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100 Jahre gemeinsames Singen

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Die Frauen in den Sopran- und Altstimmen des Cäcilienvereins Brünisried üben zweistimmig ihre Passagen im Proberaum der Mehrzweckhalle Brünisried. Sie singen aus der «Friedensmesse in G» von Lorenz Maierhofer das Kyrie Eleison. Nach Aufforderung des Chorleiters Kornel Köstli stimmen die Männer mit ein. Warme, tiefe Stimmen erklingen aus der hintersten Sitzreihe und ergänzen die Frauen.

Mädchen nur zu Weihnachten

Die Stimmenvielfalt von heute war in der hundertjährigen Geschichte des Chors nicht immer selbstverständlich. An der ersten Gesangsprobe des Cäcilienvereins Brünisried am 20. Oktober 1919 waren zwar noch zehn Frauen und zehn Männer anwesend. Aber 1940 wendete sich das Blatt. Für 34  Jahre waren ausschliesslich Männer im Chor zugelassen – obschon der Chor während fast all dieser Jahre unter der Leitung einer Frau, Geneviève Brügger-Deriaz, stand. Ab 1961 durften Frauen den Chor an Weihnachten unterstützen. «Jedoch waren dies nur ledige Mädchen», sagt Madlen Brünisholz. Sie ist heute zusammen mit zwei weiteren Frauen Co-Präsidentin des Cäcilienvereins. «Der Sohn von Geneviève Brügger-Deriaz setzte sich für einen gemischten Chor ein», erzählt sie. So kam es, dass ab 1972 wieder Frauen aufgenommen wurden.

Peter Rappo singt an der Probe an diesem verregneten Donnerstag in der hintersten Reihe. Er ist seit 60 Jahren beim Cäcilienverein Brünisried dabei. «Damals waren wir gezwungen, Frauen aufzunehmen», erzählt er. Vom Klang her sei es seiner Meinung nach aber besser für den Chor. Der volle Klang, den die 25 Mitglieder verteilt auf vier Stimmlagen an dieser Probe kreieren, bestätigt dies.

Warme Atmosphäre

Chorleiter Kornel Köstli führt die Sängerinnen und Sänger durch die «Friedensmesse». Nicht nur jedes Wort, auch jeder Ton wird unter seiner Anleitung geschliffen. «Hier könnt ihr das schon noch etwas schärfer aussprechen», sagt er, vor dem Chor stehend. Schon erklingt das Kyrie Eleison präziser. Die Stimmen liegen übereinander und erzeugen eine Wärme im relativ kleinen Proberaum. Der Regen plätschert an die Fensterscheiben, und eine wohlige Stimmung entsteht. «Die Atmosphäre und die Freude am gemeinsamen Musizieren zeichnet unseren Chor aus», sagt Madlen Brünisholz.

Regeln waren früher strikter

Interessierte Sängerinnen und Sänger seien jederzeit eingeladen reinzuschauen, so Madlen Brünisholz. Früher waren die Regeln strenger. Die Co-Präsidentin zitiert aus den Statuten von 1921: «Wer als Aktivmitglied aufgenommen zu werden wünscht, hat sich beim Dirigenten zu einer Prüfung zu stellen.»

Hubert Schafer hat wie Peter Rappo 60 Jahre für Cäcilienvereine im Sensebezirk gesungen und hat speziell den Ehrgeiz eines Dirigenten in Brünisried noch gut in Erinnerung. An einer Probe war der Gesang nicht sattelfest genug. «Der Dirigent meinte, wenn wir es nicht können, sollen wir zu Hause bleiben.» Dies tat Hubert Schafer auch. Er verliess den Chor für zwei Jahre und trat erst wieder ein, als der Dirigent zurückgetreten war. Der Zwist von damals ist schon lange Geschichte. Schafer ist dem Chor dankbar. «In Brünisried konnte ich mich erst richtig entwickeln.»

Heute probt der Chor ausser im Sommer jeden Donnerstagabend. Früher hätten sie häufiger geübt, erzählt Peter Rappo. Dirigentin und Organistin Geneviève Brügger-Deriaz habe die Frischlinge zu sich nach Hause genommen, um zusätzlich zu den regulären Proben zu üben. «Damals hatten wir aber auch fast jeden Sonntag Auftritte», so der langjährige Sänger. Ihr Auftritt war fester Bestandteil der Sonntagsmesse. «Das meiste war damals auf Latein», erzählt er.

Ein unerwartetes Konzert

Derzeit tritt der Verein nur alle paar Jahre auf. Der letzte Auftritt war am 1. November anlässlich der Andacht zu Allerheiligen. An der Probe erinnert Kornel Köstli daran, während die Sängerinnen und Sänger ein neues Notenheft zur Hand nehmen: «Beerdigungs-Gesänge» steht vorne drauf. Der Chorprobe ging ein Schicksalsschlag voraus. Geneviève Brügger-Deriaz verstarb am Vortag dieser Probe im Alter von 108 Jahren. Der Chor würdigt ihr Engagement für den Cäcilienverein Brünisried mit einem Auftritt an ihrem Beerdigungsgottesdienst. Ihr Einsatz sei deutlich sichtbar gewesen, erzählt Peter Rappo am Ende der Proben mit einem Schmunzeln. «Während sie das Harmonium mit den Händen spielte und mit den Füssen trat, hat sie mit dem Kopf den Chor dirigiert.»

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