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Alle Betreuungsangebote aus einer Hand

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Am Mittwoch entscheidet der Generalrat Wünnewil-Flamatt über die Neuorganisation der familienexternen Betreuungsstrukturen in der Gemeinde. Der Gemeinderat schlägt vor, alle Institutionen in diesem Bereich der Gemeindekanzlei anzugliedern. Der Vorschlag ist das Resultat eines mehrjährigen Prozesses. Erste Gespräche fanden vor vier Jahren statt. Vor zwei Jahren nahm dann eine Arbeitsgruppe, in der die Anbieter und die Gemeinde vertreten sind, ihre Arbeit auf.

Stimmt das Gemeindeparlament zu, wäre Wünnewil-Flamatt mit rund 5500 Einwohnern die erste Gemeinde im Kanton Freiburg, welche alle Kinderbetreuungsangebote zu einer Angelegenheit der öffentlichen Hand macht. Das kantonale Jugendamt begrüsst diesen Schritt (siehe Kasten unten).

Vier Angebote

Konkret geht es um die Kindertagesstätte Zouberhuet, die seit 2005 vom gleichnamigen Verein betrieben wird. Sie hat in Wünnewil und seit 2012 auch in Flamatt einen Standort mit je 14 Plätzen und betreut insgesamt 75 Kinder. Als weiterer Verein ist die Spielgruppe im Gemeindegebiet tätig. Er ist ebenfalls in beiden Ortsteilen präsent und betreut derzeit 55 Kinder zwischen zwei und vier Jahren. Die Tageseltern, die in Wünnewil-Flamatt tätig sind, werden derzeit durch den Tageselternverein Sense betreut. Die Gemeinde will hier die Mitgliedschaft kündigen und eine eigene Struktur aufbauen.

Als letztes Angebot gibt es die ausserschulische Betreuung für schulpflichtige Kinder vor und nach der Schule, über den Mittag und in den Schulferien – diese ist bereits heute ein gemeindeeigener Betrieb. In diesem Rahmen werden rund 70 Kinder betreut.

Schwierige Personalsuche

«Unser Vorschlag hat viele Vorteile», sagt Gemeinderätin Christa Bürgy-Schubnell. Die Arbeit der heutigen Anbieter beruhe zum grössten Teil auf freiwilliger Arbeit von Vorstandsmitgliedern. Es sei aber immer schwieriger, Leute zu finden, welche die Verantwortung übernehmen wollen. Zumal die gesetzlichen und gesellschaftlichen Anforderungen immer anspruchsvoller würden und der Zeitaufwand höher werde. «Es ist Fachwissen in den Bereichen Betriebsführung, Finanzen, Personal und Recht notwendig.» Dies könne von Laien oft nicht mehr gewährleistet werden.

Auf der anderen Seite habe die Gemeinde ein Interesse, ein attraktives Gesamtangebot an Kinderbetreuung zu haben. Das könne ein entscheidendes Kriterium sein, wenn eine Familie eine Gemeinde als neuen Wohnort aussuche.

«Es wird für alle einfacher», so die Vize-Gemeindepräsidentin. «Wenn alle Angebote aus einer Hand kommen, hat der Benutzer nur eine Anlaufstelle.» Da viele Familien mehrere Angebote gleichzeitig oder nacheinander in Anspruch nehmen, können sie sich besser mit der Gemeinde abstimmen. «Das Betreuungsangebot wird durchlässiger und deshalb einfacher.» Auch auf Seiten der Gemeinde sieht sie Vorteile: Zwar werde Gemeindeschreiber Jérôme Clerc, der die Verantwortung für die neue Struktur übernimmt, administrativ etwas mehr belastet. «Auf der anderen Seite wird es unter den Mitarbeitenden der Angebote Synergien geben, dies zum Beispiel im Bereich Weiterbildung, bei pädagogischen Fragen, dem gegenseitigen fachlichen Austausch und bei den Elternkontakten.»

Vertretbare Summe

Finanziell zahlt die Gemeinde mit der neuen Lösung zwar etwas mehr als bisher. Der Mehraufwand wird gemäss Schätzungen etwa 30 000 Franken betragen. Die Berechnungen der Ausgaben und Einnahmen stammen aus den Jahresabschlüssen 2019 der Vereine Kita und Spielgruppe. Mit dem Neuaufbau der Tageselternstrukturen wird die Aufwandseite anfangs wohl etwas höher ausfallen.

«Es ist keine Riesensumme, vertretbar für eine Gemeinde von unserer Grösse und angesichts der Vorteile, welche die neue Organisation mit sich bringt», sagt die Gemeinderätin. Die Institutionen haben eine funktionierende Struktur. Das erleichtere die Eingliederung. So sei einzig bei den Tageseltern der Aufbau einer neuen Struktur notwendig.

Die Gemeinde gewährte bisher dem Verein Kita eine Defizitgarantie, welche dieser jedoch in den letzten Jahren nie beansprucht haben. Der Verein Spielgruppe erhielt einen jährlichen Beitrag von 10 000 Franken und kostenlose Räume.

Auf den 1. Januar 2021

Stimmt der Generalrat am Mittwoch zu, soll das Projekt bereits auf den 1. Januar 2021 umgesetzt werden. Das heisst, die Vereine Spielgruppe und Kita werden sich per Ende 2020 auflösen. Die Rechnungen werden geprüft und das noch vorhandene Eigenkapital wird zweckgebunden in die Gemeindebuchhaltung aufgenommen. Die Elternverträge sollen unverändert übernommen werden. Die Mitarbeitenden und die Anstellungen werden von der Gemeinde übernommen. In der Kita betrifft dies 17 Mitarbeiterinnen, in der Spielgruppe sind es sieben.

Die Gemeinde hat zudem ihre Mitgliedschaft im Tageselternverein Sense bereits auf Ende Jahr gekündigt.

Jugendamt

«Private Vereine haben Pionierarbeit geleistet»

Für alle Betreuungseinrichtungen für Kinder braucht es eine Bewilligung des kantonalen Jugendamtes. Das Amt kontrolliert diese auch in Bezug auf Einrichtung und Personal und segnet die entsprechenden Reglemente ab. Das Jugendamt sieht das Vorhaben von Wünnewil-Flamatt als Vorbild für andere Gemeinden, wie Leiter Stéphane Quéru auf Anfrage erklärt.

Die Gemeinde Wünnewil-Flamatt will alle Angebote der familienexternen Betreuung unter ihre Verantwortung stellen. Begrüssen Sie dieses Vorgehen?

Ja, das ist eine gute Idee. Wenn ein solches Angebot zu einer Aufgabe der öffentlichen Hand wird, ist eine gewisse Professionalität garantiert. Die Mitarbeitenden in der Betreuung werden dann zu Gemeindeangestellten und unterliegen den gesetzlichen Vorgaben, die für alle Gemeindeinfrastrukturen gelten. Das ist für Angebote, in denen es um die Betreuung von Kindern geht, sehr wichtig. Es zeigt auch, dass die Gemeinde erkannt hat, wie wichtig solche Angebote für Familien sind.

Das heisst ja nicht, dass die bisher tätigen Vereine ihre Arbeit nicht gut gemacht hätten?

Nein, ganz bestimmt nicht. Es wurde in der Vergangenheit viel Pionierarbeit geleistet, die Anerkennung und Dank verdient. Denn wir wären ohne dieses Engagement nicht so weit. Doch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich verändert. Wo früher alles auf freiwilliger Basis war, gibt es heute auf politischer Ebene Bestrebungen, diese Strukturen gesetzlich zu verankern.

Denken Sie, dass auch andere Gemeinden dem Beispiel von Wünnewil-Flamatt folgen werden?

Das könnte ich mir gut vorstellen. Im Rahmen der Aufgabenteilung zwischen Gemeinden und Kanton könnte dies zum Thema werden.

Ist Wünnewil-Flamatt Ihres Wissens die erste Gemeinde, welche alle Betreuungsangebote zur Gemeindeangelegenheit macht?

Ja, es ist eine Premiere. Es gibt im Kanton Freiburg verschiedene Zusammenarbeitsmodelle. Die ausserschulische Betreuung ist vielerorts bereits den Gemeinden unterstellt. Die anderen Angebote wie Tageseltern, Spielgruppen und Kindertagesstätten werden in den meisten Gemeinden und Regionen von Vereinen oder Verbänden wahrgenommen. Im Kanton Waadt gibt es Modelle, bei denen in grösseren Zentren alle Betreuungsformen in einer zentralen Struktur angeboten werden. Das macht für städtische Gebiete Sinn.

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«Das Betreuungsangebot wird durchlässiger und deshalb einfacher.»

Christa Bürgy-Schubnell

Gemeinderätin Wünnwil-Flamatt

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