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36 Sekunden, die alles veränderten

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Die 27. Minute veränderte alles. Mit zwei Toren innerhalb von 36 Sekunden drehte Yannick Rathgeb die Partie und sorgte damit ganz offensichtlich dafür, dass seinen Mitspielern eine grosse Last von den Schultern fiel. Zunächst erzielte der Offensivverteidiger, der gestern nicht weniger als fünf Skorerpunkte holte, mit einem wunderschönen Slapshot in Überzahl den 2:2-Ausgleich, ehe er einen Konter mit einem Handgelenkschuss zum 3:2 abschloss.

Vier Freiburger Powerplay-Tore

Danach schien bei den Freiburgern eine neue Mannschaft auf dem Eis zu stehen. Ein Beweis, wie viel Einfluss die mentale Verfassung auf den Auftritt einer Mannschaft hat. Plötzlich lief der Puck wieder für Gottéron, dem in den letzten Spielen das Pech an der Schaufel zu kleben schien. Bevor Roman Cervenka in der 31. Minute mit seinem ersten Saisontreffer das 4:2 erzielte, sprang der Puck von der Bande glücklich auf die Schaufel von Michal Birner, der seinen Landsmann perfekt bediente. Und als wäre das alles nicht genug, begann es plötzlich auch Julien Sprunger wieder zu laufen. Der Stürmer, der in den letzten Partien ein Schatten seiner selbst gewesen war, erzielte in der 35. Minute mit einem seiner unwiderstehlichen Direktschüsse das 5:2, das die Entscheidung bedeutete. In der letzten Spielminute erzielte Sprunger in zweifacher Überzahl sogar noch das 6:2.

Das starke Powerplay war der Hauptgrund für Gottérons Befreiungsschlag. Die ersten drei Überzahlspiele nutzten die Freiburger zu drei Toren. Die Treffer Nummer zwei, vier, fünf und sechs fielen allesamt im Powerplay. Hinzu kommt, dass beim ersten Tor der Freiburger eine Strafe gegen Biel angezeigt war. «Der grösste Unterschied im Vergleich zu unseren letzten Spielen war die Effizienz, speziell natürlich im Powerplay», sagte Trainer Mark French denn auch nach der Partie.

Die Düdingen Bulls stellten dem Leader ein Bein.

Gottéron zunächst verunsichert

Vor Rathgebs Doppelschlag hatte wenig darauf hingedeutet, dass der Abend für Got­té­ron fast schon mit einer Gala enden würde. Die sechs Niederlagen in den sieben Spielen zuvor waren sichtlich nicht spurlos an den Freiburgern vorbeigegangen. Bereits nach 72 Sekunden liess Robbie Earl das erste Freiburger Verteidigerduo Benjamin Chavaillaz und Lorenz Kienzle schlecht aussehen und brachte mit dem ersten Schuss die Bieler in Führung. Eine Szene, die unterstrich, dass Gottéron-Trainer French momentan die schwierige Aufgabe hat, zu entscheiden, ob er mehr Offensivpower oder mehr defensive Stabilität will. Dass der Norweger Jonas Holos die Freiburger Defensive sicherer macht, sieht man allein schon an den Leistungen Chavaillaz’, der an der Seite von Holos deutlich besser spielt als neben Kienzle. Mit sechs geschossenen Toren machte die Offensive die etwas wackligere Defensive gestern allerdings mehr als wett, so dass Frenchs Poker, Holos als überzähligen Ausländer auf der Tribüne zu lassen, aufging.

Nur gut eine Minute nach dem frühen Schock glich John Fritsche mit seinem ersten Saisontreffer bereits aus. Wirklich Sicherheit verlieh Freiburg das 1:1 allerdings nicht. Viel eher schien sich das Szenario der letzten Spiele zu wiederholen. Das Geschehen spielte sich zwar fast ausschliesslich im Drittel der Bieler ab, und die Freiburger schossen häufiger aufs Tor als der Gegner, doch zu oft liessen sie sich in die Ecken abdrängen, wo sie zwar brotlose Kunst zelebrieren, aber kaum für Gefahr sorgen konnten. Und als Killian Mottet für ein Beinstellen hinter dem Bieler Tor auf die Strafbank musste, traf Beat Forster im Powerplay den Pfosten, von wo aus der Puck an den Rücken von Goalie Barry Brust und schliesslich ins Tor kullerte.

Hier gibt’s Neuigkeiten zum Stadionumbau St. Leonhard.

Auch am Ende stilsicher

Die Körpersprache, die einige Freiburger Spieler unmittelbar nach diesem Tor an den Tag legten, verhiess nichts Gutes. Es schien sich ein wenig fatalistische Stimmung breitzumachen. Was sie momentan auch machten, am Ende schien es umsonst, als verschwöre sich alles gegen sie.

Gedanken, sie sich während einer Negativspirale oft und gerne einschleichen. Gedanken, die mit dem gestrigen Spiel zumindest fürs Erste aus den Köpfen der Freiburger verschwunden sein dürften. Denn nicht nur während des überragenden Mitteldrittels, das die Freiburger mit 4:0 Toren klar dominierten, sondern auch im Schlussdrittel war die Stilsicherheit zurück. Ohne zu forcieren, hatte Gottéron das Spiel unter Kontrolle und war dem sechsten Tor, das in der Schlussminute auch noch fiel, stets näher als die Bieler ihrem dritten. Emotionen kamen erst am Schluss des Spiels noch einmal auf, als die Bieler mit einigen unnötigen Frustaktionen auffielen. So etwa Mathias Joggi, der in der 57. Minute Rathgeb gegen den Kopf checkte und dafür unter die Dusche geschickt wurde. Für den jungen Verteidiger hatte die Aktion glücklicherweise keine Konsequenzen. Er spielte den Match zu Ende und durfte sich nach dem Spiel von den Fans als überragender Mann feiern lassen.

Der gestrige Sieg war für Got­té­ron nicht nur in Sachen Selbstvertrauen wichtig, sonder auch mit Blick auf die Tabelle. Da mit Langnau, Genf, Lausanne und Kloten vier Kellerteams ebenfalls siegten, waren die drei Punkte für die Freiburger Gold wert, um nicht immer mehr in den Strichkampf verwickelt zu werden. Die Möglichkeit, das Polster auf die letzten vier Plätze weiter auszubauen, haben die Freiburger am Freitag im Spiel in Ambri.

Verfahren gegen Michal Birner

Die Liga hat gegen Michal Birner ein Verfahren wegen einem Check gegen den Kopf von Robbie Earl (46. Minute) eröffnet. Hier ist die Szene im Video:

Ebenso läuft eine Untersuchung gegen den Bieler Mathias Joggi wegen dem gleichen Vergehen in der 57. Minute an Gottéron-Verteidiger Yannick Rathgeb. 

Telegramm

Gottéron – Biel 6:2 (1:2, 4:0, 1:0)

5550 Zuschauer. – SR Oggier/Wiegand, Fluri/Kaderli. Tore: 2. Earl 0:1. 3. Fritsche (Strafe angezeigt) 1:1. 17. Forster (Ausschluss Mottet) 1:2. 27. (26:10) Rathgeb (Cervenka, Birner/Ausschluss Fuchs) 2:2. 27. (26:46) Rathgeb (Meunier) 3:2. 31. Cervenka (Birner, Rathgeb/Ausschluss Tschantré) 4:2. 35. Sprunger (Rathgeb, Birner/Ausschluss Tschantré) 5:2. 60. Sprunger (Rathgeb, Slater/Ausschlüsse Joggi, Fey) 6:2. Strafen: 7-mal 2 plus 10 Minuten (Birner) gegen Gottéron, 7-mal 2 plus 5 (Joggi) plus 10 Minuten (Schmutz) plus Spieldauer (Joggi) gegen Biel.

Gottéron: Brust; Rathgeb, Schilt; Kienzle, Chavaillaz; Glauser, Stalder; Leeger; Sprunger, Cervenka, Birner; Meunier, Slater, Mottet; Rossi, Bykow, Marchon; Fritsche, Rivera, Vauclair; Schmutz.

Biel: Hiller (35. Paupe); Dufner, Kreis; Fey, Jecker; Lofquist, Forster; Hächler; Lüthi, Diem, Pouliot; Nussbaumer, Earl, Tschantré; Micflikier, Fuchs, Schmutz; Joggi, Sutter, Wetzel; Wüest.

Bemerkungen: Gottéron ohne Holos (überzähliger Ausländer) sowie Abplanalp, Neuenschwander und Chiquet (alle überzählig), Biel ohne Steiner, Rajala, Neuenschwander, Lüthi, Pedretti und Maurer (alle verletzt). – Pfostenschuss Mottet (39.).

Die FN-Besten: Rathgeb, Paupe.

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