07.12.2017

Mathilde Gremaud

Ski-Freestyle

Geburtsdatum: 8. Februar 2000

Beruf: Schülerin an der Sportschule Engelberg

Wohnort: La Roche

Verein: SC La Berra

Erfolge 2017: Sieg bei den X-Games in Oslo in der Kategorie Big Air, mehrere Weltcup-Podestplätze, Rang 5 bei der WM in Sierra Nevada.

Es war ein unglaubliches Jahr für Mathilde Gremaud –und es war eine Achterbahnfahrt. Aus dem Nichts sprang die Freiburgerin auf Anhieb an der Weltspitze mit, nur gerade drei Jahre nachdem die ehemalige Alpin-Fahrerin überhaupt mit Freestyle angefangen hatte. In den Kategorien Slopestyle (eine Art Hindernisparcours) und Big Air (Sprünge über eine grosse Schanze) schaffte sie es bei mehreren Weltcup-Rennen aufs Podest. Der grosse Coup gelang der erst 17-jährigen Greyerzerin Anfang März, als sie sich bei den X-Games in Norwegen in der Kategorie Big Air mit einem Switch Double Rodeo 10 Safety den Sieg holte. «Dieser Sieg war für mich klar Höhepunkt des Jahres. Ich habe einen Trick gezeigt, den ich noch nie zuvor geschafft hatte. Es war ein tolles Resultat, ein tolles Erlebnis.» Was im Speziellen für den Event in Oslo gilt, traf im Allgemeinen für die gesamte Saison zu. «Natürlich hätte ich mir nicht zu erträumen gewagt, auf Anhieb um die Podestplätze zu kämpfen», sagt Gremaud. Aus dem Nichts führte sie ein Leben, von dem viele träumen. «Ich mag es, viel herumreisen zu dürfen, und ich liebe meinen Sport, er ist sehr kreativ, und das Gefühl des Fliegens ist unglaublich.»

Ende März allerdings musste Mathilde Gremaud erleben, wie schnell im Sport alles gehen kann. Während einem Fotoshooting in Tschechien riss sich die Freiburgerin das rechte Kreuzband. «Ich blicke auf eine schwierige Zeit zurück, es war nicht leicht, geduldig zu bleiben.» Seit gut einem Monat darf sie immerhin wieder Ski fahren. «Schmerzen verspüre ich keine mehr, aber auf grössere Sprünge muss ich weiterhin verzichten. Es ist wichtig, dass ich keine Etappen überspringe.» Im Dezember wird es Gremaud, die die Sportschule in Engelberg absolviert, noch vorsichtig angehen. «Vielleicht kann ich ab und zu ein, zwei kleine Sprünge machen, aber voll angreifen werde ich dann im Januar.» Vor der Verletzung waren die Olympischen Spiele im Februar 2018 in Pyeongchang das erklärte Fernziel der Athletin. Ist dieses Ziel noch aktuell? «Auf jeden Fall. Ohne die Verletzung hätte ich mir gar eine Topplatzierung zum Ziel gesetzt. Nun ist es in erster Linie mein Ziel, mich zu qualifizieren. Ich bin zuversichtlich, dass es klappt.» Angst, dass sie nach der Verletzung bei ihren Sprüngen im Kopf nicht mehr gleich frei ist, hat sie jedenfalls nicht. «In dieser Sportart darfst du keine Angst haben. Ich denke deshalb schlicht nicht zu viel darüber nach.»

fm