Sonderbeilage zur Fasnacht 07.02.2018

Die Fasburgera 2018

Was hat letztes Jahr für Schlagzeilen gesorgt? Was waren die grössten Pleiten? Wo war die Schadenfreude zu spüren? Die 2018-er Ausgabe der Fasburgera lädt den Leser ein zum Schmunzeln

Aus dem Abschlussbericht der Freiburger Staatsanwaltschaft zum toten Wolf in Jaun:

«Die Geissenmutter musste das Haus verlassen und warnte ihren sieben Geisslein, während ihrer Abwesenheit niemanden ins Haus zu lassen. Nachdem sie gegangen war, kam der böse Wolf vorbei und begehrte Einlass. Die Geisslein erkannten jedoch den Wolf an der rauen Stimme und den schwarzen Pfoten und liessen ihn nicht herein. Der Wolf frass daraufhin Kreide, liess vom Bäcker Teig auf den Fuss streichen und zwang danach den Müller, diesen mit Mehl zu bestäuben. So gelang es ihm nun, die Geisslein zu täuschen, die daraufhin die Tür öffneten. Der böse Wolf stürmte hinein und frass sechs der sieben Geisslein, eines konnte sich in der Standuhr verstecken. Als die Mutter wieder nach Hause kam, berichtete das eine Geisslein vom Überfall und den gefressenen Geschwistern. Der Wolf lag noch schläfrig auf der Weide vor dem Chalet, woraufhin Mutter Ziege zurück ins Haus eilte und Schere und Nähzeug holte. Mit der Schere öffnete sie den Bauch des Wolfs, und alle Geisslein konnten aus dem Bauch entspringen. Die Mutter beauftragte ihre Kinder, im Schrank Rattengift zu holen, welches sie in den Bauch des Wolfes einnähte. Als dieser wieder aufwachte und am Bach Wasser trinken wollte, taumelte er, fiel hin und starb jämmerlich.»

Verdichtete Gemüter

Auszug aus dem kantonalen Richtplan, Seite 84 498, Absatz 2, Vers 25, Litera C25:

Allgemeine Definition für verdichtetes Bauen: verfügbare Nutzungsreserven möglichst optimal ausnützen, um das künftige Bevölkerungswachstum ohne weitere Ausdehnung der Bauzonen bewältigen zu können.  

Anwendungsbeispiele: überall dort, wo neue Bauzonen und Überbauungen geplant sind.
 

Allgemeine Definition für verdichtetes Denken: Zustimmung zum neuen Raumplanungsgesetz und dem Grundsatz des verdichteten Bauens, überall in der Schweiz, aber nicht in meiner Nachbarschaft.

Anwendungsbeispiele:  Fräschels, Mont-Vully, Murten.

 

 

Der Sensebezirk sucht einen Eisernen Vorhang
«Härgott, Härgott, mach um üsersch Ländli, in dr Not as Wändli, dass üs niemer d Hiimat stült, wa üs Seisler ds Läbe gült.» So haben unsere Väter einst im Seyseland gesungen. Und dieses Lied hat nichts an Aktualität eingebüsst. Im Gegenteil, die Not ist grösser denn je, seit man bei uns ein Asylzentrum eröffnen will. «Wann denn ein Wändli bauen, wenn nicht jetzt?», meinte auch Ruedi, der dank dem Fernsehen das ganze Land an seinem Leid teilhaben liess. Wir finden auch, dass es höchste Zeit ist, an einen Eisernen Vorhang rund um den Sensebezirk zu denken, dies am liebsten mit einer Mauer. Das ist heute wieder modern und machen ja andere auch, siehe Donald Trump. Allerdings ist noch nicht bekannt, mit welchen Materialien Trump die Mauer zu Mexiko erstellen wird. Wir raten deshalb, dass man sich die Baupläne für die historische Konstruktion der Chinesischen Mauer besorgt, zumal diese auch über Berge führt. Geradezu ideal eignet sich der Lauf der Sense für einen Mauerbau. Die Wasser hinter und vor der Mauer würden einen zusätzlichen Schutz bieten, wie man dies von früheren Festungsanlagen her kennt. Und so könnte man sich noch besser gegen Asylanten schützen, die unser Sozialsystem untergraben wollen, wie Ruedi stets betont. Setzt sich Ruedi durch, so meinen wir, dass er reif ist für einen Wändli-Nobelpreis. Und wir könnten einstimmen ins Lied: «Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Wändli nicht.»
 

Es stimmt, ...

... dass gewisse Käsesorten immer schmackhafter werden je länger sie reifen können. Und es stimmt, dass dies am besten in einem Käserkeller geschieht.

Es stimmt aber nicht, ...

.... dass das auch für Fondue gilt und dass dieses in einem Rucksack besonders gut gelagert ist. Die Moral von der Geschicht: Mütter, die ihre Kinder ständig ermahnen, die Schul- und Sporttaschen auszuräumen, sollten selbst mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Wanderrucksack bei der Heimkehr leeren.

 

Wenn die Wiederwahl zur Lotterie wird ...
Frau Billard hat verlauten lassen, dass sie sich bei den nächsten Nationalratswahlen zur Wiederwahl stellen möchte. Das ist auch nachvollziehbar, wenn man schon so viel Erfahrung mitbringt und nun auch eine sehr bedeutende Kommission präsidiert. Kürzlich konnte man auch lesen, dass sie neu in den Vorstand der Loterie Romande eingetreten ist. Weil die Wiederwahl oft eine Lotterie ist, erhofft sie sich, mit diesem Mandat mehr über dieses Glückspiel zu erfahren. Die Chancen, das Glück zu erzwingen, erhöhen sich natürlich, wenn man hinter die Kulissen der Organisation blicken kann. Wer mit System spielt, hat ja auch bessere Erfolgsaussichten. 
 

Dear Mr. President

Thank you for carefully having read the «Fasbur-gera» 2017. We never doubted about your reading skills, never did. We offered (quote): If you want to, you can have the Landwehr. And what happened? You had the Landwehr. At the World Economic Forum in Davos. To honour your remarkable visit. We knew, you could not ignore a Brass Band by the name of «LANDWEHR». Hope you enjoyed it, we really do. And we repeat our offer: You can put the Landwehr at the Mexican border to keep the Mexicans out. After all, they did a bloody good job in keeping the Mexicans out of Davos. So of course «America first», but definitely «Landwehr second».

 

Mit dem engelischen Schlüssel den BH öffnen
Allwöchentlich ist in den «Freiburger Nachrichten» eine Gastkolumne zu geniessen. Da sind Ratschläge, Tipps, Aufrufe usw. nachzulesen, welche die Welt retten werden und die FN-Leser zu Humanisten und Gutmenschen erziehen – eine einmalige Denkfabrik, noch nie da gewesen. Es gibt auch Kolumnen, welche sogar handwerkliche Ratschläge erteilen, etwa, wie man den BH einer Frau öffnen kann, und dies ohne ärztliches Rezept. Wie zu vernehmen war, soll dieser Kolumnist nun auch an einer Erfindung tüfteln, die verschiedenen Zwecken dienen soll. Und dies angespornt vom grossen positiven Echo seiner Kolumne. Es soll sich dabei um eine Art engelischen Schlüssel handeln, mit dem ebenfalls gefischt werden kann. Wie dieser aussehen soll, übersteigt momentan unser Vorstellungsvermögen. Jedenfalls soll es möglich sein, mit diesem Schlüssel echte Fische zu fangen, etwa Zander, nicht zarte Pflänzchen.

 

Lieber …

… Fast-Food-Sandwiches in der Cafeteria der Hochschule für Wirtschaft im Magen ...

... als …

… Fast-Food-Wissen in den Köpfen der Studenten.

 

Pizzo Taverno
Viele Gastro-Unternehmen haben bös Gastritis. Das heisst: Die Gäste bleiben aus. Drum brauchts unbedingt neue Ideen auf dem Tisch. Tafers zeigt, wie es geht.
Dort hat ein Beizer eine toll-originelle Idee: Er eröffnet eine Pizzeria. Alle mögen Pizza – das muss ja ziehen. Er nennt seine Top-Pizza, seine beste Kuh im Stall sozusagen: Pizza Unica. Vis-à-vis hat der Konkurrent eine bestechend-originelle Idee: Er eröffnet eine Pizzeria. Seine Top-Pizza heisst Pizza Concorrenza. Und nochmals 50 Meter weiter hat ein Gastronom die wundervoll-originellste Idee von allen: Er eröffnet eine Pizzeria. Mit Kebab und so. Sein Top-Produkt: Pizza lo Snack. Die Taferser freuen sich auf abwechslungsreiche kulinarische Höhenflüge, weit hinauf mit der Pizza Stratosfera. Fantastica! Aus einer Gemeinderatssitzung ist durchgesickert: Der Bub im Taferswappen soll noch in diesem Jahr durch einen Pizzabäcker ersetzt werden. Im Übrigen zeigt sich der Gemeinderat über die Entwicklung hoch erfreut. Kehrt Tafers doch zu seinen Ursprüngen zurück. Der Name Tafers soll vom Lateinischen «ad Tabernas/bei den Gasthöfen» stammen. Nur folgerichtig wird der Maggenberghügel in Pizzo Taverno umbenannt. Der Tafersbach heisst ja schon seit Urzeiten Taverna.

To clean or not to clean?

Ist es billiger, Bettwäsche und Ärztekittel weiterhin beim Kantonsspital zu waschen oder den Dienst auszulagern? Einen Warnstreik, 25 Communiqués, einen richtigen Streik, 20 Sitzungen, nochmals 25 Communiqués, zwei Studien und x Medienkonferenzen später wissen wir: Wir wissen es nicht. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt? Man lagere die Spitalwäscherei kurzerhand ins Zentralgefängnis aus. Da können die Bewohner die Wäsche selber waschen, das HFR kostet es nichts, und Verwendung für die sauberen Bettlaken findet sich dort immer. Garantiert.

 

Keine Sepp-Blatter-Arena in Düdingen
Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter wird diesen Sommer an der WM in Moskau an der Seite von Herrn Putin die Spiele verfolgen. Nach verschiedenen Verboten gegen seine Person hat er etwas die Routine verloren, es sich in einem Fussball-Stadion an der Seite von Persönlichkeiten bequem zu machen. Was liegt da näher, als probehalber im FKB-Stadion Birchermüesli oder so an der Seite von VIP-Leuten Stadion-Luft einzuatmen. Und dies auf Einladung eines ebenfalls alten Mannes, nämlich – von wem denn sonst? – von Herrn alt Oberamtmann. «Ja, das git mer nöji Sicherheit fer Moskau», meinte er danach und versicherte der anwesenden Prominenz einmal mehr: «Nei, a Wältcup cha mu nit chäufu, öi nit där Sepp Blatter.» Für Düdingen ist es aber kein Thema, das Stadion nun in eine «Sepp-Blatter-Arena» umzubenennen. «Wir Düdinger sind nicht grössenwahnsinnig, Grössenwahn ist das Letzte, was wir gebrauchen können», hiess es, wie es auch immer wieder der Düdinger Ammann betont.

 

So ein Käse

Klar, dass Sportreporter bei 50 Hockeyrunden pro Saison immer neue Begriffe checken müssen beziehungsweise ihnen die Fantasie auf dem Glatteis entgleitet. Da läuft das Zähringer-Derby (SCB - Gottéron), das Tessiner Derby (Lugano - Ambri), das Gotthard-Derby (Zug - Ambri), das Berner Derby (SCB - SCL Tigers beziehungsweise SCB - Biel), das Zürcher Derby (ZSC-Lions - Kloten), das Léman-Derby (Lausanne - Servette) und als neuste Kreation das Käse-Derby (Gottéron-Greyerzer - Langnau-Emmentaler).

 

Wunschkonzert in Jaun
Die Gemeinde Jaun will die Bürger mehr in den Entscheidungsprozess miteinbeziehen. Der Gemeinderat lanciert deshalb für den Winterdienst 2018/2019 eine Wunschliste: Jeder darf seine Vorschläge einreichen, wie der Winterdienst gestaltet werden soll. Die Gemeinde nimmt individuelle Wünsche entgegen, ab wann der Schneepflug morgens vor seinem Haus vorbeifahren sollte, ab wie viel Zentimeter Schneedicke er wünscht, dass der Winterdienst ausrücken darf, ob der Pflug die Strecke einmal oder zweimal abfahren sollte, auf welchem Abschnitt, bei wem und um welche Zeit gesalzen oder nicht gesalzen werden soll. Der Bürger darf sich auch wünschen, ob er nur Splitt oder überhaupt keinen Splitt wünscht, wohin die Schneefräse den Schnee schleudern soll: in seinen Garten, seine Wiese oder vielleicht viel lieber auf die des Nachbarn und wie viel Zentimeter Schnee am Strassenrand nach dem Durchgang des Schneepflugs bei Privatplätzen liegen bleiben darf. Vielleicht kommen durch die Wunschliste sogar neue Erkenntnisse zum Vorschein. Wie der Gemeinderat mitteilt, wird dem Winterdienst der Auftrag für die Schneeräumung erst dann erteilt, wenn alle eingegangenen Wünsche aufeinander abgestimmt sind. Ziel ist es, dass die Schneeräumungsmannschaft ihre Arbeit ohne jegliche Beanstandung und Reklamation ausführen kann. Da die Koordination aller Wünsche ein kleines bisschen Zeit in Anspruch nehmen dürfte, hat der Gemeinderat beschlossen, den Winter in den nächsten fünf Jahren ausfallen zu lassen.
 

Ultimativer High-Genuss
St. Ursen, eine mittelgrosse Sensler Gemeinde im Sense-Mittelland, glänzt nun nicht gerade mit überdurchschnittlich vielen Attraktionen. Natürlich, die Lage ist super, so nah an der Stadt Freiburg und am Autobahnanschluss Düdingen. Aber sonst ... Touristisch? Wirtschaftlich? Kulturell? Ziemlich tote Hose! Das muss sich ändern, sagte sich ein tatkräftiger Landwirt. Seine Taktik: nicht mit der grossen Kelle unrealistische Projekte anreissen, sondern lieber heimlich still und leise für sinneserweiternde Höhepunkte und ultimative Rauscherlebnisse sorgen – alles garantiert auf pflanzlicher Basis. Als äussert fürsorglicher Mensch hat er sein geniales Konzept erst einmal im eigenen Keller ausprobiert. Nach ersten Erfolgen expandierte er in den Wintergarten, dann in die Scheune, dann in ein weiteres Nebengebäude. Er war mit der Zeit so erfolgreich, dass man auch ausserhalb seines Hofs auf seine Künste aufmerksam wurde. Um ihn und sein Patent vor Neidern zu schützen, musste schliesslich gar die Polizei ausrücken. Seither wartet er in einem geschützten Rahmen auf die Anerkennung seiner Dienste.
 

Wenn es dem Esel zu heiss ist, geht er aufs Eis tanzen.

Wenn es dem Städter zu warm ist, klaut er den Senslern den Schnee.

 

Bald ein «Ayers Rock» in der Stadt Freiburg?
Der Ayers Rock ist DIE Touristen-Attraktion in Australien. Man konnte es nachlesen: Ab 2019 ist es den Touristen verboten, diesen heiligen Berg der Aborigines zu besteigen. Nun, in der Stadt Freiburg könnte ihnen eine Alternative angeboten werden. Man konnte es auch lesen: Der Sternekoch Pierre-André Ayer, genannt «Pierrot», übernimmt das Rock Café. Da wäre es ja naheliegend, das Restaurant neu «Ayers Rock Café» oder kurz «Ayers Rock» zu nennen, was im Übrigen nichts zu tun hat mit einem Kleidungsstück gleichen Namens. Die Gäste und Touristen könnten dann den Ayers Rock betreten, allerdings nicht besteigen. Pierrot, der bisher Gault-Millau-Punkte sammelte wie andere Briefmarken, Pilze oder Bierdeckel, könnte wiederum eine Sammelaktion starten. Wir sind überzeugt, dass es für einen Restaurant-Namen namens «Ayers Rock» einen Zusatzpunkt geben würde. Aber bitte, Pierrot, Gault-Millau-Punkte ja, aber am liebsten einen weniger als Alään Beschler.
 

 

Kalte Füsse
Heimlich mitgehört letzten Herbst an einer Sitzung im städtischen Sportamt: «Also, meine Herren, was halten Sie von dieser Superidee? Bauen wir doch eine Langlauf-Loipe mitten durch die Stadt. So ein Anlass verschafft uns Ruhm und Ehre und erhebt uns Zähringer in den Rang einer Schneesport-Hochburg. Kann doch nicht so schwer sein, wir haben ja alles an Infrastruktur, was wir benötigen. Wie, was meinen Sie? Schnee für die Piste?! Ja, Sie haben recht, diese Kleinigkeit hätte ich fast vergessen. Kein Problem, ich habe da einen Mitarbeiter, der einen Kollegen hat, dessen Cousin einen Nachbar hat, der in Schwarzsee wohnt. Der kann uns bestimmt ein wenig Schnee besorgen. Die Behörden informieren? Eine Bewilligung? Non, non, nicht nötig, wirklich nicht. Der Schnee liegt dort nur so herum. Die wissen gar nicht mehr, was damit anzufangen, und schieben ihn einfach auf einen Haufen. Wirklich, die sind froh, wenn wir sie davon befreien. Wir tun diesen Singinois einen grossen Gefallen, befreien sie sozusagen von einer Last. Doch bleiben wir bescheiden, hängen wir unsere gute Tat nicht an die grosse Glocke, wäre ja lästig, wenn wir dann mit Dankesbriefen überhäuft würden. Also, meine Herren, schicken wir einige unauffällig gekennzeichnete Lastwagen los. Mögen unsere Langläufer und Zuschauer mit der weissen Pracht made in Lac Noir kalte Füsse bekommen.

 

Schumacher, bleib bei deinen Leisten
Es war einmal eine Prinzessin Kulturgut. Sie hatte grosse Pläne, denn sie wollte in ein neues Schloss einziehen. Ein solches zu finden, war gar nicht so einfach, denn die Ansprüche der Prinzessin waren hoch: Mit ihr sollte der gaaaaanze Hofstaat umziehen, denn sie wollte sich im neuen Zuhause wohlfühlen. Zig tausend wertvolle Bücher, Bände, Statuen, Bilder und andere Kulturgüter sollten im neuen Zuhause Platz finden. Alle ihre Untertanen suchten und suchten und suchten im ganzen Land nach einem standesgemässen Sitz. Vergeblich. Bis sich schliesslich ein kleines unauffälliges Männchen bei Prinzessin Kulturgut meldete. Es war der Schuhmacher eines Dorfes am äussersten Rand des Königreichs, in der Grafschaft Schmitten. Er pries ihr ein stattliches Gebäude in seinem Dorf an, es eigne sich geradezu perfekt als neues Zuhause ihrer Hoheit. Die Prinzessin, bekannt für ihre Ungeduld und froh, endlich etwas gefunden zu haben, organisierte flugs die Übernahme der besagten Immobilie, pries des Männchens Weitblick und versprach ihm Ruhm und Ehre. Doch o weh, kaum war der Umzug geplant, stellte sich bei einem zweiten, etwas genaueren Blick heraus, dass des Schuhmachers Hütte sich doch nicht als Schloss eignet. Und die Moral von der Geschicht: Kaufe keine Katze im Sack, wenn du den Schu(h)macher nicht kennst. 

 

 

 

CHOISIR LE CONFORT:

UN QUARTIER ENTRE LAC & VIGNES

By Christian Constantin

 

Wer mit dem Auto durch Sugiez fährt oder durch das Immobilien-Angebot der Freiburger Riviera stöbert, kommt an Christian Constantin nicht vorbei. Doch warum Sugiez, warum der Vully? Für einen, der für das Wallis steht wie sonst kaum einer? Recherchen der «Fasburgera» haben ergeben, dass der umtriebige Architekt und Fussball-Präsident sich vor allem aus einem Grund für Sugiez entschieden hat: um neben den Baustellenbesichtigungen noch gleich ein paar Mal ins Box-Training zu Fritzli Chervet zu gehen.

 

 

 

 

«Vorwärts!». «Voorwärts!». «Voooorwäääärts!». «VOOORWÄÄÄRRRTTSS!!!!»

Es nützt alles nichts. Das Auto folgt dem Fuss auf dem Gaspedal nicht, sondern rutscht langsam, aber stetig dem flotten Boot auf dem Anhänger nach, die Rampe des Murtner Hafens hinab. Glug, glug, glug, glug, langsam ins Wasser.

Der Hafenwart schreit Zetermordio, die Spaziergänger staunen, die Feuerwehr kommt angerannt, und der Fahrzeughalter ist baff. Doch warum auch die ganze Aufregung? Das Schiffchen ist gewassert, und näher am Murtensee hat noch nie ein Berner sein Auto parkiert.

 

 

 

Es stimmt, ...

... dass fünf «Musketiere» aus dem Sense-Oberland vor wenigen Wochen an einem Schiesswettbewerb in Moutier teilnehmen wollten.

Es stimmt aber nicht, dass ...
.. sie den Weg dorthin einfach so leicht fanden.

Es stimmt aber doch, ...
... dass sie stattdessen nach Môtier reisten und somit einen «kleinen» Umweg von 200 Kilometern machten. Die Moral von der Geschichte: Selbst im Zeitalter von GPS und iPhone muss man halt richtig schreiben und lesen können ...

 

 

 

Stachlige Qualifikation

Gleich zwei Kandidierende für den frei werdenden Sitz im Staatsrat führen als Qualifikation für die Übernahme dieses Amtes Kenntnisse in Imkerei an. Der neu zu wählende Landwirtschaftsdirektor wird ja schliesslich vermutlich auch für das Volk der Bienen zuständig sein. Erstaunlich nur, dass unter den Bewerbern für diesen Job die freigestellten Sensler Bieneninspektoren nicht figurieren.

 

 

Gut vertreten am WEF

Freiburg war neben Bundespräsident Alain Berset auch mit der Wünnewiler Firma Robor am WEF in Davos vertreten. Die Firma hat ein System entwickelt, das mit Leichtigkeit tonnenschwere Betonklötze aus dem Weg räumen kann, wenn keine terroristische Gefahr mehr droht. Offensichtlich arbeitet die kleine, renommierte Firma auch an der Entwicklung eines Systems, mit welchem Betonköpfe aus der Welt geschafft werden können, die mit Fake News drohen. Bis zum WEF 2019 soll sie so weit sein.

 

 

 

Es stimmt, ...

... dass die Gemeinde Tafers Pläne hat, die Parkplätze im Dorf in die blaue Zone zu legen.

Und es stimmt auch, ...
... dass dies bei vielen Autofahrern für rote Köpfe gesorgt hat.

Es stimmt aber nicht, ...
... dass der Taferser Gemeinderat aufgrund der Reklamationen heimlich grüne Männchen beauftragt hat, alle Parkfelder rosa zu malen.

 

 

 

 

Engelwelten

Für einen kurzen Moment noch entführt das Museum für Kunst und Geschichte die Besucher in einer Ausstellung in die Welt der Engel. Sind Engel männlich oder weiblich, wird da diskutiert. Klar doch: männlich, wenn schon, oder dann geschlechtslos. Unbeantwortet muss aber auch die engelsgleiche Verena die Frage des Dichters Christian Morgenstern lassen, wie viele Engel auf der Spitze einer Stecknadel Platz finden. Doch, dass Engel Nahrung zu sich nehmen, scheint für das Museum klar zu sein. Die Pasta in Puttenform, die am Eingang zur Engelwelt feilgeboten wird, mundet jedenfalls himmlisch!

 

 

 

Preis für NeighborHub aberkannt

 

Es stimmt, ...

... dass das Freiburger Projekt NeighborHub am Solar Decathlon im amerikanischen Denver die besten Noten für nachhaltiges Bauen erhielt.

Es stimmt aber nicht, ...

.... dass den Freiburger der Preis wieder aberkannt wurde, weil der Transport des Materials in Containern von Freiburg über den Atlantik und wieder zurück mit Lastwagen und schwerölbetriebenen Frachtschiffen all die Bemühungen um Nachhaltigkeit gleich wieder zunichte machte.

 

Ein Restaurant für ältere Bauersleute?
Es rumort im Gastgewerbe des Sensebezirks. Wirtewechsel überall. So gab es einen solchen auch im Restaurant Drei Eidgenossen zu Bösingen, wo schon viele Gäste haben Speis und Trank genossen. Früher gabs Rösi, neu Rösti. Es stimmt aber nicht, wie gewisse Gerüchte verbreiten, dass das Restaurant neu vor allem für ältere Bauersleute gedacht sei, die eigentlich nach einem arbeitsreichen Leben in einem Stöckli ihren Lebensabend geniessen sollten. «Die Drei Eidgenossen sind kein Ersatz für ihr Stöckli», heisst es. Hingegen hat man dort die Jass-Regeln geändert. Neu heisst es: Stöckli, Wys, Stich.

 

Neues vom Tüpfli-Zug

Er hält, er hält nicht, er hält, er hält nicht, er hält ...
Die TPF-Züge halten in Muntelier-Löwenberg seit dem Fahrplanwechsel nur noch jedes zweite Mal. Für das Transportunternehmen stellte sich nur noch die Frage, wie es dies den wartenden Fahrgästen am kleinen Bahnhof einleuchtend erklärt.
Es hat nun ein kleines Blumenfeld angelegt, mit Margritli zum Selberpflücken und Blüten-Abreissen: Er hält, er hält nicht, er hält ...

 

Marktgeschrei

Ein Ort ohne Licht, eine Kindertagesstätte ohne Kinder, eine Metzgerei ohne Metzger, ein Schuhmacher ohne Schuhe, ein Uhrmacher ohne Uhren und eine Käserei zwar mit Käse, aber ohne Kunden. Irgendwie war etwas falsch am Konzept der Markthalle in Murten. Nun geht sie wieder zu, und es entsteht eine Brasserie. Warum, das weiss niemand besser als Gastro-König Gilbert Montani selber: Das Gesetz des Marktes.

 

Intimes Geschäft

Keiner kennt die Bedürfnisse seines Bergvolkes wohl besser als Syndic Jean-Claude. Beim Planen der öffentlichen Bedürfnisanstalt muss er wohl allerdings Mass an den Touristen genommen haben. Anders ist es kaum zu erklären, dass ein Einheimischer angesichts der prekären Verhältnisse auf dem stillen Örtchen an der Gemeindeversammlung um eine Anleitung für die ordentliche Verrichtung des intimen Geschäfts nachfragte. Der Bürger brachte sein dringendes Geschäft so deutlich zum Ausdruck, dass selbst die «Fasburgera» errötend den Blick senkt. Jean-Claude will – wie gewohnt – der Sache nachgehen.
 

Baden gegangen
Mit Stichentscheid musste die Präsidentin des Murtner Generalrats im Dezember über einen Investitionskredit für die Badi Murten befinden. Ihre Stimme hat einen Teil des beantragten Kredits schliesslich zum Kippen gebracht. Aus diesem Debakel hat der am Entscheidungsabend abwesende Verwaltungsrat der Badi und SVP-Generalrat von Murten, Urs Kaltenrieder, offenbar seine Lehren gezogen. Gerüchte besagen, dass sich der diplomierte Sanitärtechniker auf seiner Visitenkarte neuerdings auch als «Spezialist für verpasste Chancen» mit dem Zusatzangebot «Ich helfe Ihnen, den Zeitpunkt Ihrer Asienreise sorgfältig zu planen» anpreist.
 

FUND, WUND, BUNT, MUND

Der neue Verein Kultur Natur Deutschfreiburg (KUND) entstand bekanntlich aus der Fusion der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft mit dem Deutschfreiburger Heimatkundeverein. Die Abkürzung KUND ist noch etwas ungewohnt und erschliesst sich noch nicht so selbstverständlich und wirft Fragen auf. Die «Fasburgera» bringt deshalb Alternativvorschläge, wie der neue Verein beinah auch geheissen hätte:

- WUND für «Wie zUm Teufel heisst dieser VereiN schon wieDer»
- MUND für «Mann, haben die keinen vernünftigeren Namen gefUNDen?»
- FUND für «Fiele UNglaublich nutzlose Deutungen Dieser Abkürzung fallen mir ein»
- BUNT für «Beat, hättest du dich nicht für den gUten alten NameN HeimaTkundeverein einsetzen können?»

 

Alternatives Schwingfest
Die Organisatoren des Schwarzsee-Schwingets konnten zum Glück mit dem Kanton Freiburg eine Lösung finden, damit der Traditionsanlass nach drei Jahren im Exil in Plaffeien wiederum direkt am See stattfinden kann. Die Parteien einigten sich auf einen Probelauf auf dem neuen Naturrasenplatz des Sport- und Freizeitzentrums, des Campus. Sie hoffen, dass diese Wiese nicht allzu viel Schaden nimmt. Die «Fasburgera» hat einen Vorschlag, der all diese Probleme mit einem Schlag löst: Bye bye Schwingfest Schwarzsee, welcome Black Lake Open. Denn die schöne Grünfläche würde sich doch super als wimbledonmässige Rasenfläche für ein Tennisturnier eignen. Roger Federer würde es sicher gefallen, vor dieser malerischen Kulisse zu spielen.

Gelbe Investitionen
Die Gemeinde Rechthalten hat mit einer chinesischen Delegation Freundschaft geschlossen. Die Chinesen ihrerseits haben Interesse gezeigt, mit der Region wirtschaftliche Beziehungen einzugehen. Diese Pläne haben sich nun in den letzten Monaten konkretisiert. Wie die «Fasburgera» erfahren hat, haben die Chinesen ihr Interesse an verschiedenen Projekten angemeldet und grosszügige Angebote gemacht. Allerdings sind diese – wie das so ist mit ausländischen Investoren – an verschiedene Bedingungen geknüpft:

- Sie wollen für zehn Millionen Franken den Schwarzsee kaufen. Einzige Bedingung ist, dass er dann in Gelbsee umgetauft wird.
- Sie haben sich für das Entenmoos in Rechthalten interessiert, doch zogen sie ihr Angebot wieder zurück, als sie erfuhren, dass dort keine Ente süss-sauer angeboten wird.
- Sie möchten die Patenschaft für das Fondue moitié-moitié übernehmen, verlangen jedoch, dass dieses künftig mit Essstäbchen gegessen wird.

Giffers – bald eine Geisterstadt?
«Giffers wird nie mehr so sein wie früher, wenn das Asylzentrum eröffnet.» Diese Worte stammen nicht aus dem Evangelium, sondern vom Propheten Ruedi, wie man ihn liebevoll nennt. Wir befürchten in der Tat auch, dass es zu einem grossen Exodus kommt und dass Giffers bald einmal einer Geisterstadt gleichen wird, wie wir sie vom Wilden Westen nach dem Goldrausch her kennen. Der Exodus hätte zumindest den Vorteil, dass eine Fusion zwischen Giffers und Tentlingen nicht mehr ein Thema wäre. Wir sind überzeugt, dass es Jahrzehnte brauchen würde, bis sich die ersten Ureinwohner von Giffers wieder in diesem Dorf niederliessen, bis sich die ersten Geissen und Kühe sowie die ersten Schweine – vielleicht nicht mehr so en gros wie früher – in dieser Gemeinde des Oberlandes ansiedeln würden.