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13 Jahre warten auf den Bau des Stalls

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Olivier Fasel steht zwischen den Erdhaufen, die sich vor seiner Reithalle auftürmen. Es ist ein herrlicher Herbsttag, die Sicht ist klar und reicht über die Hügel des Senselands bis zur Kaiseregg. Der Reitstallbetreiber zeigt auf die Wiese vor sich: «Hier soll der eine Unterstand zu stehen kommen, und die Auslauffläche wird bis zu dem Waldstück dort reichen.»

Olivier Fasel spricht vom neuen Pferdestall, der hier bis im nächsten Sommer stehen soll. Es wird ein sogenannter Aktivstall sein: Dabei stehen die Pferde nicht in einzelnen Boxen, sondern in Gruppen zusammen auf einer grossen Fläche. Futterplätze, Unterstände, Liege- und Bewegungsbereiche sowie Trinkgelegenheiten sind so angeordnet, dass sich die Pferde möglichst viel bewegen – so wie es ihrer Natur entspricht.

Wäre es nach Olivier Fasel gegangen, wäre der Stall bereits seit Jahren gebaut. 2007 übernahm er den landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferdehaltung im Chrommen zwischen Alterswil und St. Antoni von seinem Vater. Dieser betrieb dort schon seit 1988 eine Pferdezucht. Olivier Fasel hat einen Pensionsstall: Er vermietet Stallplätze für die Pferde von Besitzerinnen und Besitzern, die keinen eigenen Stall haben.

Kein Vollerwerbslandwirt

Bereits bei der Übernahme des Hofs war Olivier Fasel klar: Ein neues Stallgebäude muss her. Das alte bot für die Tiere zu wenig Platz und entsprach nicht den modernen Standards. «Wir haben dann Kontakt mit dem Landwirtschaftsamt aufgenommen und unsere Situation erklärt», erzählt Fasel. Die ernüchternde Antwort: Das Vorhaben sei hoffnungslos. Denn der Stall befindet sich in der Landwirtschaftszone. Weil unter der damaligen Gesetzgebung Pensionspferde aber nicht als Grossvieheinheiten zählten, galt Olivier Fasel nicht als Vollerwerbslandwirt – und durfte deswegen nichts bauen. «Unser Hof ergab gemäss den auf dem Gesetz beruhenden Berechnungen nur ein Arbeitspensum von 37 Prozent», erklärt Olivier Fasel. Das reicht nicht, um Vollerwerbslandwirt zu sein. Faktisch waren drei Personen mit der Versorgung der damals rund 40 Pferde voll beschäftigt.

Die einzige Möglichkeit, unter diesen Umständen zu bauen, war eine Zonenänderung: von der Landwirtschaftszone in eine Spezialzone für Pferdesport oder eine Sport- und Freizeitzone. «Die Gemeinde St. Antoni unterstützte unsere Pläne», so Fasel.

Umzonung abgelehnt

Doch der Kanton war nicht einverstanden: Das Bau- und Raumplanungsamt genehmigte die Umzonung nicht. Das Anliegen sei im Wesentlichen wegen ungenügender Angaben vom Amt für Umwelt negativ begutachtet worden, schreibt das Bau- und Raumplanungsamt auf Anfrage der FN (siehe auch Kasten). Olivier Fasel zog vors Kantonsgericht, dieses gab ihm recht. Doch nun gelangte das Bundesamt für Raumentwicklung mit einer Beschwerde an das Bundesgericht in Lausanne.

Dieses entschied im Jahr 2014 unter anderem, dass das Dossier unter das Zonenmoratorium von Freiburg falle, wie Olivier Fasel erzählt. Zur Erinnerung: Im Kanton Freiburg durften während mehrerer Jahre keine neuen Bauzonen eingezont werden, bis der kantonale Richtplan in Kraft trat, was erst 2019 geschah.

Gemäss dem kantonalen Bau- und Raumplanungsamt ging das Dossier zur Beurteilung zurück ans Kantonsgericht, das im April 2016 zum Schluss kam, dass die fragliche Einzonung nicht genehmigt werden könne.

Veränderte Gesetzeslage

Doch 2016 änderte sich – zum Glück von Fasel – die Gesetzeslage mit dem neuen Raumplanungsgesetz auf Bundesebene. Pensionspferde galten damit wieder als Grossvieheinheiten. Und Olivier Fasel somit als Vollerwerbslandwirt. Ergo darf er auf seinem Land einen Stall bauen. Fasel machte sich an die Planung, erhielt dieses Jahr im Juli grünes Licht, und Anfang Oktober begannen schliesslich die Arbeiten.

Olivier Fasel seufzt und sagt: «Das war jetzt die Kurzfassung. Dazwischen kam es zu zahlreichen Briefwechseln, Stellungnahmen, Abklärungen.» Und immer wieder: warten. Olivier Fasel und seine Frau Céline haben einen Berater engagiert, der sich mit der Raumplanung auskennt, «sonst hätten wir keine Chance gehabt». Fasel lacht und sagt: «Ich weiss nicht, ob es Idealismus oder Sturheit ist, die uns so weit gebracht hat.»

Existenzielle Frage

Er wird wieder ernst und sagt: «Der Bau des neuen Stalls ist eine existenzielle Frage für uns.» Fasel macht besonders dem Bau- und Raumplanungsamt des Kantons Freiburg Vorwürfe. Die Kommunikation sei schwierig gewesen; mehrmals sei ihm nicht mitgeteilt worden, dass es noch zusätzliche Dokumente brauche und welche das seien. Auch sei es teils sehr lange – Wochen oder Monate – gegangen, bis eine Rückmeldung gekommen sei.

Olivier Fasel denkt, dass das auch damit zusammenhängt, dass er einen Pensionsstall für Pferde hat. «Die Pferdehaltung fällt irgendwie zwischen Stuhl und Bank», sagt er. «Manchmal hatte ich das Gefühl, dass unser Dossier wie eine heisse Kartoffel hin und her geschoben wurde.»

Er gibt ein Beispiel: Die Angaben, wie gross die Auslauffläche pro Pferd sein sollte, sind sehr unterschiedlich. Der Tierschutz empfiehlt 150 Quadratmeter pro Pferd, das Raumplanungsamt und das Landwirtschaftsamt 40 Quadratmeter. Die Minimalanforderung des Tierschutzes verlangt 24 Quadratmeter. «Wir haben uns an der Empfehlung des Tierschutzes ausgerichtet, also 150 Quadratmeter», so Fasel. Das Raumplanungsamt habe aber gebremst: Fasel durfte nicht mit mehr als 40 Quadratmetern pro Pferd planen.

Den Ämtern falle es schwer, die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten von Pferdehaltung zu machen, so Fasel. «Ein Handelsstall, der davon lebt, Pferde zu kaufen und zu verkaufen, ist etwas ganz anderes als ein Pensionsstall für Freizeitreiter, wie wir ihn betreiben.» Olivier Fasel hofft jetzt einfach, dass es gut kommt. «Ich bin sehr froh, dass wir jetzt loslegen können.»

Reaktion

«Alle Projekte müssen bestimmten Verfahren folgen»

Die FN haben das Bau- und Raumplanungsamt des Kantons Freiburg um eine Stellungnahme zur Geschichte von Olivier und Céline Fasel gebeten. Es bestätigt den Ablauf, den Olivier Fasel schildert. Zum Vorwurf, dass das Verfahren lange dauerte und Antworten auf sich warten liessen, schreibt das Amt, dass alle Projekte bestimmten Verfahren folgen müssten, um genehmigt zu werden. Das Amt habe im konkreten Fall zweimal Ergänzungen beantragen müssen, bevor der Staat die Bewilligung habe erteilen können. Das habe das Verfahren verlängert.

Auf den Vorwurf von Olivier Fasel, dass das Amt ihm teils nicht mitteilte, welche Dokumente benötigt werden, schreibt dieses, die Dokumente seien immer übermittelt worden und das Amt stehe jederzeit zur Verfügung, um Informationen bereitzustellen. Zudem arbeite das Bau- und Raumplanungsamt für die Gutachten mit anderen Ämtern zusammen – auf kantonaler und auch auf Bundesebene. Wenn es um Pferde gehe, sei etwa das kantonale Amt für Landwirtschaft involviert. Die verschiedenen Aspekte würden bei jeder Überprüfung berücksichtigt.

nas

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