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200 Prozent für das Folkloretreffen

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Im Alter von neun Jahren trat er erstmals selbst am Internationalen Folkloretreffen (RFI) in Freiburg auf, er war mehrere Jahre lang Gruppenführer, 2010 übernahm er das Amt des künstlerischen Direktors. Nach fünf Jahren tritt Stéphane Renz, Sohn des RFI-Mitbegründers Cyrill Renz, nun ab. Sein Amt übergibt er an Jean-Olivier Vörös, einen langjährigen Mitarbeiter des Festivals.

 

 Stéphane Renz, Sie hatten vor dem Festival gesagt, Sie wünschten sich gutes Wetter, glückliche Zuschauer und Gruppen, die alle wiederkommen wollen. Wie ist Ihre persönliche Bilanz?

Wettertechnisch haben wir wohl eine der besten Wochen in diesem Pseudo-Sommer erwischt. Dies hat dazu beigetragen, dass zahlreiche Besucher das Dorf der Nationen oder die Vorstellungen der Rubrik «Un autre regard» besucht haben. Die Echos diesbezüglich waren sehr positiv. Und auch den Gruppen hat es gefallen: Viele haben mir gesagt, sie würden gerne wiederkommen. Zudem war die für die Artisten reservierte «Bar privé» immer bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Das ist ein gutes Zeichen.

 

 Es war die fünfte Ausgabe unter Ihrer künstlerischen Leitung. Was hat sich in diesen fünf Jahren verändert?

Meine Idee war, die Kontinuität und die Qualität des Festivals zu sichern. Ich habe aber zudem versucht, vermehrt einen Akzent auf die Öffnung des Festivals zu setzen, damit es auch mehr Junge und Familien anlockt und für die Folklore begeistert.

 

 Ist Ihnen dies gelungen?

Ich bin nicht naiv, und ich weiss, dass das Durchschnittsalter in den Freiburger Folkloregruppen nicht plötzlich auf 16 Jahre sinken wird. Aber es war mir wichtig, nicht nur Unterhaltung zu bieten, sondern auch die Liebe zur Folklore und zum kulturellen Erbe weiterzugeben.

 

 Vor Ihrem ersten Festival hatten Sie angekündigt, Sie wollten die Eröffnungs- und Schlussfeier dynamisieren, die Vielfalt der Gruppen herausarbeiten und die Unterkünfte für die Künstler verbessern.

Ja, und Ersteres ist mir sicher gelungen: Die Feiern sind sicher abwechslungsreicher geworden. Dies ist auch wichtig: Jemand, der kein Kenner der Folklore ist, will nicht zwanzig Minuten lang einer einzelnen Gruppe zuschauen.

 

 Und wie gehen Sie besser auf die Gruppen ein?

Ich habe die Rubrik «Un autre regard» eingeführt; da kommen nicht nur die Tänze zum Tragen, sondern die Gruppen erzählen Märchen oder singen. Dazu gehört beispielsweise auch der Auftritt in der Grotte im Galterental; das ist nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Gruppen selbst eindrücklich. Was diese Akzentuierung der Vielfalt anbelangt, kann mein Nachfolger aber sicher noch einiges verbessern.

 

 Kommen wir zu den Unterkünften.

In diesem Punkt sind wir in den letzten Jahren nicht wirklich vorwärtsgekommen. Wir haben versucht, eine Alternative zu den unterirdischen Unterkünften zu finden, und waren beispielsweise auch mit der Poya-Kaserne in Kontakt. Es ist aber schwierig, und das Geld für Hotels haben wir nicht.

 

 Gibt es denn oft Reklamationen deswegen?

Fast alle Gruppen sind überrascht, wenn sie die Zimmer sehen. Etwa die Hälfte reagiert negativ. Dann beginnen die Diskussionen. Meist können wir die Künstler aber davon überzeugen, dass es besser ist, eine Unterkunft zu haben, die zwar nicht so schön ist, aber dafür gross genug, dass fünf oder sechs Gruppen darin Platz finden. Und da die anderen Bedingungen wie das Essen, die Ambiance oder die Organisation der Auftritte sehr gut sind, reisen auch die meisten zufrieden wieder ab. Dass eine Gruppe beim Anblick der Zimmer sofort die Rückreise antrat, gab es meines Wissens nur ein oder zwei Mal.

 Was waren–abgesehen von diesen Gruppen–die grössten Herausforderungen?

Ich war während zwanzig Jahren Mitglied einer Tanzgruppe und kannte die Welt der Folklore; zudem hatte ich 15 Jahre als freiwilliger Helfer gearbeitet und kannte auch unser Festival. Was mich aber überrascht hat, ist der Zeitaufwand. In den ersten zwei Jahren investierte ich acht bis zehn Stunden pro Woche ins Festival–neben einer 100-Prozent-Stelle und drei kleinen Kindern ist das viel. Da gab es oft lange Nächte und kurze Wochenenden.

 

 Ist der Zeitaufwand auch der Grund, warum Sie nun Ihr Amt abgeben?

Zum einen sicher, obwohl dieser auch von Jahr zu Jahr ein wenig abgenommen hat. Zum anderen ist der künstlerische Direktor sozusagen die Seele des Festivals. Ich habe immer 200 Prozent gegeben, aber nach einer gewissen Zeit lässt die Motivation automatisch etwas nach, die neuen Ideen sprudeln etwas weniger. Zudem ist es in den ersten Jahren eines Festivals einfacher, kreativ zu sein und ständig etwas Neues zu bieten. Und ich bin überzeugt: Es ist besser, fünf Jahre lang alles zu geben, als zehn oder fünfzehn Jahre lang halbherzig dabei zu sein.

 

 Was geben Sie Ihrem Nachfolger mit?

Jean-Olivier Vörös ist schon lange dabei, hat die nötige Erfahrung und alle Kompetenzen, die es braucht. Ich musste aber für mich selbst das Ganze ab und zu relativieren und mir sagen, dass das Festival–obwohl wir es über alles lieben–nicht unser Leben ist und wir halt doch nur ehrenamtliche Mitarbeiter sind. Und manchmal muss man sich damit zufriedengeben, dass die beste Lösung halt nur die am wenigsten schlechte ist.

 

 Und sind Sie nächstes Jahr im Vorstand oder in den Reihen der freiwilligen Helfer vertreten?

Ich werde der erste Zuschauer sein. Natürlich bleibe ich mit dem Festival verbunden und stehe auch meinem Nachfolger stets zur Verfügung. Ich möchte aber nicht, dass mein Schatten in irgendeiner Weise über meinem Nachfolger steht. Deshalb werde ich mich in den ersten Jahren nach meinem Rücktritt etwas zurücknehmen und eine gewisse Distanz wahren.

«Manchmal muss man sich damit zufriedengeben, dass die beste Lösung nur die am wenigsten schlechte ist.»

Stéphane Renz

künstlerischer Direktor des RFI

«Es ist besser, fünf Jahre lang alles zu geben, als zehn Jahre lang halbherzig dabei zu sein.»

Stéphane Renz

künstlerischer Direktor des RFI

Bilanz: Ein vielfältiges Programm lockte über 30 000 Zuschauer an

D ie anstrengenden Tage und die langen Nächte waren dem Präsidenten, Jean-Pierre Gauch, und dem künstlerischen Direktor des Internationalen Folkloretreffens Freiburg (RFI), Stéphane Renz, gestern kaum anzusehen, als sie am Morgen vor die Medien traten.

«Es waren alle Gruppen da, wir hatten grundsätzlich trockenes Wetter, und wir haben unser Ziel von 30 000 Zuschauern erreicht. Wir sind zufrieden», resümierte Jean-Pierre Gauch, bevor er ob der vielfältigen Darbietungen ins Schwärmen geriet. «Die drei Kindergruppen waren unglaublich. Sie vermochten so zu verzaubern, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen ein Strahlen in den Augen bekamen», erzählt er mit mindestens ebenso leuchtenden Augen. Auch was die freiwilligen Helfer betraf, habe das RFI einen Erfolg verzeichnet: Zu viele wollten sich beteiligen, am Schluss mussten die Organisatoren die Einschreibungen gar stoppen.

Einen leichten Rückgang verbuchten hingegen die verschiedenen Saalveranstaltungen. Dieses Jahr habe bereits am Sonntag vor dem Eröffnungsumzug eine Vorführung im Rahmen des RFI stattgefunden. «Wir hatten insgesamt also eine Vorführung mehr als sonst. Es könnte sein, dass diese die Galaabende etwas konkurrenziert hat», meinte Gauch. Nun gelte es, die Situation zu analysieren und für nächstes Jahr ein gutes Gleichgewicht zu finden.

Ein guter Ausgleich sei hingegen auf der künstlerischen Seite gelungen, sagte Stéphane Renz. «Wir hatten ein vielfältiges Programm – auf verschiedenen Ebenen.» Namentlich bei der Art der Folklore, der geografischen Herkunft oder beim Alter – die jüngste Teilnehmerin war sechs, der älteste Teilnehmer 80 Jahre alt – habe das Folkloretreffen für jeden etwas bieten können.

Ein einschneidendes Erlebnis sei für ihn die Kindervorstellung gewesen, sagte Renz. Das Schauspielhaus Equilibre war bis auf den letzten Platz gefüllt, einige fanden keinen Platz mehr. «Es ist wunderbar, dass gerade die Kindervorstellung solchen Anklang findet. Es kann aber nicht sein, dass wir Kinder nach Hause schicken müssen.» Er sei jedoch zuversichtlich, dass der Vorstand für die nächste Ausgabe eine Lösung finde. Er selbst wird dabei nicht mehr mitdiskutieren; die 40. Ausgabe war für ihn zugleich die letzte als künstlerischer Direktor. Trotzdem verriet er zum Schluss das Thema für die kommende Ausgabe: keltische Folklore. rb

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