Courgevaux 03.02.2018

Gurwolf wird zur Energiestadt

Die Gemeinde Courgevaux will Energie sparen und nachhaltiger mit den natürlichen Ressourcen umgehen.
Innerhalb von vier Jahren hat Courgevaux zahlreiche Massnahmen umgesetzt, um das Label «Energiestadt» zu erhalten. Diese reichen vom Austausch der Strassenbeleuchtung bis zur kostenlosen Grünabfuhr.

Am Mittwochabend wird der Gemeinde Courgevaux das Label «Energiestadt» übergeben. Damit wird sie für ihre nachhaltige Energiepolitik ausgezeichnet.

2014 startete Gurwolf den Zertifizierungsprozess. Der für Energie zuständige Gemeinderat Alfred Rentsch nennt die wichtigsten Massnahmen, die die Gemeinde seither für das Label umgesetzt hat: «Die Umstellung der Strassenbeleuchtung auf LED war eine grosse Investition». 120 000 Franken habe dies gekostet. Zudem beziehe die Gemeinde ihren Strom nur noch aus erneuerbaren Energiequellen. Die Garderobe beim Fussballplatz werde mit Solarstrom versorgt. Baugesuche müssen nun mit einer Energiecheckliste versehen sein. Um die Bevölkerung zu einer intensiveren Nutzung der Grünabfuhr zu ermuntern, biete die Gemeinde diese gratis an. Eine neue Bushaltestelle in Gurwolf solle die Nutzung des öffentlichen Verkehrs fördern, so Rentsch. Die Gemeinde habe ihre Mitarbeiter auf Weiterbildungen zum Thema Energie geschickt. Und im Gemeindebudget sei nun ein Posten für Energiesparmassnahmen vorgesehen.

Beim Audit, das für die Erlangung des Labels vorgeschrieben ist, erreichte Gurwolf im August 2017 270 von 454 möglichen Punkten, also 59,7 Prozent.

Veränderte Denkweise

Die Arbeiten für die Erlangung des Labels seien vor allem zu Beginn schwierig gewesen, sagt Rentsch auf Anfrage. «Da steht man vor einem riesigen Berg an möglichen Veränderungen und weiss nicht so recht, was tun». Zudem war die Finanzlage der Gemeinde 2013 und 2014 angespannt. «Wir versuchten mit wenigen finanziellen Mitteln, Energieeinsparungen zu erreichen.»

Durch das Label habe sich die Denkweise in der Gemeinde verändert. «Heute berücksichtigen alle Gemeinderäte umweltpolitische Standpunkte bei ihren Entscheidungen», stellt Rentsch fest.

Mehr Informationen liefern

Die Gemeinden, die das Label erhalten, müssen alle vier Jahre ein neues Programm mit Massnahmen für mehr Nachhaltigkeit festlegen. Laut Rentsch ist die Schaffung einer Begegnungsfläche das nächste Ziel der Gemeinde Gurwolf. Diese solle sich beim Kreisel neben der Auberge communale befinden. Und auf der Gemeindewebsite sollen die Informationen zu Energiesparmassnahmen ausgebaut werden. Gurwolf wolle seinen Bürgern transparenter aufzeigen, wie viel Wasser sie verbrauchen. Rentsch denkt dabei an Rechnungen, auf denen zum Beispiel der Konsum der letzten Monate grafisch dargestellt wird. Die Schaffung von Parkplätzen in der Industriezone «Fin du Mossard» und die Einführung einer Parkplatzordnung zählt Rentsch ebenfalls zu Projekten im Zusammenhang mit dem Energiestadt-Label.

Aus der Sicht des Gemeinderates von Gurwolf ist das Label für alle Gemeinden erstrebenswert. Es sei für alle von Nutzen. «Und auch kleine Gemeinden können die Arbeiten für solch ein Label organisatorisch und finanziell stemmen, sagt Rentsch.

Kommission sucht Mitglieder

Vor dem Start des Zertifizierungsprozesses gründete Gurwolf im Mai 2013 eine Energiekommission. Diese habe seither über 40 Sitzungen abgehalten. Nun sucht die Kommission zwei zusätzliche Mitglieder. Momentan besteht sie aus drei Personen.

Laut Rentsch sei die Arbeit in der Energiekommission sehr spannend und vielfältig. Der Bereich Energie betreffe nicht nur den Strom, sondern auch die Abfallwirtschaft und die Kommunikation. Zwar sei die Mitarbeit in dieser Kommission mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden. «Die Treffen finden einmal pro Monat statt», sagt Rentsch. «Aber dafür bewirken die Mitglieder etwas in der Gemeinde und schaffen sich ein weitreichendes Netzwerk.»

Auberge communale, Courgevaux. Mi., 7. Februar, 20 Uhr.

Hintergrund

Die Vergabe des Energielabels

Das Label «Energiestadt» wird an Gemeinden vergeben, die eine nachhaltige Energie- und Umweltpolitik betreiben und einen Zertifizierungsprozess durchlaufen. Dabei werden Ziele und Massnahmen für einen Zeitraum von vier Jahren festgelegt. Diese betreffen unter anderem die Raumplanung, kommunale Gebäude, die Entsorgung, Mobilität und Kommunikation. Sind mindestens 50  Prozent der möglichen Massnahmen erfüllt oder beschlossen, erhält die Gemeinde das Label.

jmw