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Akustisches und Elektronisches

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascal Jäggi

Wer aufgrund der «wilden» Programmation weniger Zuschauer erwartet hatte, wurde spätestens beim Auftritt der «jungen Götter» eines Besseren belehrt. Der Kritiker liebstes Festival hat mittlerweile einfach einen grossen Ruf und zementiert diesen mit Neuentdeckungen und Experimenten, mit der absehbaren Folge, dass die Musikexperten von Zürich bis Genf und wohl auch im Rest der Welt schwärmen werden.

Elektronisches von unseren österreichischen Europameisterschaftsmitstreitern gab es am ersten Tag zu hören, mal intim von Soap & Skin, mal witzig und kraftvoll von Gustav, die «Sleep down in the fire» von Rage against the machine mit seinem harten Text so erklingen liess, als ob es ein Liebeslied wäre. Charmant machte sie sich über textliche Unzulänglichkeiten lustig und liess ihre beiden Mitstreiter an Keyboard und Gitarre auch nicht zu kurz kommen.

Männerdefinitionen

Keyboards standen auch im Mittelpunkt der Performance von Blues Horror Brigade, die rasanten Noiserock in Alienkostümen zeigten, inklusive der Abschlussfrage «When is a man a man?», inszeniert von einem jungen Herrn, der sich seines Frauenkostüms entledigte und dabei über die Bedeutung der Geschlechter räsonierte – Brillanz bereits am frühen Abend.

Weniger Glück hatten die beiden Freiburger von Solange la Frange, die zuvor ein hartes Techno-Set durchzogen, leider mehrheitlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um ein Uhr nachts wären wohl mehr Besucher gekommen. Eine erste Überraschung bot der Isländer Mugison. Erwartet hatte man einen verschrobenen Inselbewohner, der irgendwelche Instrumente zu Tode quält und über seine Dauerdepression sinniert, gekommen war eine Band, die das Zelt ein erstes Mal zum Rocken brachte. Bitte mehr von diesen Fehlinformationen!

Blues statt Synthesizer

Höhepunkt für den Grossteil der Besucher waren natürlich die Young Gods, bei denen für einmal nicht der Synthesizer, sondern die Gitarren im Mittelpunkt standen. Akustisches war angesagt, auch wenn bei den Elektrorockpionieren selbstverständlich immer gewisse «Plugged»-Elemente dabei sind. Ja, auch Industrial und ähnliche Rock-Elektro-Gemische haben den Blues aufgesogen, und so wurden die Zuschauer auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen, illustriert an der Coverversion «Bad to the Bone», bei der sich Franz Treichlers Mund zu einem genüsslichen Lächeln verzog.

Auch der – zu kurze – Gastauftritt von Jazzsängerin Erika Stucky verlieh dem Set den Hauch der «alten» Musik, der nicht uninteressant war. «Unplugged» ist halt leider nicht dasselbe wie die volle Dröhnung Young Gods, aber man muss nun wirklich kein Wahrsager sein, um einen baldigen Auftritt in der klassischen Formation irgendwo in der Region vorauszusehen.

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