Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

80 neue Arbeitsplätze für Behinderte

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

80 neue Arbeitsplätze für Behinderte

Die Sensler Stiftung für Behinderte plant einen Werkstatt-Neubau in Schmitten

Im Quartier Schlossmatte in Schmitten entstehen bis in zwei Jahren 80 neue Arbeitsplätze für Behinderte. Die Sensler Stiftung für Behinderte (SSB) möchte mit dem Neubau einer Werkstätte einem wachsenden Bedürfnis entsprechen.

Von IMELDA RUFFIEUX

In den beiden Werkstätten der SSB in Tafers und Schmitten sind derzeit 94 behinderte Personen beschäftigt. Sie kommen vor allem aus dem Sensebezirk, aber auch aus den deutschsprachigen Teilen der Stadt und des Seebezirks. Schon seit einiger Zeit zeichnet sich ab, dass das Stellenangebot in diesem Bereich auf Dauer nicht mehr reicht.

Die Stiftung ist deshalb bemüht, diese Lücke zu füllen. Die ersten Gespräche für den Bau einer neuen Werkstatt begannen vor rund fünf Jahren, wie Stiftungsratspräsident Bruno Köstinger ausführte. Abklärungen in den Sonderschulen wie Les Buissonnets, bei Behindertenorganisationen wie Pro Infirmis und bei den IV-Stellen hätten ergeben, dass der Bedarf an Arbeitsplätzen für Personen mit einer leichten bis mittleren körperlichen oder geistigen Behinderung in den nächsten Jahren noch steigen wird.

Lange Wartelisten

Gemäss Direktor Alois Pürro erhält die Werkstatt regelmässig Anfragen, und es bestehen Wartelisten. Diese sind in den letzten Jahren länger geworden, was auf verschiedene Umstände zurückzuführen ist. Einerseits hat die verschärfte Situation in der Wirtschaft dazu geführt, andererseits besteht bei vielen Behinderten, die derzeit ausserhalb des Kantons Freiburg arbeiten, der Wunsch, in der Nähe ihres Wohnorts eine Stelle zu finden. Auch ist die Zahl von Bewerbern ausländischer Herkunft mit Wohnsitz in der Region in den letzten Jahren gestiegen.

Nach der Bedürfnisabklärung wurde das Projekt beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) angemeldet. Als von dieser Stelle grünes Licht für das Raumprogramm kam, wurde das Vorhaben weiterbearbeitet. Die Projektierung ist in Form eines eingeschränkten Architektur-Wettbewerbs erfolgt, das heisst, es wurden drei Planungsbüros angefragt. Vor drei Monaten bewilligte das BSV das Vorhaben – zwischenzeitlich ist auch dem Antrag zur Erhöhung von ursprünglich 50 auf 80 Arbeitsplätze stattgegeben worden.

Idealer Standort

Die Stiftung hat auf der Suche nach einem geeigneten Standort verschiedene Möglichkeiten abgeklärt. Die gute Verkehrslage bzw. die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war mit ein Grund, warum Schmitten ausgewählt wurde. Mit dem Hauptsitz in Tafers kann so auch eine gute geografische Verteilung der Arbeitsstellen erreicht werden.

Ausserdem sei die Stiftung in Schmitten bei der Projektabklärung von den Gemeindebehörden sehr stark unterstützt worden, betonte Bruno Köstinger. «In Schmitten haben wir einen idealen Platz gefunden.» Dazu gehörte auch, dass die Stiftung von der Gemeinde rund 2800 Quadratmeter Land kaufen konnte. Weitere 1500 Quadratmeter konnten in Form eines Baurechtes für 99 Jahre von der Burgergemeinde der Stadt Freiburg übernommen werden.

Aufgabe des Architekten Manfred Schafer war es, den ausgewählten Platz im Quartier Schlossmatte sinnvoll zu nutzen. Er wird sein vom Stiftungsrat ausgewähltes Projekt «Komet» umsetzen, wobei bei der Bauführung mit dem Architekturbüro Beat Baeriswyl eine Zusammenarbeit vorgesehen ist. Geplant ist der Bau eines länglichen zweigeschossigen Gebäudes, in dem die Werkstatt untergebracht ist. Dieser Arbeitsraum wird so angelegt, dass er je nach Bedarf umgestaltet werden kann.

Am einen Ende dieses rechteckigen Komplexes wird ein so genanntes Kopfgebäude erstellt, das über drei Etagen verläuft. Darin werden die Verwaltung, eine Cafeteria, Räumlichkeiten für Schulung und Weiterbildung sowie eine Verkaufsecke untergebracht sein. Zudem wird die Empfangsstelle für die Abklärung von IV-Renten darin eingerichtet, wie Felix Bürdel, Präsident der Baukommission, in einem Gespräch erklärte. «Wir erstellen einen einfachen, zweckgebundenen und behindertengerechten Industriebau mit einem Kopfgebäude», beschreibt er das Projekt.

Das Bauvorhaben ist mit Kosten von insgesamt 9,5 Mio. Franken veranschlagt, wobei der Landkauf mit 1,2 Mio. Franken zu Buche schlägt. Subventionsberechtigt sind rund sieben Mio. Franken, so dass etwa 3,8 Mio. Franken Subventionen vom Bund zu erwarten sind. Rund fünf Mio. Franken muss die Stiftung mit Unterstützung der öffentlichen Hand selbst aufbringen. Das Bauvorhaben ist den Bestimmungen des öffentlichen Beschaffungswesens unterstellt. Felix Bürdel hofft, dass diese Hürde mit einem klaren Reglement genommen werden kann.

Technisch auf dem neuesten Stand

Für die Betriebseinrichtungen ist ein Betrag von 1,1 Mio. Franken vorgesehen. In diesem Bereich will man eine besonders sorgfältige Auswahl treffen. Die Maschinen in der neuen Werkstatt sollen den grössten technischen Anforderungen genügen. «Die Qualitätsansprüche an die Produkte aus Behindertenwerkstätten sind gestiegen. Unsere Kunden wollen gute Arbeit und dies innerhalb gewisser Fristen. Um mit der Wirtschaft mithalten zu können, müssen wir einen Schritt Richtung Hightech machen», führt Bruno Köstinger aus.

«Wir haben bis jetzt gute Arbeit geleistet, die Wertschöpfung kann aber noch verbessert werden», ergänzt Alois Pürro. Das Bundesamt für Sozialversicherung fordert von den Werkstätten, dass der Eigenwirtschaftsgrad ständig verbessert wird.

Die Behindertenwerkstätte ist derzeit in den Bereichen Holzbearbeitung, Ausrüstung und Montagearbeiten, Metallbearbeitung sowie textiles Werken tätig. Am neuen Produktionsstandort will man das Schwergewicht auf die Metallbearbeitung setzen.

Baubeginn im Frühling 2001

Wie geht es jetzt weiter? Vor wenigen Tagen ist die öffentliche Auflage des Baugesuches erfolgt. Nach Ablauf der Fristen werden die Arbeiten für die Detailplanung und die Kostenberechnung in Angriff genommen. Danach folgt das definitive Subventionsgesuch beim BSV. Wenn alles nach Plan verläuft, kann im Frühling 2001 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit soll die neue Werkstatt Ende 2002 bezugsbereit sein. Eine Einhaltung dieses Terminplanes käme der Stiftung gelegen, denn auf diesen Termin hin erlischt der Mietvertrag für die heutige Werkstatt in der Halle der ehemaligen Petz Elektro in Schmitten.

94 Mitarbeiter in
Tafers und Schmitten

In der Behindertenwerkstatt in Tafers und in der Produktionsstätte in Schmitten sind derzeit 94 Personen beschäftigt, 54 Frauen und 40 Männer. Gemäss Angaben von Direktor Alois Pürro kommen 14 Mitarbeiter aus dem Sense-Oberland, 21 aus dem Mittelland und 39 aus dem Unteren Sensebezirk. 20 Angestellte kommen aus dem Seebezirk, aus der Stadt Freiburg oder von auswärts. Die älteste Mitarbeiterin ist 58 Jahre alt, der Jüngste zählt 20 Jahre.

36 Personen weisen eine leichte geistige Behinderung auf, 32 werden als mittelschwer eingestuft und in fünf Fällen geht es um eine schwere geistige Behinderung. Bei 21 Mitarbeitern liegt eine psychische, physische oder andere Behinderung vor. FN/Comm.

Mehr zum Thema