Schmitten 14.09.2017

Mehr Platz für Lanthner Käse

Alex, Markus und Caroline Sturny im neuen Käsekeller.
Die Käserei Lanthen bei Schmitten hat ein neues Käsereifungslager mit Platz für 1680 Laibe gebaut. Die Käsereigenossenschaft zeigt den Keller und weitere Neuerungen am Samstag am Tag der offenen Türen.

Markus Sturny, Käser in der Käserei Lanthen bei Schmitten, hat seit einigen Monaten eine neue Hilfskraft namens Josi. Es handelt sich dabei aber nicht um einen menschlichen Mitarbeiter, sondern um einen Käseroboter. Er hilft dem Käser bei einer der wichtigsten täglichen Arbeiten und zugleich bei einer der mühsamsten: Josi holt die 35 Kilogramm schweren Laibe aus dem Regal, dreht sie um, reibt sie mit Salzwasser ein und legt sie wieder zurück ins Regal – eine Arbeit, die je nach Lagerdauer erst täglich, dann mehrfach pro Woche erledigt werden muss, damit der Käse gleichmässig von aussen nach innen reifen kann. «Der Käseroboter ist eine grosse Arbeitserleichterung», hält Markus Sturny fest.

«Josi» ist nur eine der Neuerungen, welche die Käserei in den letzten Monaten umgesetzt hat. Hauptsächlich ging es der Besitzerin, der Käsereigenossenschaft Lanthen, um den Bau eines neuen Käsekellers. Zusätzlich sind das rund 70-jährige Gebäude renoviert und der Käseladen erneuert worden. Nun sind die letzten Arbeiten abgeschlossen und die Genossenschaft lädt am kommenden Samstag zu einem Tag der offenen Tür ein.

Es fehlte an Platz

Ein neues Käsereifungslager war aus Platzgründen nötig geworden. Vor dem Umbau wurde der Käse in vier Kellern auf zwei Etagen gelagert. Es standen rund 1000 Lagerplätze zur Verfügung, die aber nicht ausreichten. Im ebenerdigen Anbau, der südlich der Käserei realisiert werden konnte, hat es nun Platz für 1680 Laibe. In einem der alten Keller ist zudem das Salzbad mit 100 Plätzen eingerichtet. Die Käsereigenossenschaft hat sich für einen Käsekeller aus einer Backsteinvollmauerung entschieden, da der Backstein gut geeignet ist, um Temperatur und Feuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben. Ein ausgeklügeltes System aus mit Eiswasser gefüllten Chromstahlrohren und drei Temperaturfühlern sorgt dafür, dass es im Keller immer 14 Grad kalt ist. Diese «stille Kühlung», die Markus Sturny zum grössten Teil selbst montiert hat, hat gegenüber einer Klimaanlage den Vorteil, dass sie platz- und so auch kostensparend ist. Der neue Käsekeller hat sich bereits bewährt: Er hat sowohl kalte Tage im letzten Winter wie auch die Hitzetage in diesem Sommer gut überstanden.

Gruyère für die Cremo

Der 50-jährige Markus Sturny verarbeitet 1,34 Millionen Kilogramm Milch von elf Milchlieferanten aus Schmitten und Umgebung – hauptsächlich zu Gruyère AOP, der von der Cremo übernommen wird. Die restliche Milch verarbeitet der Käser zu Spezialitäten wie dem Lanthner Käse, dem Lanthner Mutschli oder dem Lanthner Feuerwerk, einem Käse mit Gewürzen, den er zusammen mit seinem 19-jährigen Sohn Alex entwickelt hat. Dieser hat seine Ausbildung zum Milchtechnologen abgeschlossen, wird nun noch im Welschland seine Kenntnisse erweitern und allenfalls später in den Betrieb einsteigen.

Neben Markus Sturny gehören ein Mitarbeiter sowie seine Frau Caroline, die den Laden betreut, zum Team. Gerne hätte der Käser auch Milchtechnologen ausgebildet und ihnen die Arbeit mit einem Naturprodukt näher gebracht. Seit zwei Jahren findet er aber trotz intensiver Suche keine Jugendlichen, die sich für diese Ausbildung interessieren.

1,4 Millionen investiert

Die Mitglieder der Käsereigenossenschaft Lanthen investierten rund 1,4 Millionen Franken in den Bau des Käsekellers und in die Renovation der Käserei. Der Betrag liegt etwas höher als budgetiert, da unerwartete Arbeiten ausgeführt werden mussten. Im Gegenzug haben der Käser und die zwölf Genossenschaftsmitglieder rund 1000 Stunden Eigenleistung in das Projekt gesteckt. Der Käsereibetrieb konnte auch während den Bauarbeiten aufrechterhalten bleiben, auch wenn es gemäss Markus Sturny nicht immer einfach war. Da das Umbauprojekt bereits seit Jahren in Diskussion ist, haben die Landwirte bereits früh einen Teil des benötigten Geldes in einen Baufonds eingezahlt, um die Grossinvestition zu finanzieren.

Vor einigen Jahren haben sechs Käsereigenossenschaften im unteren Sensebezirk den Neubau einer gemeinsamen Grosskäserei geprüft. Dieses Projekt war schliesslich fallengelassen worden, weil es keine Einigung gab und die Genossenschaften sich dafür entschieden, selbständig zu bleiben und eigene Lösungen zu suchen.

Vorschau

Offene Türen in der Käserei Lanthen

Die Käsereigenossenschaft Lanthen sowie die Käserfamilie Markus und Caroline Sturny-Fontana laden am kommenden Samstag zu einer Betriebs- und Kellerbesichtigung ein. Die Besucher können auf einem Rundgang den Lauf der Milch verfolgen: von der Annahme über das Kessi, die Presse, den Salzbadkeller bis zum grossen Lager – natürlich mit «Josi» an der Arbeit. Dazu gibt es Degustationen, Fondue sowie Festbetrieb. Bereits heute Donnerstag hat die Käserei den Gewerbeverein zu Gast, und morgen Freitag gibt es eine Eröffnungsfeier mit Behörden, Verbänden und den am Bau beteiligten Unternehmen.

im

Sa., 16. September, 10–19 Uhr.