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30 Tage Vaterschaftsurlaub in Freiburg

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Vaterschaftsurlaub, unbezahlte Elternzeit, Home­office, ein neues und transparenteres Lohnsystem: Das alles und noch viel mehr führt die Stadt Freiburg mit ihrem revidierten Personalreglement ein.

Quer durch alle Parteien hindurch lobten die Generalratsmitglieder am Montagabend das neue Reglement, das den heutigen Bedürfnissen des Arbeitsalltags entspreche und helfe, Arbeit- und Familienleben unter einen Hut zu bringen. Die Fraktionssprecherinnen und -sprecher hoben auch hervor, dass die breite Vernehmlassung dazu geführt habe, dass viele Anliegen der Angestellten, der Gewerkschaften und der Parteien frühzeitig aufgenommen und diskutiert worden seien.

Angehörige pflegen

Das Stadtparlament akzeptierte am Montagabend alle neuen Freitage, die der Gemeinderat vorgeschlagen hatte. So können Stadtangestellte künftig an fünf Tagen im Jahr freinehmen, um verunfallte Familienmitglieder zu pflegen. Wer kranke Angehörige pflegt, erhält zwölf Freitage im Jahr, für das Kind sogar 20 Tage. Zudem gibt es neu einen unbezahlten Elternurlaub von bis zu sechs Monaten. Und wer bei einem grossen Kultur- oder Sportanlass Freiwilligenarbeit leistet, erhält dafür bis zu drei bezahlte Freitage im Jahr.

Diese Neuerungen hatte der Gemeinderat vorgeschlagen. Die Spezialkommission, welche die Revision des Personalreglements begleitet hatte, schlug zusätzlich vor, Eltern einen halben Tag im Jahr zu gewähren, an dem sie ein Kind an einen bedeutenden Anlass begleiten können – wie den Schulanfang oder die Lehr­abschlussprüfung. Syndic ­Thierry Steiert (SP) wehrte sich vergeblich. Er argumentierte, das neue Reglement sei bereits sehr grosszügig ausgestaltet. Noch mehr Freitage würden die Organisation der Verwaltung erschweren. Zudem sei unklar, was «ein bedeutender Anlass» denn sei. Doch das Parlament stimmte mit 40 zu 25 Stimmen bei 3 Enthaltungen für den Änderungsantrag.

Der Vaterschaftsurlaub

Eine längere Debatte entfachte sich rund um die Dauer des Vaterschaftsurlaubs. Heute gewährt die Stadt Freiburg ihren Angestellten einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen. Neu schlug der Gemeinderat 20 Tage vor. Der Spezialkommission ging dies nicht genügend weit: Sie forderte 30  Tage. Und die Grünen setzten sich gar für einen Vaterschaftsurlaub von 40 Tagen ein. «Klar geht Freiburg mit 20  Tagen weiter als andere Gemeinden in der Schweiz», sagte Grünen-Sprecher Oliver Collaud. «Wir müssen uns aber auch bewusst sein, dass die Schweiz in Sachen Gleichstellung und Vaterschaftsurlaub hinterherhinkt.» Untersuchungen zeigten, dass dann ein Familienprojekt aufgebaut werden könne, wenn beide Eltern mindestens vierzig Tage zusammen zu Hause seien. Erst eine solche Zeitspanne führe dazu, dass sich beide um Kinder und Haushalt kümmerten.

Doch die Ratsmehrheit fand, 30 Tage seien genug. «Das ist bereits eine Öffnung, die Gleichheit zwischen den Eltern wird auch so gefördert», sagte beispielsweise SP-Fraktionspräsident Marc Vonlanthen. Und Alexandre Sacerdoti sagte im Namen der CVP-GLP-Fraktion: «Mit 30 Tagen gehen wir weit und ermöglichen, dass traditionelle Rollen verändert werden.» Béatrice Acklin Zimmermann (FDP) meinte: «Es steht jedem Mann frei, nach der Geburt zu Hause zu bleiben und Ferien zu nehmen; wem die Geburt eines Kindes nicht genug Grund sind, Ferien zu nehmen, kann auch mit einem Vaterschaftsurlaub nicht dazu gebracht werden, die Wichtigkeit zu erkennen.»

In einer ersten Abstimmung stellte Ratspräsident Blaise Fasel (CVP) die beiden Änderungsanträge gegeneinander auf: 30 Tage oder 40 Tage Vaterschaftsurlaub? Der Rat sprach sich mit 48 gegen 18 Stimmen bei 3 Enthaltungen für einen Vaterschaftsurlaub von 30 Tagen aus. Diese Variante obsiegte danach auch gegen den ursprünglichen Vorschlag des Gemeinderats, und zwar mit 52 gegen 14 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Vor allem FDP-Mitglieder stimmten gegen den längeren Vaterschaftsurlaub.

Wohn-Entschädigung

Angestellte der Stadt, die auf Gemeindeboden wohnen, erhalten eine Entschädigung. SVP-Sprecher Pascal Wicht beantragte, dies abzuschaffen. «Das macht heute, da wir uns auf eine Fusion vorbereiten und die Gemeindegrenzen unwichtig werden, doch keinen Sinn mehr.» Doch der Rat behielt den Passus mit 51 gegen 13 Stimmen bei 5 Enthaltungen bei.

In der Abschlussabstimmung sprach sich der Rat einstimmig für das revidierte Re­glement aus – und applaudierte sich daraufhin selber.

Gemeinderat

Modernere Bedingungen

Das Personalreglement der Stadt Freiburg stammt von 1998, das Reglement über die gleitende Arbeitszeit von 2003. Sie seien zwar noch relativ neu – und doch bereits nicht mehr auf der Höhe der Zeit, schreibt der Gemeinderat in seiner Botschaft zur Revision des Personalreglements. Da seien zum einen die gesetzlichen Grundlagen, die sich verändert hätten. Zum andern aber auch der Ausbau der Verwaltung und die gesellschaftlichen Entwicklungen. Arbeiteten 1998 noch 549 Personen für die Stadt, hat die Gemeinde heute 628 Angestellte. «Die Vereinbarung von Arbeits- und Familienleben ist für Eltern zu einer wahren ­Herausforderung geworden», schreibt der Gemeinderat. Dessen müsse und wolle sich die Stadt als Arbeitgeberin bewusst sein und die Arbeitsbedingungen anpassen.

 

 

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