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10 000 Menschen feiern die zweihundertjährige Stadt Nova Friburgo

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Der Festumzug über die Avenida Alberto Braune findet jedes Jahr am 16. Mai, dem Gründungsdatum der Stadt Nova Friburgo, statt. Zum 200-Jahr-Jubiläum der Stadtgründung am Mittwoch war aber alles ein bisschen anders als sonst. Normalerweise dauert der Festumzug etwa drei Stunden. Zum Jubiläum dieses Jahr waren es aber fünf Stunden. Gemäss den Organisatoren defilierten dieses Jahr insgesamt 10 000 Personen durch das Stadtzentrum.

Eine andere Besonderheit betraf die Thematik des Umzugs. Nach dem traditionellen Auftakt mit einem Defilee von Armee-Einheiten mit Blasmusik, Fahrzeugen und Waffenschau sowie von verwandten Organisationen wie Polizei, Feuerwehr oder Grenzschutz widmete sich der zivile Teil des Umzugs der Geschichte der Stadt.

Fünf historische Themen

Erstmals wurden die rund 120 teilnehmenden Gruppen, Institutionen, Clubs oder Schulen in fünf historische Themengebiete eingeteilt: Genesis, die Stadtgründung (1800-1850); Belle Epoque mit der Ankunft der Eisenbahn (1850-1900); moderne Zeiten (1900-1950); Aufbau der Modeindustrie (1950-2000); auf zu neuen Ufern (2000-heute).

Bilder vom Umzug ganz am Ende des Artikels.

Im ersten Teil des Umzugs fand die Schweizer Delegation ihren Platz. Nach dem feierlichen Hissen der Fahnen vor dem Rathaus, dem Abspielen der Hymnen der Schweiz, Brasiliens und Nova Friburgos gehörten die Schweizer zu den Ersten, die sich dem brasilianischen Publikum präsentierten.

Soziale Forderungen am Umzug.

Beim Themengebiet der Stadtgründung lief der Freiburger Historiker Martin Nicoulin voraus. Er hatte 1973 mit der Veröffentlichung seiner Doktorarbeit «La Genèse de Nova Friburgo» überhaupt dafür gesorgt, dass das Bewusstsein um die Verbindung zwischen Freiburg und Nova Friburgo wieder erwachte. Zuvor waren die Schweizer Wurzeln in Nova Friburgo mehr oder weniger vergessen gegangen.

Defilee der Freiburger Familien

Wie zahlreich die Nachkommen der rund 800 Freiburger Auswanderer von vor 200 Jahren heute noch sind, wurde auf der Avenida Alberto Braune ebenfalls deutlich. Die Familien Folly, Thurler und Cardinat liefen zum Teil mit ihren Familienwappen als grosse Gruppen zwischen den Schweizer Gästen. Musikalisch begleitet wurden sie vom Blasorchester des Kollegiums St. Michael, das für das Defilieren extra an der Copacabana geübt hatte (FN vom Mittwoch).

Die rund 150-köpfige Schweizer Delegation präsentierte sich dem brasilianischen Publikum zum Teil in volkstümlichen Trachten sowie mit Schwyzerörgeli und Treicheln. Ebenfalls als Einzelgruppe lief eine American-Football-Mannschaft aus Bulle mit. Diese hatte am Sonntag ein Plauschspiel gegen eine Mannschaft von Nova Friburgo ausgetragen.

Das offizielle Freiburg gab sich im dunklen Anzug ganz staatsmännisch. Nebst Nationalratspräsident Dominique de Buman (CVP) marschierten die Staatsräte Jean-Pierre Siggen (CVP) und Maurice Ropraz (FDP), Grossratspräsident Markus Ith (FDP), Vizepräsident Roland Mesot (SVP) sowie die Syndics von Freiburg, Estavayer, Châtel-Saint-Denis oder Pont-la-Ville durch die Stadt. Daneben waren auch das schweizerische diplomatische Korps in Brasilien sowie die Verantwortlichen des kantonalen Kulturamtes dabei.

Fast ein Karneval

Der Umzug bot aber vor allem einen Überblick über das beeindruckende gesellschaftliche, kulturelle und soziale Leben Nova Friburgos. Sämtliche Altersgruppen, sozialen Schichten, Berufsstände, Service-Clubs, wohltätigen Vereine, Folklore- und Sport-Clubs sowie Kolonien der verschiedenen europäischen Herkunftsländer präsentierten sich im besten Licht. Es machte ganz den Eindruck, als spiele halb Nova Friburgo ein Musikinstrument. Nahm man dazu noch die farbenprächtigen Kostüme, so wähnte man sich, je länger der Umzug dauerte, an einem brasilianischen Karneval.

Geschichte

Eine Stadtgründung über zwei Jahre

Im März 1808 liess sich der portugiesische Hof in Rio de Janeiro nieder. 1817 reiste ein Gesandter im Namen der Freiburger Regierung nach Rio de Janeiro, um über die Ansiedlung einer Schweizer Gemeinschaft zu verhandeln. Am 2. Mai 1818 anerkannte König João VI. die schweizerische Neutralität und ratifizierte am 16. Mai 1818 den Kolonisierungsvertrag. Dieses Datum gilt bis heute als Gründungstag Nova Friburgos. Im Herbst desselben Jahres ratifizierte auch die Freiburger Regierung den Vertrag und rief dann die Bevölkerung zur Einschreibung für die Reise nach Brasilien auf. Alle Bewerber mussten katholisch sein. Auch andere Kantone sollten sich beteiligen. Am 4. Juli 1819 startete die erste lange Reise von Estavayer via Rotterdam und Rio de Janeiro in die Region von Nova Friburgo. Die ersten Siedler kamen noch 1819 in Brasilien an, andere erst im Jahr 1820. Die Feier zur Stadtgründung fand mit den ersten Einwohnern im Frühjahr 1820 statt. Etwas über 2000 Personen hatten die Reise auf sieben Schiffen unternommen, davon rund 800 aus dem Kanton Freiburg. 311 Personen starben an Bord.

uh

 

 

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