Riggisberg 08.02.2018

Die Armasuisse wird das Berghaus nicht los

Das Berghaus Gurnigel gehört weiterhin der Armasuisse.
Erneut hat die Armasuisse Verhandlungen für die Übergabe des Berghauses Gurnigel ergebnislos abbrechen müssen. Die Armasuisse verlangt 620 000 Franken für das sanierungsbedürftige Gebäude, so viel will die IG Berghaus nicht zahlen.

Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) versucht seit rund einem Jahr, das Berghaus Gurnigel in andere Hände zu übergeben. Verhandlungen mit Interessenten scheiterten bereits im Mai und im September 2017 (die FN berichteten). Nun wurden die Verhandlungen erneut ergebnislos abgebrochen. Das meldete die «Berner Zeitung» am Samstag.

Einer der Interessenten ist die IG Berghaus. Diese möchte in dem Gebäude ein Restau­rationsangebot, Übernachtungsmöglichkeiten sowie eine Schaukäserei und Angebote im Bereich Sport und Freizeit schaffen. Laut Kai-Gunnar Sievert, Sprecher der Arma­suisse, gab es Gespräche mit der IG für eine Abtretung im Baurecht. Jedoch habe die Gruppierung einen Landkauf bevorzugt. «Aufgrund der geltenden Bestimmungen des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) muss bei einem Landverkauf das Objekt öffentlich ausgeschrieben werden», sagt Sievert.

Dieser Schritt ist nun kürzlich erfolgt. Das Berghaus ist derzeit auf einer Immobilienplattform öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Die Eingabefrist für Offerten ist der 16. März. Armasuisse verlangt für das sanierungsbedürftige Gebäude aus den 1970er-Jahren einen Richtpreis von 620 000 Franken. So viel wolle die IG Berghaus nicht zahlen, sagt Adolf Kaeser, Mitglied der IG und Direktor von Schwarzsee Tourismus, auf Anfrage. Welchen Preis die Gruppierung vorgeschlagen hatte, will er nicht verraten. «Wir haben Stillschweigen vereinbart», so Kaeser.

Die Armasuisse glaubt nicht, dass ein niedrigerer Preis die Verkaufschancen erhöhen könnte. «Es gab Angebote, welche über unserem Verkaufsrichtpreis lagen», sagt Sievert.

Zusammenarbeit prüfen.

Die IG wolle nun schauen, wer das Berghaus erwerben möchte und eine Zusammenarbeit mit dem Käufer prüfen, sagt Kaeser. Die IG sei nämlich weiterhin bereit, ihr Konzept mit einer Schaukäserei umzusetzen. Dieses sei «eine grosse Chance für die Region», so Kaeser. Das Berghaus Gurnigel sei ein zentrales Gebäude für den Tourismus in der Region – im Winter, wie auch im Sommer.

Heute befinden sich im Berg­haus ein Restaurant und eine Herberge. Bis zu 500 Personen können hier verpflegt werden. Früher war das Berghaus Gurnigel eine Truppenunterkunft der Schweizer Armee.