Plaffeien 08.02.2018

In Konflikt mit Naturgefahren

Der Kanton will gewisse Zonen eingangs Schwarzsee nicht bewilligen, weil diese Parzellen von Naturgefahren bedroht sind. Die Gemeinde sucht das Gespräch.

Es war für die Plaffeier Behörden eine Überraschung, als die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion im letzten Amtblatt das Ortsplanungsdossier Burstera- Chretza-Rohrmoos publizierte. «Wir haben lange darauf gewartet, immer wieder nachgefragt und nichts gehört», sagt Otto Lötscher, Ammann von Plaffeien, auf Anfrage. Die Gemeinde hat diesen Teil der Planung Ende 2012/Anfang 2013 aufgelegt, dies im Zusammenhang mit einem geplanten Bachverbauungs- und Renaturierungsprojekt. Die Auflage des Zonennutzungsplans war damals eine Bedingung des Kantons. Seither hat Plaffeien auf Bescheid aus Freiburg gewartet. Dieser fällt aus Sicht der Gemeinde nicht gerade positiv aus. Die Direktion listet darin nämlich eine ganze Reihe von Elementen auf, die sie nicht genehmigen will. Es handelt sich dabei um verschiedene Parzellen, für welche die Gemeinde einen Zonenwechel vorgesehen hatte. Die jetzt erfolgte Auflage im Amtblatt ist Teil des Bewilligungsprozederes: Die Gemeinde erhält das rechtliche Gehör und kann zu diesem Nichteinzonungsentscheid Stellung beziehen.

Von Naturgefahren bedroht

Das kantonale Raumplanungsamt begründet seinen Entscheid vor allem mit der Lage der betroffenen Parzellen. Diese befinden sich gemäss Gefahrenkarte in einem Gebiet, das von Naturgefahren bedroht ist und für das spezielle Vorschriften gelten. Konkret geht es um Überschwemmungen, Hangrutsche und Steinschlag. So sieht der Kanton zum Beispiel gewisse Abstände zu Gewässern vor.

«Wir werden mit dem Kanton Kontakt aufnehmen», sagt Otto Lötscher auf Anfrage. Einige der aufgelisteten Punkte seien klar, bei anderen wolle die Gemeinde genauer nachfragen. Dies vor allem auch, weil indirekt auch das geplante Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekt tangiert wird. Zum Beispiel ist vorgesehen, dass eine Parzelle aus der Bauzone genommen wird, deren Eigentümer bereit war, sich massgeblich an den Kosten für die Bachverbauung zu beteiligen. «Der Landbesitzer fragt sich nun zu Recht, warum er den Schutz mitfinanzieren soll, wenn das Land gar nicht mehr in der Bauzone sein soll.»

Zudem sieht der Kanton einige Änderungen in den Zonen vor, die bei der Eingabe des Zonenplans aktuell waren, es heute aber gar nicht mehr sind, wie Lötscher ausführt. «Es macht von der Logik her keinen Sinn, diesen Teil der Ortsplanung jetzt zu genehmigen», führt er aus. Die Gemeinde will dem Kanton deshalb vorschlagen, dieses Verfahren zu sistieren oder die Frist für eine Stellungnahme zu verlängern. «Wir möchten diesen Teil in die Gesamtortsplanung nehmen und alles zusammen bereinigen.»

Ob der Kanton auf diesen Wunsch eingeht, ist noch nicht klar. Das grösste Problem sei der Konflikt zwischen Parzellen und Naturgefahren, sagt Corinne Rebetez, Sprecherin der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion, auf die Frage, warum diese so viele Punkte in diesem Zonennutzungsplan nicht genehmigen will.

Der Entscheid der Direktion hat keinen Einfluss auf das geplante Hochwasserschutzprojekt. Für dieses liegt die Baubewilligung vor; die Arbeiten sollen dieses Jahr beginnen.