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Abenteuerspielplatz für Erwachsene

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Abenteuerspielplatz für Erwachsene

«Wirtschaft wozu? Abschied vom Mangel» heisst das Buch von Hans Jecklin

Über die soziale Verantwortung der Unternehmen, über ihre Ethik und über ihre Shareholder ist bereits viel geschrieben worden. Das Buch «Wirtschaft wozu? Abschied von Mangel» von Hans Jecklin ist aber anders.

Mit HANS JECKLIN sprach
IRMGARD LEHMANN

Als Sie mir Ihr Buch zuschickten, dachte ich mir, ach, schon wieder so ein Ratgeber, der auf der grossen Beige landet. Doch die Lektüre war wider Erwarten äusserst spannend. Sie haben die Geschichte Ihrer Firma niedergeschrieben, viel Persönliches preisgegeben und daraus «Thesen» abgeleitet. Welche?

Es geht um Bewusstseinswandel. Um den Wandel unserer Sichtweise vom Mangel zur Fülle. Druck und Angst dominieren in den meisten Unternehmen. Angst um den Verlust des Ansehens, der Wertschätzung und schliesslich der Arbeitsstelle. Wie würde wirtschaftliches Handeln wohl aussehen, wenn es von Liebe statt von Angst, vom Teilen der Fülle statt von Druck geleitet wäre?

Liebe mit Wirtschaft, Erfolg und Profit in einem Zug zu nennen – das verlangt aber nach einer Erklärung.

Damit meine ich, dass die Unternehmenstätigkeit auf den Nutzen einer Gesellschaft ausgerichtet sein muss. Sie muss gemeinschaftsdienlich werden.

Eines Tages müssen die Nutzendenker in den Chefetagen der Konzerne einsehen, dass sie für die Gemeinschaft Sorge tragen müssen angesichts der Tatsache, dass ihre eigene Existenz letztendlich vom Wohlergehen aller abhängig ist.

Inwiefern hinterliess solches Denken in Ihrer Firma Spuren?

Die Frage, was das Produkt dem Menschen bringt, wie es an den Menschen herangetragen und in welchem Umfeld es präsentiert wird, war in der Firma Jecklin immer zentral.

Ich war stets bemüht, das Arbeitsklima zu verbessern und das Selbstbewusstein des Einzelnen zu stärken. Denn ich sagte mir, dass eine zufriedene Mitarbeiterin, welche die Kunden mit einem natürlichen Lächeln empfängt, die beste Werbung ist.

Ausserdem ist es ein Unterschied, ob ich meinem Mitarbeiter sage, dieses Budget hast du zu erreichen, oder ob ich ihn den gesellschaftlichen Sinn seiner Aufgabe entdecken lassen kann. Im ersten Fall sitzt ihm die Angst im Nacken, im zweiten Fall hat er die Freude im Herzen, die er dem Kunden vermitteln kann.

Liebe impliziert aber auch Nein sagen und Grenzen setzen.

Ein Beispiel?

Eine Mitarbeiterin hatte ich mehrmals beim Klauen ertappt. Nach dem Grund gefragt, sagte sie mir, dass sie das viele Geld einfach nicht lassen könne. Ich gab ihr eine andere Aufgabe – mit Distanz zur Kasse. Vergeblich. Drei Wochen später hat wieder Geld gefehlt. Da musste ich sie entlassen – zu ihren «Gunsten».

Im Buch prangern Sie aber auch das Wachstumsdenken an und illustrieren dies am Fall eines engen Freundes.

Wenn ich von gesellschaftsdienlich spreche, dann meine ich auch das Sich-einschränkenkönnen. Mein Cousin und ich haben das Musikhaus Jecklin gemeinsam geführt, und wir waren uns immer einig, dass unsere Expansion nur so weit gehen wird, als wir sie mit dem Geist des Unternehmens ausfüllen können. Und daran haben wir uns gehalten.

Heute gilt aber nur noch der Zuwachs. Sogar Stabilität ist verpönt. Wo führt das hin? Zu einem Kollaps. Das Paradebeispiel, wie über Bedürfnisse hinaus «produziert» wird, ist die Swissair.

Sie waren Mitbesitzer eines florierenden Musikhauses. Hier gemeinschaftsdienlich ausgerichtet zu sein war wohl nicht so schwer. Aber wie wäre es gewesen, wenn Sie ein Unternehmen hätten führen müssen, das Kriegsmaterial herstellt?

Austreten und mir eine andere Stelle suchen.

Dass Sie im Buch über so viel Persönliches sprechen – auch über Negatives – überrascht. Musste diese Selbstdarstellung sein?

Die Entwicklung einer Firma ist immer an die Führungskraft gekoppelt. Mit meiner persönlichen Wandlung, mit der Entdeckung des spirituellen Wegs hat sich mein Führungsstil grundlegend geändert. Daher musste ich im Buch meinen persönlichen Weg aufzeigen, auch die Stolpersteine. Damit im Leben neue Tü-
ren aufgehen, brauchen wir das Stolpern.

Aber mir geht es nicht um meine Person, auch nicht um bewundernswerte Leistungen. Das Buch soll vielmehr Zeugnis davon ablegen, dass der Weg nach innen unser äusseres Handeln verändert.

Inwiefern?

Der Zugang zur Spiritualität hat mich Fülle erfahren lassen, die sich in der Begeisterung, im Mitgefühl, in der Kreativität, in der Kompetenz und im Produzieren von sinnvollen Dienstleistungen niederschlug. Ein erfolgreicher Geschäftsgang war die Konsequenz.

In Ihrem Buch sucht man aber vergebens nach konkreten Ratschlägen. Warum?

Die Zeit für Ratschläge ist noch nicht reif. Vorerst muss das Bewusstsein um eine globale Gemeinschaft umfassender werden. Mit meinem Buch möchte ich einzig Denkanstösse auslösen.

Leser werden Ihnen vorwerfen, dass es ein Leichtes sei, als begüterter Mensch ein idealistisches Weltbild zu entwerfen. Was sagen Sie dazu?

Ich bin mir des Privilegs bewusst, von existenziellem Druck frei zu sein, so dass ich es mir erlauben kann, mir über Grundsätzliches Gedanken zu machen.

Reichtum bedeutet jedoch nicht zwingen auch Angstfreiheit.

Für viele geht mit wachsendem Besitz auch die zunehmende Angst vor einem umso tieferen Fall einher. Wenn Sie schon nur an den Kreis der Mitbetroffenen und Zuschauer denken.
«Vom Saulus zum Paulus»

Seit sieben Jahren wohnt Hans Jecklin mit seiner Frau, der Sängerin Elisabeth Speiser, in einem historischen Haus im freiburgischen Autigny. Jecklin war Unternehmer und Mitinhaber eines Zürcher Musikhauses mit sieben Filialen und rund 150 Angestellten.

Vor drei Jahren haben Hans Jecklin und sein Cousin Peter Jecklin die Firma an Fréquence Laser in Freiburg verkauft. Heute steht jedoch wiederum ein Besitzerwechsel bevor. (Fréquence Laser musste die Bilanz deponieren.)

Das Musikhaus Jecklin war ein Familienunternehmen. Als 18-Jähriger ist Hans Jecklin in die Firma eingetreten und hat Führungsaufgaben übernommen.

Erfahrung im Slum

Bereits in jungen Jahren hat er sich mit der Psychologie von C.G. Jung und mit Kinesiologie beschäftigt. Im Alter von rund 40 Jahren entdeckte er die Spiritualität, interessierte sich für östliche Philosophie und war regelmässiger Gast im Meditationshaus der Jesuiten in Bad Schönbrunn.

1997 reiste Jecklin nach Manila und hielt sich für längere Zeit in einem Slum auf. Ein Gesinnungswandel fand statt: «Von da an stand für mich die Frage, was ich zur Heilung des krank machenden Geistes in der Wirtschaft beitragen kann, im Mittelpunkt.»

Slums seien Furunkel auf dem Organismus Erde, sagt er. Sie sind Symptome von Krankheiten, die mit dem Geist in der Wirtschaft zu tun haben. «Wir sollen nicht helfen, sondern teilen», lautet seine Forderung.

Kursgeld: ein

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