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Aebischer macht sich auf, Freiburger WM-Geschichte zu schreiben

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    Die Chancen von Michel Aebischer stehen gut, als erster Freiburger an einer Fussball-WM für die Schweiz zum Einsatz zu kommen. Im Interview spricht der Heitenrieder über seine Nomination für Katar, klimatisierte Stadien und Panini-Bildli.

    Michel Aebischer, am Mittwochmorgen hat der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin das WM-Aufgebot bekannt gegeben. Wann haben Sie erfahren, dass Sie nach Katar mitdürfen?

    Das habe ich bis zuletzt nicht wirklich gewusst. Am Dienstag hatte ich vom Teammanager eine Nachricht erhalten, wie ich nächsten Montag am besten zum Nati-Zusammenzug nach Zürich komme. Insofern hatte ich vermutet, dass ich dabei bin. Die Bestätigung hatte ich aber erst, als der Trainer am Mittwoch sein Aufgebot offiziell vorstellte.

    Dann haben Sie also ebenfalls den Live-Stream der Pressekonferenz mitverfolgt?

    Genau. Ich war mit Bologna im Zug unterwegs nach Mailand für das abendliche Meisterschaftsspiel gegen Inter und habe auf dem Handy den Stream geschaut. Ich muss gestehen, dass ich etwas nervös geworden bin, weil mein Leibchen so lange nicht gezeigt wurde. Als es dann doch noch auftauchte und ich die Bestätigung hatte, an die WM zu können, habe ich mich riesig gefreut.

    Hatten Sie denn Zweifel, dass Sie nicht selektioniert werden könnten?

    Zweifel nicht, aber sicher kann man sich nie sein. Murat Yakin hatte mich für die letzten Länderspiele aufgeboten, und ich denke, ich habe da meine Sache ganz gut gemacht. Insofern durfte ich mit meiner Selektion rechnen, aber ein Restzweifel bleibt immer.

    Michel Aebischer kämpft gegen Spaniens Sergio Busquets in der Nations League.
    Keystone/a

    Bei Bologna kommen Sie seit dem Trainerwechsel mehr zum Zug, standen zuletzt sechsmal in Serie in der Startelf. Inwiefern hat dies Ihre WM-Nomination beeinflusst?

    Ich denk, dass weniger meine Auftritte mit Bologna ausschlaggebend waren, als mehr meine Leistungen mit der Nati. Allerdings: Wenn ich in der Serie A keine Minute gespielt hätte, dann wäre ich wegen mangelnder Spielpraxis wohl nicht berücksichtigt worden. Da muss beides stimmen.

    Was haben Sie als Erstes gemacht, nachdem Sie durch den Live-Stream die Gewissheit hatten, an der WM dabei zu sein?

    Ein Bier konnte ich im Zug nicht so gut aufmachen (lacht), aber meine Mannschaftskollegen haben mir alle gratuliert. Es ist nicht alltäglich, dass ein Spieler von Bologna an eine WM geht. Ausser mir ist nur noch der polnische Torhüter für sein Land selektioniert worden. Dann habe ich natürlich meiner Freundin und meiner Familie geschrieben. Und ich habe die vielen Glückwunsch-SMS beantwortet, die ich erhalten habe.

    Sie sind der erste Sensler Fussballer überhaupt und nach Yvon Mvogo erst der zweite Freiburger, der an einer Weltmeisterschaft für die Schweiz teilnimmt.

    Das ist schmeichelhaft, ob ich der Erste oder der Zehnte bin, hat für mich aber keine grosse Bedeutung. Einer von 26 Schweizern zu sein, die ihr Land an einer WM vertreten dürfen, macht mich hingegen sehr stolz. Früher habe ich die WM immer im TV oder bei Public Viewings geschaut, jetzt bin ich selber ein Teil davon. Das ist genial. Ein Kollege hat mir zu meiner Selektion gratuliert und mir ein altes Foto geschickt, auf dem wir zusammen Panini eingeklebt haben. Einmal an eine WM zu können, das war immer ein Kindertraum.

    Michel Aebischer – hier im Duell mit Brahim Diaz (l.) und Sandro Tonali (r.) – kommt bei Bologna in der Serie A immer mehr in Schuss.
    Keystone

    Auf den Panini-Stickern sind Sie allerdings nicht verewigt …

    Damit kann ich leben, die laufen dieses Jahr eh nicht so gut, habe ich gelesen (lacht). Aber ich bin ehrlich: Wenn sie eines Tages meinen Kopf auf ein Panini drucken wollen, dann sage ich nicht nein.

    Ist es ein Wermutstropfen, dass Sie bei der wohl kontroversesten WM-Turnier aller Zeiten zu Ihrem WM-Debüt kommen?

    Natürlich wäre es schöner, wenn meine Premiere eine WM im Sommer in Deutschland wäre, wo die Stadien voller und die Vorfreude grösser ist. Aber schlussendlich bleibt es eine Weltmeisterschaft. Wir gehen, um Fussball zu spielen und um die beste Mannschaft der Welt zu ermitteln, und nicht um das Land und die Kultur kennenzulernen.

    Wie stehen Sie zu den ganzen Diskussionen um Katar als Austragungsort?

    Die Kritik an Katar bezüglich Aspekten wie Menschenrechte und andere gesellschaftliche Themen finde ich gerechtfertigt. Da läuft einiges nicht gut im Gastgeberland. Aus sportlicher Sicht finde ich ein Turnier in Katar nicht grundlegend schlecht. Wenn alles gut läuft und organisiert ist, warum nicht?

    Die Aussicht auf Fussballmatches in klimatisierten Stadien löst bei Ihnen keinen Schüttelfrost aus?

    In einem klimatisierten Stadion zu spielen, das ist mir tatsächlich noch nicht passiert. Ich habe keine Ahnung, wie man sich am besten darauf vorbereitet. Aber die Bedingungen sind für alle Mannschaften gleich.

    Wie sieht Ihr Programm für die nächsten Tage aus?

    Am Freitag ist noch Training mit Bologna, am Samstag das Meisterschaftsspiel gegen Sassuolo. Am Sonntag geht es heim nach Heitenried. Am Montagmorgen nehme ich dann den Zug nach Zürich, wo ich die Mannschaft treffe, ehe wir am Nachmittag nach Katar abfliegen.

    Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin wechselt seinen Mittelfeldspieler Michel Aebischer ein.
    Keystone/a

    Wenn Sie an der WM zum Einsatz kommen, sind Sie der erste Freiburger Fussballer, dem dies gelingt. Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf Einsatzzeit ein?

    In der Stammformation werde ich wohl kaum stehen. Ob ich eingewechselt werde, hängt davon ab, wie das Turnier verläuft. In der Nations League bin ich dreimal zum Einsatz gekommen, warum nicht auch an der WM? Ich bin auf mehreren Positionen einsetzbar, das erhöht meine Chancen. Jeder Fussballer möchte spielen und natürlich wäre ich etwas enttäuscht, wenn ich nicht zum Zug käme. Anderseits ist es schon eine super Sache, das alles überhaupt miterleben zu dürfen.

    Was trauen Sie der Schweiz an der WM zu?

    Unsere Gruppe mit Brasilien, Serbien und Kamerun ist keine einfache, von daher müssen wir uns zuerst voll auf die Gruppenspiele fokussieren. Wenn wir die Gruppenphase überstehen, ist alles möglich!

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