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… und am Ende fällt alles zusammen

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Gottéron macht sich das Leben weiter selbst schwer. Sogar gegen ein über weite Strecken uninspiriertes, um nicht zu sagen, schwaches Biel schauten gestern keine Punkte heraus. 49 Minuten lang machten die Freiburger einen soliden Eindruck und hatten die Partie im Griff – um am Ende doch einmal mehr ihre mentale Fragilität unter Beweis zu stellen.

Biel als Inspirationsquelle?

Wäre es der erste Spieltag gewesen, hätte man den 5:2-Sieg der Seeländer als Überraschung bezeichnet. Nach dem Verlauf der Saison war der gestrige Erfolg allerdings standesgemäss. Biel ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel ein guter Torhüter ausmachen kann. Mit dem mittelmässigen Goalie-Duo Lukas Meili/Simon Rytz durchlebten die Seeländer letztes Jahr eine äusserst schwierige Saison. Die Seeländer mussten den schweren Gang in die Liga-Qualifikation nur deshalb nicht antreten, weil in der Nationalliga B mit Ajoie eine Mannschaft ohne Aufstiegsambitionen den Titel holte. Auf diese Saison hin gelang Biel mit der Verpflichtung des langjährigen NHL-Goalies Jonas Hiller jedoch ein Coup. Der bald 35-Jährige verleiht der Mannschaft viel Stabilität. Seine Ausstrahlung dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass die Bieler, deren Mannschaft derjenigen der letzten Saison ansonsten sehr ähnelt, sich in dieser Saison ziemlich sicher für die Playoffs qualifizieren werden.

Es liegt auf der Hand, dass Biels Werdegang Gottéron als Inspirationsquelle dienen könnte. Die Freiburger liegen im Tabellenkeller, Goalie Benjamin Conz hat mit 89,2 Prozent die schlechteste Abwehrquote der Liga. Nur logisch, dass der Name Reto Berra immer lauter im St. Leonhard herumgeistert. Der 30-jährige Goalie isst in Nordamerika hartes Brot: In der aktuellen Saison kam er noch zu keinem einzigen NHL-Einsatz, ein Wechsel zurück in die Schweiz wird deshalb immer wahrscheinlicher. Obwohl Conz für nächste Saison noch einen Vertrag hat, gehört Freiburg sicherlich zu den grössten Interessenten Berras.

Einmal mehr ein guter Start

Conz machte auch gestern keine Werbung in eigener Sache. Zwar wäre es fehl am Platz, ihm die Schuld für die Niederlage in die Schuhe zu schieben. Am Ende betrug seine Abwehrquote aber dennoch einmal mehr nur ungenügende 82,6 Prozent.

Die Freiburger begannen – wie so oft in dieser Saison – gut. Mit aggressivem Forechecking stellten sie die im Spielaufbau wenig sattelfesten Bieler immer wieder vor Probleme. Das Heimteam schaffte es kaum, saubere Spielzüge zu kreieren. In den ersten 20 Minuten schoss Biel nur gerade viermal auf das Tor. Gottéron schaffte es jedoch nicht, aus der Überlegenheit Profit zu schlagen. Keiner, der die Spiele Gotté­rons in dieser Saison regelmässig verfolgt hatte, war deshalb überrascht, dass der erste Treffer der Partie zu Beginn des Mitteldrittels Biel gelang. Marco Maurer schoss Philipp Wetzel an den Helm – von dort flog der Puck ins Tor. Dieser Gegentreffer brachte die Freiburger noch nicht aus dem Tritt. In der 33. Minute lenkte Julien Sprunger einen Schuss von Sebastian Schilt entscheidend ab und erzielte das verdiente 1:1.

Huras’ Stuhl wackelt

Genauso oft, wie Freiburg in dieser Saison gut startete, liessen sie im Schlussdrittel deutlich nach. Das war in Biel erneut der Fall. Dabei schoss Roman Cervenka nach einem Traumpass von Julien Sprunger die Gäste in der 43. Minute sogar in Führung. Zu diesem Zeitpunkt sprach alles für einen Sieg der Freiburger, die das Spiel gut im Griff zu haben schienen. Die Abwehr hinterliess ohne Yannick Rathgeb (gesperrt), Lorenz Kienzle (krank) und Ralph Stalder (verletzt) einen überraschend soliden Eindruck. Auch weil der junge Andrea Glauser neben Alexandre Picard einmal mehr eine starke Partie zeigte.

Doch ab der 49. Minute kam Gottérons Fragilität doch noch zum Vorschein. Einen Schuss von Dave Sutter liess Conz nach vorne abprallen, der Rebound landete beim etwas gar alleine gelassenen Jacob Micflikier, der mit dem Ausgleich die Physiognomie des Spiels völlig verändern sollte. Plötzlich hatten die Bieler Aufwind, in der 55. Minute leistete sich zunächst Marc Abplanalp – er verliess das Eis mit einer Minus-3-Bilanz – einen kapitalen Fehler im Aufbau, ehe Conz die Ecke nicht schnell genug zumachen konnte, und Marco Pedretti das 3:2 erzielte. Es war die Entscheidung. Die weiteren Tore waren nur noch Bieler Zugabe.

Das 2:5 war bereits wieder Gottérons sechste Niederlage aus den letzten sieben Spielen. Bis zur Nationalmannschaftspause stehen nun noch die Heimspiele gegen Lugano und Lausanne sowie die Auswärtspartie in Genf an. Es dürften auch für Trainer Larry Huras entscheidende Spiele sein. Geht Gottérons Krebsgang ungebremst weiter, wird seine Personalie während der achttägigen Pause zur Diskussion stehen.

Telegramm

Biel – Gottéron 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)

5634 Zuschauer. – SR Kurmann/Mandioni, Altmann/Küng. Tore: 22. Wetzel (Maurer, Nicholas Steiner) 1:0. 33. Sprunger (Schilt, Cervenka) 1:1. 43. Cervenka (Sprunger, Birner) 1:2. 49. Micflikier 2:2. 55. Pedretti 3:2 (Haas, Pouliot) 3:2. 58. Schmutz (Micflikier) 4:2. 60. (59:15) Pedretti (Pouliot) 5:2 (ins leere Tor). Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Biel, 3-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron.

Biel: Hiller; Lundin, Jecker; D. Sutter, Fey; Maurer, N. Steiner; Dufner; J. Schmutz, Earl, Micflikier; Pedretti, Haas, Pouliot; Rossi, Neuenschwander, Fabian Lüthi; Tschantré, F. Sutter, Wetzel; Horansky.

Freiburg-Gottéron: Conz; Schilt, Leeger; Glauser, Picard; Abplanalp, Chavaillaz; Maret; Mauldin, Schmutz, Mottet; Sprunger, Cervenka, Birner; Fritsche, Rivera, Neuenschwander; Neukom, Chiquet, Steiner.

Bemerkungen: Biel ohne Valentin Lüthi, Wellinger (verletzt), Rajala, Hächler (überzählig), Gottéron ohne Rathgeb (gesperrt), Kienzle (krank), Stalder, Bykow, Loichat (alle verletzt). Picard im zweiten Drittel verletzt ausgeschieden. – 58. (57:47) Timeout Gottéron, danach bis 59:15 ohne Goalie.

Die FN-Besten: Pedretti, Sprunger.

Der heutige Gegner

Fakten zu Lugano

• Lugano ist das schlechteste Auswärtsteam der Liga. Die Tessiner gewannen nur gerade 4 ihrer 21 Auswärtsspiele und holten dabei lediglich 13 Punkte.

• Linus Klasen ist mit grossem Abstand Topskorer des Teams. Vor dem gestrigen Spiel hatte er 10 Tore und 35 Assists auf dem Konto. Trotzdem weist er mit Minus-13 die schwächste Plus-Minus-Bilanz auf.

• Im Dezember fügte Lugano Gottéron beim 8:1 in der Resega die höchste Saison­niederlage zu.

fm

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