Schwarzsee 03.01.2018

In der Hocke ins neue Jahr

Lagerleiter Olivier Fasel zeigt seiner Gruppe aus kleinen Rennfahrern, wo der nächste Zwischenstopp ist.
Das Jugendskilager in Schwarzsee ist gestern in die zweite Lagerwoche gestartet. Mit viel Energie stehen nun die Jüngeren auf den Skiern und Snowboards, um die Pisten von Schwarzsee unsicher zu machen.

«Bitte einmal durchzählen», ruft ein Lagerleiter seiner Skigruppe bei der Kaiseregg-Sesselbahn zu. Wirr durcheinander rufen die Kinder Zahlen in die Menge, so dass der Leiter einen Neustart anordnen muss. Es ist der zweite Tag im neuen Jahr und der erste im kleinen Jugendskilager in Schwarzsee mit Dritt- bis Sechstklässlern, nachdem die Jugendlichen vom grossen Lager vergangenen Sonntag abgereist sind (siehe links). Insgesamt 76 Mädchen und Jungen wohnen diese Woche im Haus der Jugend, um ein winterliches Lagerprogramm unter der Leitung von Olivier Fasel und Philippe Nussbaumer zu er­leben.

Der Lagerstart sei bei den jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern meist etwas chaotischer, sagt Gruppenleiterin Rahel Keller. «Wir teilen die Kinder nach ihren angegebenen Niveaus ein. Nach den ersten Schwüngen auf der Piste bemerken wir sofort, welche Teilnehmer wir umsortieren müssen.» Vom Einsteiger bis hin zum Fortgeschrittenen sei alles vorhanden, doch sei dieses Jahr erstmals kein Ski-Einsteiger angemeldet, so der Co-Lagerverantwortliche Olivier Fasel. «Bei den Snowboardern hingegen haben wir Teilnehmer, die das erste Mal auf dem Brett stehen.»

«Ich schätze die lustige und motivierte Art der Kinder.»

Rahel Keller

Gruppenleiterin

 

Über Stock und Stein

Bevor die motivierten Skifahrer und Snowboarder die Piste hinunterrasen dürfen, wärmen sich die Leiter und ihre Gruppen auf. Die einen imitieren auf Platz einen Hürdenlauf, bei dem sie Wassergräben überspringen müssen. «Nun eine Rückwärtsrolle», fordert ein Leiter seine Kinder auf, die ohne Widerworte einen umgekehrten Purzelbaum im Schnee machen. Doch das ist mit den schweren und harten Skischuhen nicht so leicht: Mit viel Schwung gelingt einem Mädchen die Rolle, ein Junge hingegen steckt mit den Beinen über dem Kopf im Tiefschnee fest. Gelächter durchdringt die Gruppe, und auch der befreite Junge beginnt zu lachen. Die Stimmung ist locker und unbeschwert, trotz eisigem Wind und fehlender Sonne. «Ich schätze die lustige und motivierte Art der Kinder», sagt Gruppenleiterin Rahel Keller mit einem Lächeln.

Hauptsache schnell

Unter Olivier Fasel fahren acht wilde Skifahrer, die gerne schnell und rasant fahren. Damit die Jungs nicht davonrasen, bestimmt Fasel einige Zwischenstopps. Die Brüder Nicolas und Tobias Röthlin aus Villarepos sind stets die Ersten. Skifahren sei nicht nur von ihnen, sondern von der ganzen Familie eine grosse Leidenschaft. «Zusammen mit unseren Eltern machen wir viele Skitouren», sagt Tobias.

Mit grossen und kurzen Schwüngen fahren die Burschen die Piste hinunter; bei langen Traversen gehen sie in die Hocke. Auch der Viertklässler Severin Haymoz aus Freiburg hält mit dem schnellen Tempo seiner Gruppe mit. Für ihn ist es das erste Jahr im Jugendskilager. Er habe sich angemeldet, da ihm das Lagerleben gut gefalle. «Zudem sind einige Freunde von mir auch hier in Schwarzsee», sagt Severin. Nach rund zweieinhalb Stunden ohne Pause auf Skiern und Snowboards fahren die Kinder zurück zu ihrem Lager, um ihre Ausrüstung zu verräumen. Die einen ziehen nur widerwillig die Skier aus, da sie gerne noch länger auf der Piste ihren Spass haben möchten. Ein Junge mit blonden, vom Helm zerzausten Haaren ist jedoch anderer Meinung: «Es ist solch ein schönes Gefühl, die Skischuhe auszuziehen und in bequeme Winterstiefel zu steigen.»