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18 Monate bedingt

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18 Monate bedingt

Ex-Direktor des Gesundheitsnetzes Glane

Der frühere Direktor des Gesundheitsnetzes des Glanebezirks ist zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Das Gericht befand ihn der Veruntreuung für schuldig.

Dem Verurteilten wurden grosszügige Lohnregelungen von über 260 000 Franken vorgeworfen, die er sich selber und seinen Mitarbeitern gewährte.

Der 43-jährige Mann war im Juni 2003 nach zwei Jahren Tätigkeit fristlos entlassen worden. Bei der Einstellung im Jahr 2001 hatte es ein Tauziehen um den Lohn gegeben, der dann auf 140 000 Franken festgesetzt wurde. Er forderte 160 000 Franken, das Gesundheitsnetz, präsidiert von Oberamtmann Jean-Claude Cornu, schlug ihm ein Jahresgehalt von 125 000 Franken vor. Danach hatte er seine Bezüge und jene von Mitarbeitern eigenmächtig hinaufgeschraubt.

Zusätzliche Aufgaben?

Mit dem Kompromiss von 140 000 Franken erwartete das Gesundheits-netz ein tadelloses Engagement von seinem Direktor. Dieser aber vertrat die Ansicht, dass dieses Geld nur für die Aufgaben «reichte», die er innerhalb des Netzes ausführte. Nicht aber für andere Aufgaben, die sich im Verlaufe der Zeit dazugesellten.

Dies sah aber der Anwalt des Gesundheitsnetzes, Alexis Overney, anders. «Keine Aufgabe, die er wahrnehmen musste, war ihm fremd. Er hat sie alle in seinem Brief aufgeführt, den er im Dezember 2000 verfasst hat, um seine Lohnansprüche zu begründen», hielt er fest.

Der Angeklagte vertrat jedoch die Ansicht, dass er sich und seinen Mitarbeitern nur die Überstunden auszahlen liess – «für gut geleistete Arbeit». So hat er eigenmächtig Lohnerhöhungen von 20 bis 25 Prozent vorgenommen. In 30 Monaten hat er so sein Einkommen um rund 114 000 Franken aufgebessert, was einem zusätzlichen Monatslohn von 3800 Franken entspricht.

Am Rande des Betrugs

Laut dem Vertreter der Staatsanwaltschaft, Raphaël Bourquin, ist das Vorgehen des ehemaligen Direktors am Rande des Betrugs einzustufen. Er gab zu bedenken, dass der Angeklagte genau wusste, was das Gesundheitsnetz vom ihm verlangte, zumal er das Pflichtenheft als Mitglied des Ausschusses selber redigiert hatte. Er habe auch gewusst, dass nur der Vorstand über Lohnerhöhungen entscheiden konnte. Dennoch habe er sie vorgenommen, ohne jemanden zu fragen.

Der Substitut der Staatsanwältin behauptete nicht, dass sich der Angeklagte das Schweigen gewisser Mitarbeiter erkauft hatte. Nach seinen Worten hat aber sein grosszügiges Verhalten bezüglich Lohnerhöhungen dazu gedient, die Bombe nicht zum Platzen zu bringen. «Man erhöht den Lohn aller und spricht nicht mehr darüber.»

Gericht folgte der Staatsanwaltschaft

Raphaël Bourquin forderte deshalb wegen qualifizierter Veruntreuung eine Gefängnisstrafe, war aber nicht dagegen, dass sie bedingt ausgesprochen wurde. Der Verteidiger Marc-Aurèle Vollenweider plädierte auf Freispruch, zumal sein Klient nicht als Einziger unterschriftenberechtigt gewesen sei. Das Gericht folgte der Staatsanwaltschaft und sprach die Gefängnisstrafe auf drei Jahre bedingt aus. FN/sda

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