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Airbnb liefert künftig Aufenthaltstaxen ab

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

560 aktive Gastgeber im Kanton Freiburg waren 2018 bei Airbnb registriert. Sie vermieten über die Online-Plattform ihr Haus, ihre Wohnung, oder ein Zimmer. Wer dort übernachtet, müsste Kurtaxen an den Vermieter bezahlen, der diese an den Freiburger Tourismusverband weitergibt, der die Taxen dann an Kanton und Gemeinden verteilt. Bisher hat das aber nur ein Teil der Airbnb-Gastgeber gemacht, und dem Kanton und den Gemeinden entgingen Einnahmen. Zudem wehrten sich die Freiburger Hoteliers; sie sprachen von Ungleichbehandlung.

Mit dieser Ungleichbehandlung ist ab Februar Schluss. Ab dann zieht Airbnb bei Buchungen die Kurtaxe automatisch ein, wie das Unternehmen und Freiburg Tourismus gestern mitteilten. Airbnb liefert die Taxen dann an den Freiburger Tourismusverband. Dieser war es, der nach zweijährigen Verhandlungen mit dem US-Unternehmen Airbnb eine Vereinbarung abgeschlossen hat. Es ist die erste derartige Vereinbarung in der Westschweiz und die siebte schweizweit.

Mehreinnahmen noch unklar

Gestern informierte Freiburg Tourismus in einer Airbnb-Unterkunft in Epagny bei Greyerz über die Vereinbarung. «Wir sind sehr zufrieden», sagte Pierre-Alain Morard, Direktor von Freiburg Tourismus. «Sie garantiert die Gleichbehandlung bei der Einziehung der Kurtaxen.» Wie hoch die Mehreinnahmen mit der neuen Regelung sein werden, sei schwierig einzuschätzen, sagte Morard. Man rechne mit rund zehntausend Übernachtungen, bei denen die Kurtaxe bisher nicht bezahlt wurde. Das ergäbe zusätzliche Einnahmen von 20 000 bis 30 000 Franken. 2018 wurden auf kantonaler Ebene Kurtaxen von rund zwei Millionen Franken einkassiert.

Airbnb zahlte 2018 schweizweit Kurtaxen in der Höhe von 604 000 Franken, wie das Unternehmen letztes Jahr mitteilte. Damals hatte das Unternehmen Vereinbarungen mit Zug, Zürich und den beiden Basel. Seither sind Schaffhausen, Luzern und nun Freiburg dazugekommen. Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

Vertreter von Airbnb waren bei der Ankündigung der Freiburger Vereinbarung nicht anwesend. In der Mitteilung wird Kathrin Anselm, bei Airbnb unter anderem zuständig für die Schweiz, zitiert: «Wir freuen uns, dass wir nun auch im Kanton Freiburg eine Partnerschaft schliessen konnten, um den bürokratischen Aufwand für alle zu verringern.»

Kleiner Fisch

Morard lobte die Zusammenarbeit mit Airbnb als angenehm. Eine Freiburger Delegation war am Airbnb-Sitz in Berlin. Der persönliche Kontakt habe geholfen für Verhandlungen auf Augenhöhe, sagte Morard. Freiburg ist für Airbnb ein kleiner Fisch – das Unternehmen bietet weltweit mehr als sieben Millionen Unterkünfte an und verhandelt sonst mit Metropolen wie Amsterdam oder Barcelona. «Als das Dossier an den Hauptsitz nach San Francisco gelangte, ging es plötzlich langsamer voran», sagte Morard. Da habe man gemerkt, dass Freiburg wohl weniger hohe Priorität habe als andere Verhandlungspartner.

Freiburg habe den Vorteil gehabt, dass der Tourismusverband als zentrale Stelle die Kurtaxen einzieht, sagte Morard. Es gab also nur einen Verhandlungspartner für Airbnb. In anderen Kantonen wie der Waadt ist die Sache komplexer, denn dort ziehen die Gemeinden die Taxen ein. Dennoch strebt auch dieser Kanton eine Einigung an. Dort sowie in grösseren Städten wie Zürich ist es zunehmend ein Problem, dass Wohnungen statt an permanente Mieter über Airbnb an Touristen vermietet werden – was zur Wohnungsnot beiträgt. Derzeit wird deshalb über eine Limitierung der Anzahl Tage der Vermietung diskutiert. Dies würde in Freiburg keinen Sinn machen, sagte Morard, denn dieses Problem gebe es im Kanton nicht.

Hoteliers halb zufrieden

Raymond Surchat, Präsident der Freiburger Hoteliers, begrüsst das Abkommen mit Airbnb. Es brauche aber ­weitere Regeln, unter anderem in Bezug auf Sicherheits­vorschriften, sagte er auf Anfrage. Die Hoteliers fordern deshalb eine Gesetzesänderung, nach der sich alle Airbnb-Anbieter registrieren und den Typ der Unterkunft sowie die Anzahl Gäste angeben müssen. «Wir sind nicht gegen Airbnb», sage Surchat. Doch es brauche gleichen Regeln für ­alle.

Übernachtungen

Freiburg hat im vergangenen Jahr zugelegt

Der Freiburger Tourismusverband hat gestern die Übernachtungszahlen von Januar bis Oktober 2019 präsentiert. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. In diesen zehn Monaten verzeichnete die Region Freiburg bei den Übernachtungen eine Zunahme von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sei mehr als die anderen Regionen, sagte Tourismusdirektor Pierre-Alain Morard.

«Besonders der Sommer lief sehr gut», fügte er an. In den Monaten Mai bis Oktober betrug die Zunahme sogar zwölf Prozent. Er sieht vor allem zwei Gründe: Erstens seien neue touristische Infrastrukturen entstanden, etwa Hotels oder Sehenswürdigkeiten. Zweitens sei das Wetter diesen Sommer sehr gut gewesen, wovon vor allem die Voralpenregion profitiert habe. In Kombination sorgten diese Faktoren dafür, dass mehr Gäste übernachteten und nicht nur einen Tagesausflug in die Region machten. «Wer neben der Wanderung zum Beispiel auch noch das Schloss Greyerz, die Cailler-Schokoladenfabrik oder eine weitere Attraktion besuchen möchte, kann das kaum mehr in einen Tag packen und macht eher ein Wochenende daraus», sagte Morard.

Von der Zunahme der Übernachtungen profitierten alle Bezirke. Die meisten Übernachtungen registrierte der Saanebezirk, gefolgt vom ­Gre­yerz-, See-, Sense- und Broyebezirk. Gemessen an den Übernachtungen ist Freiburg die kleinste der 13 Tourismusregionen der Schweiz.

nas

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