Murten 22.12.2017

24 000 Franken für das Musical «Annie»

Die Bühnendarsteller des Musicals proben Gesang und Choreografie im Kellertheater.
Das Murtner Kellertheater feiert nächstes Jahr sein 50-jähriges Bestehen und will zu diesem Anlass ein Musical aufführen. Zur Finanzierung des Jubiläumsstücks «Annie» hat das Theater mit einem Crowdfunding erfolgreich neue Wege beschritten.

«We made it!!!» steht auf der Internetseite des Kellertheaters Murten. Auf Deutsch: Wir haben es geschafft!!! «Wemakit» heisst die grösste Internetseite, auf der Privatpersonen und Institutionen öffentlich Geld für Projekte sammeln können, was unter dem Begriff Crowdfunding bekannt ist.

Mit einem Crowdfunding hat das Kellertheater vom 1. November bis gestern Mittag 23 930 Franken von 91 Gönnern gesammelt – das sind 1930 Franken mehr, als angestrebt waren. Dieses Geld dient der Finanzierung des amerikanischen Musicals «Annie», welches das Murtner Laientheater 2018 anlässlich seines fünfzigjährigen Bestehens aufführen wird (siehe Kasten). «Dank dieses Geldes können wir das Musical definitiv durchziehen. Ich bin extrem erleichtert», sagte Gerti Haymoz, die Projektleiterin im Vorstand des Kellertheaters, auf Anfrage.

Dabei habe sie am Erfolg der Sammelaktion nie wirklich gezweifelt, sagte Haymoz weiter. «Wir wussten, dass wir einen grossen Interessentenkreis haben, der uns unterstützen wird.»

Insgesamt budgetiert das Kellertheater für das Musical «Annie» 145 000 Franken. Davon hatte der Vorstand schon vor dem Crowdfunding bei Firmen, Institutionen und Gemeinden 54 000 Franken als Sponsorengelder gesammelt.

Abzüglich der 23 870 Franken aus dem Crowdfunding bleiben ungedeckte Kosten von 67 130 Franken übrig. Diese müssen die Veranstalter mit den Eintritten erwirtschaften. «Dafür müssen wir das Zelt, das pro Vorstellung 221 Personen Platz bietet, zu mindestens 65 Prozent auslasten», sagt Gerti Haymoz.

40 mal 15 Meter grosses Zelt

Die zehn Vorstellungen zum runden Jubiläum finden von Ende Mai bis Anfang Juni mit einem 27-köpfigen Ensemble und einem 29-köpfigen Orchester in einem 40 mal 15 Meter grossen Zelt im Beaulieupark statt. Die traditionelle Spielstätte des Kellertheaters, die Bühne des Theatersaals im Kulturzentrum im Beaulieupark (KiB), war dem Vorstand zu klein, weil der Inhaber der künstlerischen Rechte am Musical ein Orchester vorschreibt. Dieses benötigt eine Vorbühne, die im KiB den Zuschauerraum entscheidend verkleinert hätte.

Gestern Donnerstagabend probten die Bühnendarsteller zum letzten Mal vor den Feiertagen den Gesang und die Choreografie. «Im Januar beginnen die szenischen Proben mit dem Orchester und dem Regisseur Alec Brönnimann», sagt Gerti Haymoz.

Die Premiere im Mai werden unter anderen jene neun Sponsoren des Crowdfunding besuchen, die vom Kellertheater je zwei Gratiseintritte und ein Apéro riche im Zelt als Belohnung für ihre Spende von 500  Franken erhalten haben.

Inhalt

Das Waisenmädchen und der Milliardär

«Annie» ist ein beliebtes und erfolgreiches Musical aus den USA, das von Charles Strouse komponiert wurde. Es enthält mit «Tomorrow» und «It’s a Hard Knock Life» bekannte Lieder. Der Inhalt des Musicals beruht auf der Comic-Serie «Little Orphan Annie» von Harold Gray. Die Premieren fanden am 21. April 1977 im heutigen Neil Simon Theatre in New York und am 3. Mai 1978 im Victoria Palace Theatre in London statt.

Im Mittelpunkt des Musicals steht das 11-jährige Waisenkind Annie, das während der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre in einem New Yorker Waisenhaus lebt. Sie möchte vor der tyrannischen Leiterin Miss Hannigan fliehen und ihre leiblichen Eltern suchen. Doch sie wird auf der Flucht von der Polizei gefasst und zurück ins Waisenhaus gebracht. Kurz nach ihrer Rückkehr wählt der Milliardär Oliver Warbucks Annie aus, dieses Jahr bei ihm zu Hause Weihnachten zu feiern. Nach einem zögerlichen Anfang bauen die beiden eine Bindung zueinander auf, bis Warbucks ihr anbietet, sie zu adoptieren. Annie lehnt das ab, weil sie ihre leiblichen Eltern suchen will. Dabei hilft ihr Warbucks und setzt eine finanzielle Belohnung aus – erfolglos. Nun stimmt Annie der Adoption zu. Da täuschen Miss Hannigan und deren Bruder vor, Annies Eltern zu sein, und kassieren die Belohnung – bis die Wahrheit ans Licht kommt.

rst
«Dank des Geldes des Crowdfunding können wir das Musical definitiv durchziehen. Ich bin erleichtert.»

Gerti Haymoz

Projektleiterin Kellertheater