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«Agrarreform schwächt Freiburger Bauern»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Bruno Häller, im Kanton Freiburg haben im letzten Jahr besonders viele Bauern ihren Betrieb mit ihrer Pensionierung aufgegeben. Warum?

Gelernte Landwirte möchten ihren Beruf trotz aller Schwierigkeiten nicht aufgeben. Lieber gehen sie oder oftmals auch ihre Ehefrau zusätzlich ausserhalb arbeiten, um ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften. Die Betriebsaufgabe geht deshalb vielfach schrittweise über die Bühne und ist von aussen nicht immer erkennbar. Wenn nach dem 65. Altersjahr die Direktzahlungen wegfallen und die Jungen den Betrieb nicht mehr gleich weiterführen wollen, erfolgt die endgültige Betriebsaufgabe dann bei der Pensionierung.

 

 Trifft es die Landwirte hart, wenn sie keinen Nachfolger finden?

Für ein Betriebsleiterpaar, dessen Hof gut strukturiert ist, ist es sehr schwierig, wenn die Kinder nicht weitermachen wollen. Vielfach ist die Entwicklung jedoch absehbar. Und wenn definitiv kein Nachfolger in Sicht ist, ist die Betriebsaufgabe mental oft schon vollzogen.

 

 Trotzdem gibt es viele Bauern, die nach der Pensionierung ohne Direktzahlungen weitermachen.

Das gibt es relativ häufig. Der Hof ist nicht einfach ein Arbeitsinstrument, sondern Wohn- und Lebensort. Bauern ohne Nachfolger arbeiten deshalb oftmals möglichst lange weiter, wenn es die Gesundheit erlaubt. Sie erhalten keine Direktzahlungen mehr, sondern die AHV. Viele dieser Familien leben mit diesem Geld sehr bescheiden.

 

 Wo liegt die Stärke der Freiburger Bauern?

Das ist von Region zu Region unterschiedlich. Das Aushängeschild der Freiburger Landwirtschaft ist die Milchproduktion. Freiburger Bauern haben tendenziell grosse und professionelle Betriebsstrukturen, es sind nicht Nebenerwerbsbauern. Grössere Betriebe spezialisieren sich häufig auf einen Betriebszweig.

Die laufende Reform der Agrarpolitik zielt in Richtung Extensivierung. Was bedeutet dies für die Freiburger Bauern, die auf eine intensive Produktion setzen?

So wie die neue Agrarpolitik im Moment aufgegleist ist, schwächt sie die tierreichen Betriebe. Direktzahlungen sollen nicht mehr pro Anzahl Tiere, sondern für die Fläche ausbezahlt werden (siehe FN von gestern, Anm. der Redaktion). Intensive Tierhalterbetriebe, wie sie im Kanton Freiburg oft vorkommen, gehören also ganz klar zu den Verlierern der laufenden Agrarreform.

 

 Wie reagieren Sie als Berater auf die Entwicklung?

Die laufende Agrarreform ist ein zentrales Thema bei der landwirtschaftlichen Beratung. Wir sensibilisieren die Bauern im Gespräch und organisieren Informationsanlässe. Information ist wichtig für die Freiburger Bauern, weil die Agrarreform für unseren Kanton eine Knacknuss ist.

 

 Müssen die Bauern künftig noch mehr auswärts arbeiten, damit das Geld reicht?

 Ohne Nebeneinkommen kommen je länger je mehr Betriebe nicht mehr über die Runden. Schon früher arbeiteten die Bauern auswärts, etwa im Forst. Im Gegensatz zu früher sind auf den heutigen Betrieben aber weniger Arbeitskräfte verfügbar, die Belastung für die Betriebsleiter nimmt deshalb immer mehr zu.

 

 Viele Freiburger Bauern produzieren Milch. Wie reagieren sie auf die Milchpreise, die immer tiefer sinken?

Zuerst machen viele den Buckel und warten ab. Die Milchproduktion aufzugeben, wird aber für immer mehr Bauern eine Option. Dieser Schritt ist nicht leicht, denn ist die Milchproduktion einmal eingestellt, ist es definitiv. Eine andere Lösung liegt in der Zusammenarbeit mit anderen Betrieben. Insbesondere Ställe werden oft in einer Betriebsgemeinschaft gemeinsam gebaut. Diese Lösung ist jedoch auch keine Garantie für den Erfolg. Die Freiburger Bauern haben aber Glück mit ihrem Gruyère- und Vacherinkäse. Viele Milchbauern produzieren Käsereimilch und lösen einen besseren Preis als für Milch, die in den Industriekanal fliesst.

 

 Welche Betriebe sind besonders gut für die Zukunft gerüstet?

Auf diese Frage antworte ich mit einer gängigen Betriebsberater-Antwort: Das sind Betriebe, die das, was sie tun, gerne tun. Und Betriebe, die bei längerfristigen Investitionen genau überlegen, was die Auswirkungen sind. Die verletzlichsten Betriebe sind jene mit jungen Betriebsleitern, die investieren sollten. Oft haben sie keine finanziellen Reserven dafür. Wenn der Ertrag, den sie für ihre Produkte erhalten, dann nicht stimmt, wird es heikel für sie.

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