Flamatt 30.01.2018

Die Raiffeisenbanken sind gut unterwegs

Am Hauptsitz der Raiffeisenbank Sensetal in Flamatt fand die gestrige Bilanzpressekonferenz statt.
Die fünf Raiffeisenbanken Deutschfreiburgs weisen eine Bilanzsumme von 5,5 Milliarden Franken aus. Dies auch, weil die ­Raiffeisenbank Ueberstorf mittlerweile mit der von Schwarzwasser fusioniert hat. Die Reingewinne betragen 8,2 Millionen Franken.

«Ja, wir sind gut unterwegs», tönte es gestern Montag aus dem Mund von Thomas Rauber, Präsident des Verbandes der Deutschfreiburger Raiffeisenbanken, und von Pressechef Aldo Greca, Bankleiter der Raiffeisenbank Sense-Oberland. Die Bilanzsumme der fünf Banken belief sich im vergangenen Jahr noch auf 4,8 Milliarden Franken. Nun hat sie einen Sprung auf 5,5 Milliarden Franken gemacht.

«Dieser Sprung ist vor allem auf die Integration der Raiffeisenbank Schwarzwasser in die Deutschfreiburger Raiffeisenbanken zurückzuführen», sagte Aldo Greca und wies darauf hin, dass sich die Bilanzsumme mit dieser Übernahme gleich um 450 Millionen Franken erhöht hat.

Er präsentierte aber eine konsolidierte Bilanz, als wäre die Raiffeisenbank Schwarzwasser schon seit Jahren in die Deutschfreiburger Raiffeisenbanken integriert gewesen. Dies auch, weil der Hauptsitz der Bank Schwarzwasser in Ueberstorf bleibt.

Druck auf Zinsmargen

Aldo Greca teilte weiter mit, dass es den fünf Raiffeisenbanken gelungen sei, einen Reingewinn von 8,2 Millionen Franken, etwas weniger als im Vorjahr, zu erzielen. Die Erträge aus dem Handels- und dem Depositengeschäft haben markant zugenommen, was Greca auch auf das gute Börsenjahr 2017 zurückführte: «Die Kunden haben wieder mehr Vertrauen in die Börse», sagte Greca.

Das Depotvolumen hat um über 14 Prozent auf fast 540 Millionen Franken zugenommen. Wie auch Thomas Rauber sagte, bereiten den Deutschfreiburger Raiffeisenbanken jedoch die Zinsmargen Sorgen. Wegen der anhaltend tiefen Zinsen, vor allem auch auf dem Hypothekarmarkt, sind die Zinsmargen auf den Ausleihungen weiter auf 1,15 Prozent gesunken.

Da dieses Ergebnis aber aufgrund des guten Handels- und Depositengeschäfts ausgeglichen werden konnte, macht das Hauptgeschäft mit den Hypothekardarlehen nur noch 80 bis 85 Prozent des Betriebsergebnisses aus.

Im Wandel der Zeit

Auch die Deutschfreiburger Raiffeisenbanken sind sich bewusst, dass sie sich dem Wandel der Zeit anpassen müssen (s. Kasten). Dennoch wiesen sie darauf hin, dass sie neu an 26 Standorten präsent sind, neu aufgrund der Fusion mit der Bank Schwarzwasser auch in Schwarzenburg und Köniz, und dass ihr Kerngeschäft, nämlich die Hypothekaranforderungen, um 4,3 Prozent auf fast 4,8 Milliarden angestiegen ist. Den leichten Rückgang des Jahresgewinnes gegenüber 2016 führte Greca auf die vermehrten Abschreibungen zurück, nicht zuletzt auf die Fusion der Raiffeisenbank ­Ueberstorf mit jener der Bank Schwarzwasser. Weiter konnten sie die offenen Reserven um acht Millionen Franken auf 164,5 Millionen Franken steigern. «Die Eigenmittel- und die Liquidationserfordernisse der fünf Banken belaufen sich auf sehr gute 17,9 Prozent», sagte er weiter und unterstrich somit die solide Basis der Raiffeisenbanken Deutschfreiburgs. «Die Anforderungen von Basel III, die von der Finma durchgesetzt werden, können wir voll erfüllen.»

Gute Sozialbilanz

Grossen Wert legen die Deutschfreiburger Raiffeisenbanken auf ihre Sozialbilanz. So konnte Aldo Greca festhalten, dass sie 240 Mitarbeitende beschäftigen, fünf Millionen an Steuern bezahlen, über 51 000 Genossenschafter aufweisen – was im Einzugsgebiet fast einen Drittel der Einwohnerschaft ausmacht – und dass die fünf Banken jährlich fast 2,7 Millionen an Geldern verteilen, die Vereinen und Organisatoren im kulturellen und sportlichen Bereich zugutekommen.

Ausblick 2018

Raiffeisenbanken behaupten sich

«Der Markt ist hart umkämpft.» Diese Worten waren gestern an der Bilanzpressekonferenz der fünf Deutschfreiburger Banken immer wieder zu hören. Dennoch gab sich Verbandspräsident Thomas Rauber optimistisch, was das Jahr 2018 betrifft, auch wenn er nicht an eine Zinswende in diesem und im nächsten Jahr glaubt. Eine solche würde den Banken schon entgegenkommen, würde sich doch die Zinsmarge wieder verbessern. Wie auch Pressechef Aldo Greco betonte, haben die Raiffeisenbanken die geringeren Zinsmargen, die mittlerweile auf 1,15 Prozent gesunken sind, mit geringeren Kosten auszugleichen versucht. «Wir würden wohl auch mit einer Zinsmarge von einem Prozent leben können», sagte er. Einig sind sich beide, dass die Bautätigkeit künftig zurückgehen wird, was sie auch auf den neuen kantonalen Richplan und die Stagnation auf dem Immobilienmarkt zurückführten.

az

Ausblick 2018

Raiffeisen­banken können sich behaupten

«Der Markt ist hart umkämpft.» Diese Worte waren gestern an der Bilanzpressekonferenz der fünf Deutschfreiburger Banken immer wieder zu hören. Dennoch gab sich Verbandspräsident Thomas Rauber optimistisch, was das Jahr 2018 betrifft, auch wenn er nicht an eine Zinswende in diesem und im nächsten Jahr glaube. Eine solche würde den Banken schon entgegenkommen, würde sich doch die Zinsmargen wieder verbessern. Wie auch Pressechef Aldo Greca betonte, haben die Raiffeisenbanken versucht, die geringeren Zinsmargen, die mittlerweile auf 1,15 Prozent gesunken sind, mit Kosteneinsparungen auszugleichen. «Wir würden auch mit einer Zinsmarge von 1 Prozent leben können», sagte er. Einig sind sich die beiden, dass die Bautätigkeit künftig zurückgehen werde, was sie auch auf den neuen kantonalen Richtplan und die Stagnation auf dem Immobilienmarkt zurückführten.

az