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Alice Munro erzählt von Schäfern, Dichtern und anderen Lügnern

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Autor: Silvia Häcki-Eggimann

In ihrem neusten Werk begibt sich die Autorin auf Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte. Verfasst als Sammlung von elf Erzählungen ist es für einmal beinahe ein Roman, den die Meisterin der Kurzfassung geschrieben hat.

Die Autorin, aufgewachsen in Ontario (Kanada) unternimmt eine Reise in die karge Landschaft von Schottland, Lebens- und Wirkungsstätte ihrer Vorfahren. Alice Munro erforscht die Geschichte ihrer Ahnen bis zurück ins frühe 17. Jahrhundert. Sie lässt die vom harten Leben geprägten Menschen, die meisten von ihnen Schäfer, aufleben und beschreibt, wie sie sich dank Charakterstärke und Bauernschläue durchgeschlagen haben.

Entbehrungsreiches Leben

Viele ihrer Vorfahren waren echte Originale. 1818 machte sich ein Teil der Sippe auf in die Neue Welt, nach Kanada. Hier erhält der Leser Einblick in das Familienleben in Blockhütten und Farmerhäusern. Das Leben dieser Auswanderer bleibt entbehrungsreich. Hier wie anderswo sind es die Pfiffigsten, die, wenn auch bescheidene, geschäftliche Erfolge verbuchen können. In der Familie von Alice Munro finden sich zudem in jeder Generation Schreibende. Die einen machen sich Wetternotizen auf der Überfahrt nach Kanada, andere schreiben persönliche Erinnerungen auf, wieder andere sind echte Poeten.

Besonders spannend wird es, wenn die letzte Generation der Familie der Autorin an der Reihe ist: Da ist der Vater, der in den Handel mit Fuchsfellen investiert. Es ist aber die Mutter, welche die Vermarktung der Felle mit merkantilem Flair und Chuzpe erfolgreich in die Hand nimmt. Aus den Fellen werden Capes hergestellt und in Hotels an reiche Touristinnen verkauft.

Mit dem Zweiten Weltkrieg jedoch erfährt dieses Geschäft ein jähes Ende. Die junge Munro wiederum flüchtet früh in eine erste Ehe, wo von Anfang an nichts zusammenpassen will. Die Beschreibungen sind allesamt keine verklärten Erinnerungen, sie entbehren jeglicher Nostalgie.

Unwahr aber authentisch

Sind diese Geschichten «wahr»? Mit Sicherheit nicht. So beschreibt die Autorin einen dichtenden Vorfahren mit den Worten: «Er wird das Material zurechtgestutzt und ausgeschmückt haben, mit haarsträubenden Lügen von der Sorte, auf die man sich bei einem Schriftsteller verlassen kann.» Authentisch aber sind die Erzählungen allemal.

Alice Munro: «Wozu wollen Sie das wissen?», S. Fischer Verlag, 384 Seiten.

Silvia Häcki-Eggimann ist Erwachsenenbildnerin.

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