Spitex 23.11.2017

Pflege zu Hause gewinnt weiter an Bedeutung

Die Erfolgsgeschichte der Spitex geht weiter. Fast 340'000 Personen liessen sich 2016 zu Hause pflegen, 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Heimbewohnerinnen und -bewohner ging im vergangenen Jahr erstmals zurück.

In den 1600 Alters- und Pflegeheimen (APH) der Schweiz wurden 2016 noch 149'000 Personen (-0,4 Prozent) betreut. Insgesamt nahmen letztes Jahr 489'000 Personen sozialmedizinische Betreuung zuhause oder im Heim in Anspruch. Das sind 30'000 oder 6,6 Prozent mehr als 2015, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

Etwas mehr als 80 Prozent der Spitex-Klientinnen und -Klienten wurden 2016 von den 580 gemeinnützigen und öffentlich-rechtlichen Unternehmen betreut. Um die übrigen Patienten kümmerten sich 386 profitorientierte Firmen und 939 selbständige Pflegefachleute.

Privater Sektor floriert

Zugelegt hat in den letzten Jahren vor allem die private Spitex. Seit 2011 wuchs die Zahl der erwerbswirtschaftlichen Unternehmen in dem Bereich um über 70 Prozent, die Zahl der selbständigen Pflegepersonen um beinahe zwei Drittel.

Der Personalbestand der Spitex nahm 2016 um über 1000 (5 Prozent) auf total 21'300 Vollzeitstellen zu. Drei Viertel davon entfallen auf gemeinnützige Unternehmen, 16 Prozent auf private. Die selbstständigen Pflegefachpersonen übernahmen mit einem Anteil von 2,6 Prozent 5 Prozent aller in der Schweiz erbrachten Pflegestunden.

Die Beschäftigten in AHP besetzten rund 92'500 Stellen in Vollzeitäquivalenten. Insgesamt waren im vergangenen Jahr knapp 129'000 Personen in einem dieser Heime angestellt. Davon kündigte ein Fünftel im Lauf des Jahres den Vertrag. Im Schnitt hatten diese Angestellten drei bis vier Jahre für ihren Arbeitgeber gearbeitet.

Gesamtkosten von über 12 Milliarden Franken

Die Spitex-Leistungen kosteten 2016 insgesamt 2,3 Milliarden Franken, 7,3 Prozent mehr als 2015. Davon wurden je etwa 40 Prozent von der öffentlichen Hand und von den Versicherungen gedeckt, 17 Prozent von den Leistungsbezügern. Die monatlichen Kosten beliefen sich auf durchschnittlich 569 Franken pro Klientin oder Klient.

Die Kosten der APH schlugen mit 9,9 Milliarden Franken zu Buche. Das ist ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber 2015. Pro Bewohnerin und Bewohner machten die monatlichen Durchschnittskosten 8925 Franken aus. Von den Pflegekosten von 3,7 Milliarden übernahmen die Heimbewohner 15 Prozent. Zusammen mit den Pensionskosten kamen sie für insgesamt 6,2 Milliarden Franken auf.

SDA