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Adolphe-Merkle-Institut findet Nanomaterialien in Lebensmitteln

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Die glatte, weisse Kaugummioberfläche oder das Knistern von Cornflakes: Damit die Textur gewisser Lebensmittel so ist, wie sie ist, braucht es Zusatzmittel. Und manche dieser Zusatzmittel kommen in Form von Nanopartikeln in unser Essen, wie die schweizweit erste Studie dazu zeigt. International gab es bereits ähnliche Untersuchungen, wie der Freiburger Kantonschemiker Claude Ramseier sagt.

Vieles unklar

«Tausend Nanopartikel aneinander gereiht sind so dick wie ein Haar», sagt Ramseier. Sie sind kleiner als manche menschlichen Zellen. Daraus ergeben sich einige Fragen: Wenn Menschen Nanopartikel essen, kommt es zu einer Interaktion mit den Zellen? Welchen Einfluss haben sie auf den Organismus? Sind sie vielleicht sogar giftig? Abschliessend geklärt sind diese Fragen nicht, momentan wird intensiv geforscht. Ramseier sagt aber: «Bisher gibt es keine Studien, die eine Toxizität von Nanopartikeln belegen.»

Trotzdem: Lebensmittelhersteller müssen ab 2021 auf der Packung deklarieren, falls in ihren Lebensmitteln Nanopartikel vorkommen. «Die Hersteller müssen sich überlegen, ob sie weiterhin Nanomaterialien verwenden wollen und dies deklarieren oder ob sie diese ganz aus der Zutatenliste streichen», sagt der Kantonschemiker. Momentan gehe es auch darum, die Hersteller zu sensibilisieren. «Es muss einen Aha-Effekt geben.»

Die Nanomaterialien nachzuweisen, ist aber gar nicht so einfach. «Kantonschemiker und Lebensmittelinspektorate verfügen nicht über die benötigten, sehr komplexen und teuren Geräte», sagt Ramseier. Denn es gehe nicht darum, einzelne Stoffe wie etwa Blei nachzuweisen, sondern die Identität und Grösse von Partikeln. Für die Bestimmung der besonders kleinen Partikel braucht es komplexe Elektronenmikroskoptechniken.

In 15 Proben nachgewiesen

Die Westschweizer Kantons­chemiker sowie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit haben das Adolphe-Merkle-Institut in Freiburg beauftragt, in einer Pilotstudie nach Nanomaterialien in Lebensmitteln zu suchen. «Es ist eines der wenigen Institute der Schweiz, das Nanomaterialien so präzis nachweisen kann», sagt Ramseier. Das Institut hat für die Pilotstudie 56 Lebensmittelproben untersucht auf drei Stoffe, die in Nanoform vorkommen können: Titandioxid und Siliziumdioxid die als Zusatzstoffe E171 respektive E551 in Lebensmitteln vorkommen sowie Talk. In 15 Proben fanden die Wissenschaftler tatsächlich Nanopartikel (siehe Kasten).

Die Zusatzstoffe E171 und E551 werden zwar bereits deklariert in der Inhaltsangabe. Das muss aber nicht heissen, dass sie auch in Nanoform im Lebensmittel vorkommen, präzisiert Ramseier. Die Hersteller der untersuchten Produkte werden nun über die Studie informiert, wie es in der Mitteilung zur Studie heisst. Dadurch könnten sie sich auf die neuen Regeln, die ab 1. Mai 2021 in Kraft treten, einstellen.

Auch die Kantonschemiker müssen sich auf die neue Regelung einstellen – denn ab 2021 müssen sie in der Lage sein, Kontrollen durchzuführen. Es werde derzeit abgeklärt, ob sich die Kantons­chemiker selbst entsprechend ausrüsten oder ein externes Labor mit den Kontrollen beauftragen, sagt Ramseier. Das könnte das Adolphe-Merkle-Institut sein. Sicher ist einzig: Das Labor müsste mehrere Auflagen erfüllen, etwa seine Unabhängigkeit von der Industrie garantieren und akkreditiert sein nach ISO-Norm.

Zahlen und Fakten

Gewürze, Müesli und Kaugummi

Für eine Pilotstudie hat das Adolphe-Merkle-Institut 56  Lebensmittelproben auf Nanopartikel untersucht. In allen fünf untersuchten Kaugummiproben fanden die Forscher Nanopartikel. Zudem kamen sie in je einer Probe von Nahrungsergänzungsmitteln und Süsswaren vor, ebenso in je zwei Proben von Frühstückscerealien sowie je drei Proben von Dauerbackwaren, Saucen und Gewürzen. Keine Nanomaterialien fanden die Forscher in den Fertiggericht- und Mayonnaise-Proben.

nas

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