Terrorismus - Niederlande 24.08.2017

Offenbar keine Verbindung von Vorfall in Rotterdam zu Spanien

Nach einer Terrorwarnung aus Spanien ist am Mittwoch in Rotterdam ein Rockkonzert abgesagt worden. In der Nähe des Veranstaltungsortes wurde ein Kleinlaster mit verdächtigen Gasflaschen entdeckt. Eine Verbindung zum Anschlag in Barcelona gibt es aber offenbar nicht.

Zuvor habe es eine konkrete Warnung der spanischen Polizei im Zusammenhang mit dem geplanten Konzert der US-amerikanischen Band Allah-Las gegeben, teilte Bürgermeister Ahmed Aboutaleb bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend mit.

Nach Angaben des Bürgermeisters hat der von der Polizei beschlagnahmte Kleinlaster spanische Kennzeichen. Der Fahrer, ein Spanier, sei festgenommen worden.

Der Vorfall steht aber offenbar nicht in Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona von letzter Woche, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf spanische Justizkreise berichtet.

Keine voreiligen Schlüsse

Der Bürgermeister von Rotterdam, Ahmed Aboutaleb, sagte am Mitwoch, noch sei unklar, ob die Konzert-Absage und der mit Gasflaschen beladende Bus in Verbindung stünden. Der Fahrer des Busses werde von der Polizei befragt. Er wolle keine voreiligen Schlüsse ziehen, vielleicht gehöre der Wagen auch einem Schlosser oder Schweisser.

Die kalifornische Gruppe "The Allah-Las" teilte mit, die Musiker seien dankbar, dass die mögliche Gefahr entdeckt wurde, bevor irgendjemand verletzt wurde.

Nach dem Anschlag von Barcelona war aus ermittlernahen Kreisen bekanntgeworden, dass die mutmasslichen Attentäter offenbar mehrere grössere Anschläge geplant hatten. Dabei sollten demnach Gasflaschen zum Einsatz kommen.

Wegen der Terrorwarnung am Mittwoch riegelten Einsatzkräfte den Veranstaltungsort "Maassilo" ab, in dem die Rockband vor rund 1000 Zuschauern auftreten sollte.

Band mehrfach angefeindet

Die Musiker aus Kalifornien verliessen den Ort unter Polizeischutz. Als die Absage bekanntgemacht wurde, waren laut der niederländischen Nachrichtenagentur ANP erst wenige Konzertbesucher vor Ort. Das Trio war noch am Dienstag in Groningen aufgetreten, berichtete die Zeitung "De Telegraaf".

Die 2008 gegründete Band sei bereits mehrfach von Muslimen wegen des Namens Allah-Las angefeindet worden. Während Muslime dies als Affront gegen ihren Glauben betrachteten, habe die Band bereits mehrmals betont, den Namen wegen ihres "heiligen Klanges" gewählt zu haben. Der Name sei schlicht aus einem Wortspiel mit dem in der Musik häufigen "La-la-la" entstanden, hiess es beim "Telegraaf" weiter.

Die Terrorwarnstufe wurde in den Niederlanden zunächst nicht erhöht. Sie steht bereits auf der vierten von fünf Stufen. Nach dem Terroranschlag in Barcelona am 17. August mit einem Lieferwagen hatte die spanische Polizei in einem von einer mutmasslichen Terrorzelle genutzten Haus 120 Gasflaschen und Sprengstoff gefunden.

SDA