Beaufort9 29.05.2015

«Das Leben ist manchmal stürmisch»

Die Mitglieder von Beaufort9: Daniel Spielmann, Thomas Ackermann, Thomas Piller und David Berthold (v.l.).Bild zvg
Musikalische Kehrtwende: Die Freiburger Band Beaufort9 hat sich neu orientiert. Aus den ehemaligen Rockern sind ruhige Folker geworden, die sich den melancholischeren Themen des Lebens zuwenden.

«Wir erzählen Geschichten, die von Herzen kommen, und geben ihnen einen einfachen musikalischen Rahmen.» So beschreibt Thomas Ackermann die Musik von sich, Thomas Piller, Daniel Spielmann und David Berthold. Zusammen bilden sie die Band Beaufort9 und spielen Singer/Songwriter-Musik mit senslerdeutschen Texten. Obwohl die Formation erst seit rund eineinhalb Jahren besteht, sind die vier Freiburger alles andere als unerfahren. «Schon seit ungefähr 20 Jahren machen wir zusammen Musik», erklärt Thomas Ackermann, der Sänger von Beaufort9, gegenüber den FN.

Musikalisch neu orientiert

Angefangen hat ihre Geschichte jedoch fernab von den sanften und bedächtigen Songs, die Beaufort9 heute spielen. In der Band Anitras Garden haben die vier, zusammen mit anderen Musikern, Hardrock gemacht. «Meine Singer/Songwriter-Seite wollte schon damals aus mir heraus, bei Anitras Garden war das nicht möglich.» So habe er sich entschlossen, etwas Neues zu wagen und mit dem Projekt Beaufort9 eine musikalische Neuausrichtung vorzunehmen. Nach anfänglicher Skepsis hätten sich schliesslich Piller, Spielmann und Berthold ihm angeschlossen.

 Beaufort9 funktioniere nun mit einem komplett anderen Ansatz, erklärt Thomas Ackermann. Bei Anitras Garden hätten die Gitarristen Riffs und das Grundkonstrukt für die Songs geliefert. Darauf habe er anschliessend die Gesangsmelodie und den Text aufgebaut. Nun sei es genau umgekehrt. «Ich liefere Gesangsmelodie, Text und Grobstruktur.» Da die vier so lange zusammenspielen, sei es dann auch viel einfacher, die Songs zu komplettieren. «Sie wissen, was ich will, und ergänzen das mit ihren eigenen Ideen.» So vertraue er seinen Kollegen mittlerweile blind. «Bei diesen Typen weiss ich einfach, dass es gut kommt.» Auch seine Texte könne er nun anders gestalten: «Ich erzähle sehr direkt und verpacke die Texte poetisch.»

Melancholie statt Rebellion

«Das, was bei Anitras Garden nicht mehr funktionierte, passt nun perfekt zu Beaufort9.» Das Rebellische und Aggressive falle weg. Nun könne er das ausdrücken, was ihn bewegt und beschäftigt–ohne in ein Konzept passen zu müssen. «Vielleicht hängt es einfach auch damit zusammen, dass wir alt werden», sagt Ackermann und schmunzelt. Irgendwann sei aber der Zeitpunkt gekommen, ab dem man anders über das Leben nachdenke, fügt Ackermann an, der mittlerweile 40-jährig und Vater einer siebenjährigen Tochter ist. «Statt hartem Sound gibt es nun andere Sachen, die kommuniziert werden müssen.» So kommt es auch, dass die Musik von Beaufort9 melancholisch und tiefgründig daherkommt. Trotzdem sei die Leichtigkeit für Ackermann aber ein wichtiger Teil seiner Musik: «Obwohl die Songs melancholisch und traurig sind, sollen sie trotzdem leicht daherkommen und optimistisch sein.»

Tiefgründiger Bandname

Gleich wie bei ihren Texten steckt übrigens auch hinter dem Namen der Band ein tiefgründiger Gedanke: «Das Leben ist nicht immer nur ein laues Lüftchen, sondern manchmal auch stürmisch», sagt Thomas Ackermann. Die Zahl neun verweise dabei auf die neunte Stufe (Sturm) auf der Beaufort-Skala.

Vorschau

Zweites Konzert von Beaufort9

Morgen Abend spielen Beaufort9 im Soussol T in Tafers. «Nach der Premiere im Fasskeller in Murten ist dieses Konzert erst das zweite, das wir überhaupt spielen», erklärt Thomas Ackermann. Er hoffe darauf, dass im Soussol auch eine so intime Atmosphäre zustande komme, wie beim ersten Konzert in Murten.lp