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Absurde Kommunikation

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Die eine lässt in einer Videoarbeit Laiendarsteller beinahe unverständliche Sätze sprechen, die andere arbeitet in einer Audioinstal­la­tion mit verzerrten Wörtern, die sich laufend in Rhythmus und Abstraktion auflösen: So unterschiedlich die Arbeiten der beiden Künstlerinnen Mi­riam Laura Leonardi und Hanne Lippard sind, die derzeit in der Kunsthalle Fri Art in Freiburg ausgestellt sind, so sehr lassen sich bei genauerem Hinschauen Parallelen entdecken. Beide befassen sich auf ihre Weise mit fehlgeleiteter, ineffizienter, absurder Kommunikation – und werfen damit auch einen kritischen Blick auf die Gesellschaft, in der sie leben: zwei Werkgruppen über die Grenzen der Kommunikation also, die miteinander in einen eigenartigen Dialog treten.

«Metaphern der Ineffizienz»

Im Mittelpunkt der Ausstellung von Miriam Laura Leo­nardi im Obergeschoss der Kunsthalle steht der eingangs erwähnte Kurzfilm, den sie erst diesen Frühling in Rom gedreht hat. Dort absolviert die 33-Jährige, die aus dem deutschen Lörrach stammt und in Zürich lebt und arbeitet, derzeit eine Künstlerresidenz am Schweizerischen Institut. Der Film entstand an einem einzigen Nachmittag auf dem Hügel oberhalb der Katakomben des heiligen Calixtus. «Es ist der schönste Hügel der Stadt», sagt die Künstlerin dazu.

Der Film besteht aus zwei Handlungsebenen: Im Vordergrund sitzen die Darstellerinnen und Darsteller auf einer Picknickdecke. Nacheinander erheben sie sich und sprechen einen improvisierten Text in die Kamera. Dieser ist allerdings kaum zu verstehen, weil sie gleichzeitig am Pommes-frites-Essen sind. Im Hintergrund sind zwei Personen mit dem Bau einer Holzkonstruktion beschäftigt, die aber nie zum Abschluss kommt. «Beide Szenen sind absurde Metaphern der Ineffizienz», erklärt Leonardi.

Im Vorraum nimmt die Besucherinnen und Besucher ein zweites Werk der Künstlerin in Empfang: Die Installation «yeah» besteht aus einem Ambigramm aus Neonröhren, das den Schriftzug «yeah» so darstellt, dass er vorwärts und rückwärts zu lesen ist. Das Ambigramm an der Decke wird gespiegelt von einer Bronzeskulptur am Boden, die zwei auf dem Rücken liegende Käfer zeigt. Das Diptychon spiele mit Zeichen, die sich gleichzeitig ergänzten und widersprächen, so Miriam Laura Leonardi.

Derbe Frauensprache

Die Säle im unteren Stock bespielt derweil die aus Norwegen stammende und in Berlin lebende Künstlerin Hanne Lippard. Mit der Arbeit «Ulyd» führt die 34-Jährige eine Werkreihe fort, in der sie stets die Sprache als Ausgangsmaterial nutzt, sei es in Form von Texten, Performances oder Objekten. «Ulyd» (das schwer zu übersetzende norwegische Wort steht für etwas Unkon­trolliertes, Abstossendes) ist eine Klanginstallation über den Gebrauch eines derben, obszönen Vokabulars durch Frauen. Schon in der Antike habe man den Frauen einen bestimmten Sprachgebrauch aufgezwungen, um sie sozial zu kontrollieren, erklärt Hanne Lippard. «Diese Normen sind bis heute spürbar.» Ergänzend zu der Klanginstallation findet sich an den Wänden eine Serie von Textarbeiten, eingraviert auf Plexiglas. Die dreizehn Tafeln sind eine Abwandlung der römischen «Fluchtafeln», die für Verwünschungen und Rache-Versprechen genutzt wurden. Für ihre moderne Variation hat Hanne Lippard Botschaften zum Thema Neid und Missgunst gesammelt und gestaltet. Sie sind Poesie und Pa­rodie zugleich und geben dem Thema eine humorvolle Wendung.

Als dritte Arbeit schliesslich zeigt die Künstlerin die In­stallation «No Answer is Also an Answer», die mit Höflichkeitsfloskeln und Standardsätzen spielt, wie sie häufig im E-Mail-Verkehr benutzt werden, und diese in ihrer Banalität ad absurdum führt.

Kunsthalle Fri Art, Kleinrahmengasse  22, Freiburg. Bis zum 15. Juli. Mi. bis Fr. 12 bis 18 Uhr, Sa. und So. 13 bis 18 Uhr. Weitere Infos: www.fri-art.ch

Animationsfilm

Iranische Kinderfilme aus den Siebzigern

Parallel zu den Ausstellungen von Miriam Laura Leonardi und Hanne Lippard zeigt das Fri Art im «Screening Room» im Untergeschoss drei kurze Animationsfilme von Ali Akbar Sadeghi aus den Siebzigerjahren. Der 1937 geborene Iraner ist ein multidisziplinärer Künstler, der inspiriert ist vom Surrealismus und von Motiven aus der persischen Tradition. Mit diesen spielt er auch in seinen Animationsfilmen, die erstmals in der Schweiz zu sehen sind. Die Filme, die sich in erster Linie an Kinder richteten, sind poetisch und verspielt, aber auch auf subtile Weise kritisch. So wird das traditionelle Kriegerepos zur pazifistischen Erzählung. Sadeghi hat mit seinen Filmen zahlreiche Preise an internationalen Kinderfilmfestivals gewonnen.

cs

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