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83 Stadionverbote gegen Gottéron-Fans

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Gottéron gab am 16.  November nicht nur auf dem Eis, sondern im Besonderen auch daneben ein unrühmliches Bild ab. Rund um die 4:9-Niederlage gegen die Lakers in Rapperswil kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen von Fans. An vorderster Front dabei waren die Friburgensis, eine Ultra-Fangruppierung, die in der Vergangenheit schon öfter negativ aufgefallen war. Begonnen hatte es bereits rund um das Stadion und während des Spiels, als es infolge von Ausschreitungen der Fanlager der Lakers und im Speziellen Gottérons – unterstützt von Hooligans des Fussballclubs Eintracht Trier, zu dem die Friburgensis eine Fan-Freundschaft pflegen – zu Sachbeschädigungen und Körperverletzungen gekommen war. Schliesslich liessen die Freiburger auf der Rückfahrt an der Raststätte Birrhard im Kanton Aargau gegen die Ultras von Servette, die sich ebenfalls auf der Heimreise von einem Auswärtsspiel befanden, auch noch die Fäuste fliegen. Gestern hat die Sicherheitskommission des Schweizerischen Eishockeyverbands in enger Zusammenarbeit mit den Clubs und der Polizeilichen Koordinationsplattform Sport, die seit Mai 2015 bei der Kantonspolizei Freiburg angesiedelt ist (siehe Kasten), gegen 83 Personen ein Stadionverbot, das für die gesamte Schweiz gilt, ausgesprochen.

Unter den 83 Personen befinden sich 22 deutsche Staatsangehörige. Alle übrigen Personen sind in der Schweiz wohnhaft. Insgesamt wurden Stadionverbote gegen 78 Männer und 5 Frauen ausgesprochen. Alle 83 Personen haben für mindestens drei Jahre Zutrittsverbot für sämtliche Eishockey- und Fussballstadien und -spiele in der Schweiz.

Gottéron begrüsst Sanktionen

«Ich kann natürlich nicht sagen, dass es mich freut, wenn der Club in dieser Form in die Schlagzeilen gerät», sagt Gottérons Generaldirektor Raphaël Berger, «aber was mich freut, sind die Sanktionen. Oft können sich die betroffenen Personen verstecken und davonschleichen. Diesmal aber wurden alle bestraft. Punkt.» Ist es oft der Verein selbst, der die Stadionverbote ausspricht, war Gottéron diesmal bei der Sanktionierung nicht federführend. «Erstens fanden die Ausschreitungen nicht in Freiburg statt und zweitens nicht einmal im Stadion. In diesem Fall wurden die Stadionverbote direkt vom Verband ausgesprochen, und zwar auf Basis der Angaben, die er von der Polizei erhalten hat», erklärt Berger. Es liege aber auf der Hand, dass die betroffenen Personen vorderhand den Ul­tras der Friburgensis zuzuordnen seien.

Der Club habe regelmässig in Kontakt mit den Ultras gestanden. «Über den Sicherheitschef und den Fan-Delegierten fand ein regelmässiger Austausch statt. Sie konnten nicht machen, was sie wollten. Und für die Auswärtsspiele mussten sie sich anmelden und einen eigenen Bus organisieren.» Im Wissen, dass es sich um eine Risikogruppe handelt, habe man den Friburgensis im ständigen Dialog immer wieder die Chance gegeben, sich korrekt zu verhalten, führt Berger weiter aus. Auch habe der Verein den Friburgensis nach einigen kleineren und grösseren Zwischenfällen nahegelegt, die Fans aus Trier nicht mehr einzuladen. «Das Ergebnis all dieser Bemühungen sehen wir jetzt – und es ist schlecht.»

Berger geht davon aus, dass das Image Gottérons, das im Zuge dieser Ausschreitungen landesweit gelitten hat, durch die Stadionverbote wieder ein wenig aufgebessert wird. «Diese Meldung wird in der Öffentlichkeit sicher positiv aufgenommen.» Ganz bestimmt erfreulich auswirken wird sich der Ausschluss der Krawallmacher auf die Arbeit des Clubs. «Ohne diese Risikogruppe haben wir in den nächsten Jahren mehr Ruhe in Sachen Sicherheit, insbesondere was die Auswärtsspiele betrifft. An den Heimspielen hatten wir weniger Probleme, weil wir da eine bessere Kontrolle hatten.»

Für Berger ist derweil ebenso klar, dass der Club weiter in einem regen Austausch mit seinen Anhängern stehen will und der Fanarbeit eine wichtige Bedeutung zumisst, «obwohl die Fankultur respektive die Beziehung zwischen den Fanclubs und den Vereinen nicht mehr gleich ist wie früher. Konnten die Fanclubs vor 15 Jahren noch eigenständig Aktionen im Stadion organisieren, so ist das heute nicht mehr ohne Weiteres möglich und es braucht Bewilligungen. Ich sage nicht, dass es heute besser oder schlechter ist, aber es ist anders.»

SIHF

Umsetzung der Stadionverbote ist Sache der Clubs

Wie die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) auf Anfrage erklärte, sind die Vereine als Veranstalter verantwortlich für die Eingangs- und die Eintrittskontrolle und damit dafür, dass die ausgesprochenen Stadionverbote durchgesetzt werden. Dies geschieht unter anderem mithilfe von Szenekennern, die jeder Club in seinen Reihen habe. Die Vereine seien überdies dazu verpflichtet, bei Auswärtsspielen mit Sicherheitspersonal vor Ort präsent zu sein, das die eigene Fanszene kennt. In ihrer schriftlichen Antwort hält die SIHF weiter fest, dass sie noch nie eine so grosse Anzahl von Stadionverboten gleichzeitig ausgesprochen habe. Dass unter den betroffenen Personen keine Genfer Fans sind, die sich auf der Raststätte Birrhard mit Gottéron-Fans geprügelt haben, liege daran, dass bisher keine Anhänger von Servette identifiziert werden konnten.

fs

Polizei

Die PKPS in Freiburg liess Verbote prüfen

Die Polizeiliche Koordinationsplattform Sport (PKPS), die der Geschäftsstelle der Kantonspolizei Freiburg angehört, übernimmt schweizweit den Lead, wenn es um Gewalt im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen geht. So hat die PKPS auch im Fall der Ausschreitungen mit den Gottéron-Fans den Informationsfluss zwischen Liga, Clubs und involvierten Polizeikorps sichergestellt, wie sie auf Anfrage erklärte. «Zudem stand die PKPS insbesondere mit den Verantwortlichen des SIHF als direkten Ansprechpartners seitens der Polizei in Kontakt, um Massnahmen und deren Folgen zu besprechen. Konkret hat die PKPS die SIHF gebeten, ein Stadionverbot gegen alle beteiligten Personen zu prüfen», schreibt die PKPS. Bezüglich der Schlägerei auf der Raststätte habe die Kantonspolizei Aargau zudem eine Untersuchung eröffnet.

fs

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