt, so Bio Freiburg und die Internationale Keramikschule in der Toskana.

Am Genfersee finden schon länger ähnliche Veranstaltungen statt. Das Keramikpanorama in Murten ging bisher 2012 und 2014 über die Bühne. Der Verein möchte Murten zu einem Eldorado für Fans von allen erdenklichen Arten der gebrannten Erde machen. «Der Anlass hat sich nach nur zwei Ausgaben etabliert», sagt Präsident Peter Fink. «Wir ermöglichen den Austausch unter den Künstlern und zwischen Künstlern und Bevölkerung.» Das Interesse in der «Szene» nach einer Gelegenheit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren, sei gross. Es seien fast doppelt so viele Anmeldungen eingegangen, wie sie hätten aufnehmen können. «Das ist ein gutes Zeichen», ist Fink überzeugt. Erfahrungsgemäss kommen auch die Besucher von weither.

Allerdings: Die Veranstaltung habe eine Grösse angenommen, welche den Verein fast überfordere. Sie hätten dieses Mal zwar jemanden gefunden, der eine Art Geschäftsstelle aufgebaut habe, so Fink, doch mittelfristig müssten sie die Organisationsstruktur überdenken. Auch sei es schwieriger geworden, die nötigen Mittel zu sammeln. «Die Unterstützung durch die öffentliche Hand nimmt ab», so Fink. Um den Anlass besser in Murten abzustützen, hat der Verein mit Sabine Burla eine Einheimische in den Vorstand geholt.

 Gut versteckt zwischen den vielen Keramikern hat es auch einen «Exoten», wie ihn Fink nennt. Von Beginn an gehörte es zum Konzept des Anlasses, auch Schaffende aus anderen Kunstrichtungen einzuladen. Nach Glas und Holz ist dieses Mal Stein dran. Den künstlerischen Kontrapunkt wird eine Steinhauergruppe darstellen.

An der Ausstellung wird ein Publikumspreis verliehen. Besucher können auf einer Wettbewerbskarte ihren Favoriten angeben. Unter den eingereichten Karten werden Preise verlost, unter anderem handgefertigte Objekte einiger Aussteller. Der Gewinner unter den Keramikern wiederum hat laut Mitteilung die Wahl, ob er eine Tonne Ton oder 500 Franken in bar enthalten will.

«Der Anlass hat sich nach nur zwei Ausgaben bereits etabliert.»

Peter Fink

Präsident Verein Keramikpanorama

Zum Programm

Das Stelldichein der Töpferszene

Am Samstag und Sonntag stehen auf der Pantschau entlang der Murtner Strandpromenade rund 100 kleinere und grössere Stände. Keramiker aus allen Sparten präsentieren ihr Kunsthandwerk. In einem Festzelt und an verschiedenen Ständen werden die Gäste mit kulinarischen Spezialitäten versorgt, zu einem grossen Teil in Bio-Qualität.fca